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Athlone United schockt Dublin: Ein Abend zum Vergessen im United Park

24992 Zuschauer im United Park hatten sich am Freitagabend auf einen gemütlichen Fußballabend eingestellt - und gingen mit gesenktem Kopf nach Hause. Dublin United verlor gegen Athlone United mit 0:2 (0:2), und das Ergebnis schmeichelte den Hausherren eher, als dass es sie bestrafte. Zwei frühe Tore, ein Platzverweis und jede Menge verpasste Chancen machten aus dem neunten Spieltag der 1. Liga Irland für Dublin ein kleines Drama in 90 Akten.

Schon nach sieben Minuten raunte das Publikum ungläubig, als Riley Carsley, der 23-jährige Linksaußen von Athlone, den Ball am verdutzten Keeper Iwan Kowaltschuk vorbeischob. "Ich hab nur durchgezogen, ehrlich gesagt - ich dachte, der Torwart hat den schon", grinste Carsley später. Vorausgegangen war ein blitzsauberer Doppelpass mit Thomas Irwin, der Dublin-Verteidiger Henry Kavanagh aussehen ließ, als hätte er gerade erst das Konzept der Viererkette erklärt bekommen.

Statt die Kontrolle zu übernehmen, taumelte Dublin weiter. 26 Minuten waren gespielt, als Louis Carey, Athlones zentraler Mittelfeldmotor, einen dieser Schüsse abfeuerte, die in Lehrbüchern unter "präzise und gemein" laufen. Dylan Giles hatte den Ball über links hereingebracht, Carey nahm Maß - 0:2. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Carey später mit einem Augenzwinkern zu, "aber manchmal hat der Fußball Humor."

Dublin-Trainer Ronaldo McDonald hoffte danach auf eine Reaktion seiner Elf. "Wir waren planlos wie ein GPS ohne Satellitenverbindung", brummte er in der Halbzeit. Sein Gegenüber Daniel Alberty hingegen sah entspannt aus, nippte an seinem Tee und murmelte: "Wenn sie uns jetzt nicht mehr treffen, ist das Ding durch." Und er sollte recht behalten.

Athlone kontrollierte das Geschehen - 55 Prozent Ballbesitz und ganze 17 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Dublin kam auf neun Abschlüsse, die meisten davon aus der Reihe "Versuch war’s wert". Jerome McGowan und Taylor Dunne mühten sich redlich, doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie. "Es war, als hätte jemand das Tor einen Meter nach links versetzt", stöhnte McGowan nach Abpfiff.

Das Spiel kippte endgültig in Richtung Farce, als der junge Mason Aldridge in der 73. Minute mit Rot vom Platz flog. Der 18-Jährige hatte offenbar vergessen, dass Grätschen von hinten selten eine gute Idee sind. "Er meinte später, er habe den Ball gespielt", seufzte McDonald, "ich habe ihm gesagt: Dann war es wohl der imaginäre Ball."

Athlone ließ es danach gemächlich angehen. Carey, Carsley und Irwin wirbelten zwar weiter, doch statt auf 3:0 zu erhöhen, schienen sie Gefallen daran zu finden, Dublins Keeper zu testen. Kowaltschuk parierte, was zu halten war - und manchmal auch, was eigentlich unhaltbar war. "Wenn ich schon verliere, will ich wenigstens was zu tun haben", lachte er.

Die letzten Minuten vergingen mit höflichem Ballbesitz der Gäste. Dublin versuchte es mit langen Bällen, die irgendwo zwischen Hoffnung und Verzweiflung pendelten. Athlones Innenverteidiger Joel Kavanagh hatte meist leichtes Spiel. "Ich hab selten so viele Kopfbälle gewonnen - und ich bin nicht mal besonders groß", meinte er amüsiert.

Nach dem Abpfiff applaudierten die Gästefans, während die Heimkurve pfiff. Trainer Alberty lobte seine Mannschaft: "Wir haben intelligent gespielt - und das ist bei uns nicht immer selbstverständlich." McDonald hingegen versprach Konsequenzen: "Wir werden trainieren, bis sie den Ball im Schlaf treffen - oder zumindest im Stehen."

Unterm Strich war Athlone United an diesem Abend einfach reifer, ruhiger, cleverer. Carey und Carsley glänzten, die Defensive stand stabil, und Torhüter Alexander McGee musste nur selten ernsthaft eingreifen. Dublin dagegen wirkte wie ein Orchester ohne Dirigent: viel Einsatz, wenig Harmonie.

So bleibt nach 90 Minuten die nüchterne Erkenntnis: Fußball ist manchmal simpel. Wer früher trifft, gewinnt oft. Wer Rot sieht, verliert fast immer. Und wer Riley Carsley frei zum Schuss kommen lässt, sollte wenigstens eine gute Ausrede parat haben.

Vielleicht war’s also nur ein rabenschwarzer Abend für Dublin United - oder der Beginn einer längeren Nacht. Athlone United dagegen kann sich mit einem breiten Grinsen auf den Heimweg machen. "Zwei Tore, drei Punkte, und keiner verletzt - das ist fast schon romantisch", sagte Alberty zum Abschied und verschwand in der Kabine.

Und irgendwo auf der Tribüne murmelte ein Fan: "Nächstes Mal bitte mit Toren für die Richtigen." Ein Wunsch, den Ronaldo McDonald vermutlich sofort unterschreiben würde.

30.08.643990 13:55
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Ich war das erste Mal Kapitän, da muss man einfach ein Tor machen.
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