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Athletic Maldonado stürmt Nacional nieder - und Huub Stevens lacht zuletzt

Das Estadio Domingo Burgueño vibrierte am Samstagabend wie eine überlaufene Espressobar: 43.500 Zuschauer, Sommerluft, Flutlicht - und am Ende ein 3:1, das Athletic Maldonado noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Der 27. Spieltag der 1. Liga Uruguay brachte alles, was Fußballfans lieben: Tempo, Tore, Gelbe Karten und ein Domingo, der seinem Namen alle Ehre machte.

Dabei begann alles so, als wollten die Gäste aus Montevideo die Gastgeber überrollen. Nacional, von Karl Rausch gewohnt offensiv eingestellt, startete mit frühem Pressing und viel Ballbesitz. Mehr als 54 Prozent der Spielzeit gehörten ihnen der Ball - aber wie so oft im Fußball zählt am Ende nicht der Ball, sondern was man damit anfängt. Und Maldonado hatte an diesem Abend einfach mehr Lust auf Effizienz.

In der 14. Minute war es zunächst Paulo Chalana, der die Gäste jubeln ließ. Nach schönem Zuspiel von Nelson Miro zog der flinke Linksaußen trocken ab - 0:1. Huub Stevens, der erfahrene Fuchs an der Seitenlinie, blieb stoisch. "Ich hab’ in meinem Leben schon ganz andere Rückstände gesehen", sagte er später mit einem Grinsen, "ich wusste, dass wir zurückkommen." Und das tat sein Team.

Domingo Jordao, der bullige Mittelstürmer, hatte schon in den ersten Minuten mehrere Warnschüsse abgegeben. In Minute 43 war es dann soweit: Nach einem klugen Pass von Rechtsverteidiger Inigo Gomes hämmerte Jordao den Ball aus kurzer Distanz ins Netz - 1:1. Der Ausgleich noch vor der Pause war mehr als verdient, Maldonado hatte bis dahin doppelt so viele Torschüsse abgegeben wie die Gäste.

"Ich hab’ einfach nur die Augen zugemacht und draufgehalten", lachte Jordao nach dem Spiel. "Wenn du so ein Publikum im Rücken hast, triffst du das Tor auch blind."

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte: mit einer entfesselten Heimelf. In der 50. Minute war es wieder Jordao, diesmal nach Vorlage von Tiago Vidigal, der das Leder humorlos ins rechte Eck drosch - 2:1. Nacional wirkte konsterniert. Trainer Rausch rief von der Seitenlinie: "Ruhig bleiben, Männer!", doch seine Elf blieb vor allem eins: harmlos. Nur sieben Torschüsse brachten die Gäste zustande, und viele davon landeten irgendwo zwischen Tribüne und Parkhaus.

Als Silvestre Antunes in der 69. Minute - kaum dass er sich warmgelaufen hatte - den Ball zum 3:1 ins Netz setzte, diesmal nach Vorarbeit des quirligen Ezequiel Futre, war die Messe gelesen. "Das war wie im Training", grinste Antunes. "Ezequiel hat gesagt: ’Lauf einfach!’ - also bin ich gelaufen." Stevens dagegen ballte nur kurz die Faust, dann drehte er sich um und setzte sich wieder hin. Routine halt.

Nacional versuchte es weiter, Paulo Chalana prüfte Maldonados Keeper Petri Ylönen in der Nachspielzeit noch einmal, doch der Finne parierte mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass der Tag ihm gehört. Und so endete das Spiel mit einem klaren 3:1 - und einer Statistik, die Huub Stevens gefallen dürfte: 15 Torschüsse für Maldonado, nur 7 für Nacional, dazu eine Zweikampfquote von über 53 Prozent für die Hausherren.

"Wir hatten mehr Ballbesitz, aber sie hatten mehr Biss", gab Karl Rausch nach dem Spiel kleinlaut zu. "Manchmal ist Fußball eben kein Schönheitswettbewerb." Ein Satz, den Stevens später lachend kommentierte: "Na, dann hätten wir heute wohl die Misswahl gewonnen."

Nebenbei bemerkt: Inigo Gomes sah in der 63. Minute Gelb für ein rustikales Einsteigen - "Ich hab den Ball gespielt", behauptete er mit dem unschuldigsten Blick des Abends. Der Schiedsrichter sah’s anders, das Publikum sah’s mit Humor.

Mit diesem Sieg klettert Athletic Maldonado weiter nach oben und beweist, dass offensiver Fußball auch mit weniger Ballbesitz funktionieren kann. Und während die Fans noch tanzten, schritt Stevens gemächlich in Richtung Kabine. Ein Reporter rief ihm hinterher: "Huub, was war heute der Schlüssel?" Er drehte sich um, zwinkerte und sagte nur: "Domingo. Immer Sonntag."

Ein Satz, der bleiben dürfte - so wie dieser Abend, an dem Maldonado zeigte, dass Leidenschaft, ein Torinstinkt namens Jordao und ein Trainer mit Humor manchmal alles sind, was man braucht, um den Großen ein Bein zu stellen.

08.12.643987 02:55
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Sprücheklopfer
Ich habe früher auch die großen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, dass die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Fußballfachbücher.
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