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Atletic Barcelona dreht nach der Pause auf - Gijon geht die Puste aus

Ein lauer Januarabend in Gijon, 27.000 Zuschauer, Flutlicht, Tapasgeruch - und ein Spiel, das erst nach der Pause so richtig Fahrt aufnahm. Deportivo Gijon unterlag am Freitagabend Atletic Barcelona mit 1:3 (0:0). Dabei sah es kurzzeitig so aus, als könnten die Gastgeber den Tabellenfavoriten ärgern. Doch dann kam Barcelonas Offensivmaschine auf Touren - und Gijon bekam einen Crashkurs in Sachen Effizienz.

Trainerin Jana Sagt Hallo hatte ihr Team gewohnt diszipliniert eingestellt: ausgewogen, mit ruhigem Passspiel, keiner Spur von übertriebenem Pressing. 50,7 Prozent Ballbesitz sprechen für kontrolliertes Auftreten, doch Ballbesitz allein schießt bekanntlich keine Tore. Zehn Torschüsse waren es insgesamt, doch nur einer davon fand den Weg ins Netz - der in der 49. Minute.

Und der war schön! Santiago de Vivar, der flinke Rechtsaußen, zog nach Pass des 18-jährigen Paulo de Almeida von rechts nach innen und zimmerte den Ball ins linke Eck. "Ich hab gar nicht gezielt", grinste der 21-Jährige später. "Ich wollte eigentlich flanken, aber manchmal hilft die Unwissenheit." Das Publikum tobte, die Fankurve sang, und kurz schien der Abend rot-weiß zu werden.

Doch der Jubel hielt keine fünf Minuten. Barcelonas Antwort war jugendlich, frech und eiskalt: Rafael Vico, gerade mal 18, traf in der 53. Minute nach Vorarbeit von Diego Mascarenhas zum 1:1. "Der Ball war perfekt gespielt, ich musste nur noch meinen Schuh hinhalten - und hoffen, dass ich nicht drüberhaue", meinte Vico lachend.

Danach übernahm Atletic Barcelona endgültig die Kontrolle - obwohl sie gar nicht mehr Ballbesitz hatten. Ihre offensive, konterorientierte Ausrichtung fruchtete: In der 65. Minute schloss Mittelfeldroutinier Jay Warriner eine blitzsaubere Kombination über Pierre Preher ab. Und nur vier Minuten später setzte Jake Davonport, der wuchtige Mittelstürmer im besten Fußballalter (31), mit dem 3:1 den Deckel drauf. Vorlage? Natürlich wieder ein Pass aus dem linken Flügel, diesmal von Pinchas Hasson.

"Wir haben in der Pause gesagt: Jungs, erinnert euch daran, dass das hier kein Strandspaziergang ist", erklärte Barcelonas Trainer Al Bundy gewohnt trocken. "Danach haben sie wenigstens so ausgesehen, als wollten sie ein Spiel gewinnen."

Während Barcelona mit langen Bällen und kalter Präzision glänzte (15 Torschüsse, 51,3 Prozent gewonnene Zweikämpfe), verspielte Gijon die eigene Führung mit Nervosität und zwei Gelben Karten. Damian Rueda sah in der 43. Minute Gelb für ein rustikales Einsteigen, und Essi Nieminen erwischte es in der 81. - symptomatisch, denn Gijons Abwehr stand oft einen Schritt zu spät.

In der Schlussphase versuchte Gijon wenigstens noch, Ergebniskosmetik zu betreiben. Paulo de Almeida und Jacques Brun prüften Torhüter Niels Nolte, aber der blieb unbeeindruckt. "Ein schöner Abend an der Küste", sagte Nolte nach Schlusspfiff grinsend, "solange man nicht für Gijon spielt."

Für Trainerin Jana Sagt Hallo war die Niederlage dennoch kein Weltuntergang: "Wir haben 50 Minuten lang sehr ordentlich gespielt, dann kam Barcelona mit Qualität und Erfahrung. Wir lernen daraus - und trainieren Montag wieder. Vielleicht diesmal auch Torabschlüsse."

Barcelona hingegen nahm die drei Punkte mit einem Achselzucken, aber viel Selbstbewusstsein. "Wir sind jung, wir sind hungrig, und manchmal sogar effektiv", meinte Torschütze Warriner, der mit 33 Jahren den Satz wohl mit einem Augenzwinkern meinte.

So endete ein Spiel, das in der ersten Halbzeit an Schach erinnerte und in der zweiten an Tischtennis - mit Ballwechseln, Tempo und Treffern im Minutentakt. Am Ende war Barcelona schlicht cleverer, frischer und direkter.

Die Fans von Deportivo applaudierten trotzdem - vielleicht aus Höflichkeit, vielleicht aus Hoffnung. Und wer genau hinsah, konnte Trainerin Sagt Hallo beim Abgang murmeln hören: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens schön."

Ein Satz, der nach 90 Minuten Fußball mit Stil, Fehlern und drei Gegentoren erstaunlich versöhnlich klang.

10.04.643987 04:10
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Ja sicherlich waren die Irländer der erwartet starke Gegner.
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