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Athletic Maldonado tanzt Buceo aus - 3:0 und kein bisschen müde

Wenn man 36.000 Zuschauer ins Stadion lockt, erwartet man Feuerwerk, Drama, Leidenschaft - oder wenigstens einen Torschuss, der den gegnerischen Keeper ins Schwitzen bringt. Funebreros Buceo hatte beides nicht. Athletic Maldonado dagegen brachte all das und noch ein bisschen mehr: drei Tore, jede Menge Spielfreude und den unerschütterlichen Glauben daran, dass Kurzpassspiel sexy ist. Am Ende stand ein völlig verdienter 3:0-Sieg für die Gäste, die ihren Gastgebern vorführten, wie man Fußball spielt, ohne den Ball ständig zu verlieren.

Dabei begann der Abend am 26. Spieltag der uruguayischen Liga durchaus hoffnungsvoll für Buceo. Trainer Stefan Dörner, mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, wirkte vor Anpfiff noch zuversichtlich. "Wir haben die Woche gut trainiert, die Jungs sind heiß", sagte er in der Mixed Zone. Leider stellte sich bald heraus, dass Maldonado noch heißer war - und das lag nicht nur an der sommerlichen Abendhitze im Buceo-Stadion.

Schon nach wenigen Minuten testete Shefki Sainio den Heimtorwart Moshe Galili mit einem satten Schuss aus der Distanz. Es war der Auftakt zu einem einseitigen Schussfestival: 15 Abschlüsse für Maldonado, ein einziger für Buceo. Wer es nicht besser wusste, hätte meinen können, die Gastgeber hätten sich für eine Fortbildung in "Ballbesitz ohne Ziel" angemeldet - 52 Prozent Ballbesitz, aber null Wirkung.

In der 25. Minute fiel das logische 0:1. Silvestre Antunes, der flinke rechte Mittelfeldspieler, verwandelte eine Vorlage des 19-jährigen Javi Mascarenhas souverän. Während Maldonado jubelte, diskutierte Dörner wild gestikulierend mit seinem Co-Trainer. "Wir standen doch da!", rief er - woraufhin dieser trocken antwortete: "Ja, aber leider auch nur da."

Die Zuschauer, ohnehin nicht gerade für ihre Geduld bekannt, begannen zu murren. Und als Marius Berg und William Callahan binnen zwei Minuten Gelb sahen (22. und 24.), schien Buceo endgültig den Faden zu verlieren. Maldonado dagegen blieb cool. Trainer Huub Stevens, der alte Fuchs, ließ seine Jungs ruhig weiterspielen. "Wir wussten, dass die irgendwann aufmachen müssen", grinste er später. "Dann haben wir sie eben laufen lassen."

Nach der Pause änderte sich am Kräfteverhältnis nichts. Shefki Sainio kassierte zwar Gelb (51.), aber auch das brachte Maldonado nicht aus dem Tritt. Der Ball zirkulierte weiter elegant durch die Reihen, während Buceo zunehmend verzweifelt auf lange Bälle setzte - meistens direkt in die Füße des Gegners. Einziger Lichtblick war der 18-jährige Caio Eximeno, der in der 67. Minute den einzigen Schuss aufs Tor abgab. Leider flog der Ball so harmlos in die Arme von Keeper Aitor Mocana, dass selbst der Linienrichter gähnte.

In der 73. Minute fiel die Entscheidung: Der blutjunge Marco Simao, 18 Jahre alt, traf nach Vorlage von Innenverteidiger Agemar Garcia zum 0:2. Garcia, der nach dem Spiel mit einem breiten Grinsen erklärte "Ich wollte eigentlich flanken", bekam dafür später von Stevens ein anerkennendes Schulterklopfen.

Als Buceo dann endgültig die Köpfe hängen ließ, setzte Maldonado noch einen drauf. In der 82. Minute schloss David Pena, nach feinem Zuspiel von Mascarenhas, zum 0:3 ab - technisch sauber, eiskalt, unaufgeregt. Kurz danach durfte der Vorlagengeber raus, Fernando Urrutia kam und wirbelte in den letzten Minuten noch ein wenig, als wolle er den Fans zeigen, dass Maldonado auch in der 90. Minute noch Spaß am Spiel hat.

"Wir wollten zeigen, dass wir mehr sind als nur eine Kontermannschaft", erklärte Pena nach dem Schlusspfiff. "Heute haben wir Fußball gespielt." Dörner dagegen suchte nach Worten: "Wenn du 52 Prozent Ballbesitz hast und nur einmal aufs Tor schießt, dann… ja, dann weißt du, dass Statistik auch lügen kann."

Am Ende applaudierten sogar einige Buceo-Fans den Gästen - vielleicht aus Respekt, vielleicht aus Erleichterung, dass es beim 0:3 blieb. Maldonado nahm die drei Punkte mit und zeigte, dass jugendlicher Elan und taktische Disziplin sich nicht ausschließen müssen.

Und Buceo? Nun, der Weg zum nächsten Training wird wohl länger als sonst. "Wir müssen uns den Spiegel ansehen", meinte Dörner knapp. Vielleicht sollte er hinzufügen: und dort auch mal den Ball suchen.

Denn wer 36.000 Zuschauer einlädt, sollte ihnen wenigstens ein bisschen Spannung bieten - und nicht nur den Trost, dass das Flutlicht schön leuchtet.

16.11.643987 00:52
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Wer jetzt noch von der Meisterschaft spricht, der muß ein Diplom von der Tanzschule für Traumtänzer kriegen.
Rainer Calmund
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