Noticias de Guatemala
+++ Sportzeitung für Guatemala +++

Atletico Jalapa dreht auf - und die Diablos tanzen im eigenen Feuer

Wenn man in Jalapa an einem warmen Juniabend ins Stadion geht, erwartet man Leidenschaft, Tempo und ein kleines bisschen Chaos. Am 7. Spieltag der 1. Liga Guatemala bekam man all das - und noch ein paar Extras. Atletico Jalapa gewann vor 27.000 lautstarken Fans mit 3:2 gegen die Diablos Coatepeque, in einem Spiel, das wie ein schlecht gelauntes Feuerwerk begann und wie ein müde lächelnder Vulkan endete.

Schon nach sechs Minuten brannte die Luft. Diablos’ Jungstar Julio de los Reyes, gerade einmal 17 und offenbar ohne jeden Respekt vor dem Alter, nutzte die erste Unaufmerksamkeit der Jalapa-Abwehr. Nach Vorarbeit von Emil Musiala schob er eiskalt ein - 0:1, und die Heimkurve verstummte für exakt drei Sekunden. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Jalapa-Trainerin Pia Castell später mit einem Seufzen, das halb Ironie, halb Verzweiflung war.

Doch Atletico wäre nicht Atletico, wenn sie sich davon einschüchtern ließen. Mit 18 Torschüssen über das ganze Spiel hinweg zeigte das Team, dass Offensive in Jalapa keine Option, sondern Religion ist. Besonders Caio Doreste, der 33-jährige Linksaußen mit der Eleganz eines Tänzers und dem Ego eines Rockstars, wurde zum Albtraum der Diablos-Abwehr. In der 44. Minute, direkt vor der Pause, nahm er eine Flanke von Diego Pinto volley - 1:1. Ein Tor aus dem Lehrbuch, jedenfalls aus dem Lehrbuch "Wie man ein Stadion wiederbelebt".

"Caio sagte mir vorher, heute schieße ich zwei - ich hab’ gelacht. Jetzt lache ich nicht mehr", grinste Castell nach dem Spiel.

Nach der Pause ging es weiter im Takt: Jalapa blieb offensiv, blieb wild, blieb gefährlich. In der 55. Minute war es wieder Doreste, diesmal nach einem Pass von Goran Sarac, der den Ball trocken unter die Latte nagelte. 2:1 - und der Jubel hallte durch die Nacht.

Doch die Diablos gaben sich nicht geschlagen. Fünf Minuten später drehte sich Diego Barreda, der bullige Linksaußen der Gäste, im Strafraum einmal um die eigene Achse und traf aus spitzem Winkel zum 2:2. "Wir sind die Diablos, wir haben immer ein bisschen Schwefel in den Schuhen", scherzte Trainer Raimon Harwardt in der Pressekonferenz, und tatsächlich - kurz wirkte es, als könnten seine Männer das Spiel noch einmal an sich reißen.

Die Statistik sprach da allerdings eine andere Sprache: 52 Prozent Ballbesitz für Coatepeque, ja, aber nur acht Torschüsse - und viele davon eher höfliche Anfragen an Jalapas Torhüter Julian Salinas. Atletico dagegen spielte weiter mit offenem Visier, über die Flügel, direkt, kompromisslos. In der 75. Minute dann die Entscheidung: Lukas Penicka, 34 Jahre, rechte Seite, drei vergebene Chancen zuvor - und dann dieser Moment der Erlösung. Der Ball zappelte im Netz, 3:2. Penicka rannte jubelnd zur Bank, Castell hob nur eine Augenbraue. "Endlich", soll sie gesagt haben.

Ab da war es ein offener Schlagabtausch, aber ohne Wirkung. Die Diablos versuchten es mit langen Bällen, Jalapa konterte über Pinto und Doreste, und die Fans sangen, als gäbe es kein Morgen. In der 89. Minute brachte Castell den 17-jährigen Innenverteidiger Javi Varela - wahrscheinlich nur, damit die Statistikabteilung nicht glaubt, sie hätte den Spielbogen verloren.

"Ich wollte einfach mal frische Beine - und vielleicht jugendliche Nerven", meinte sie später trocken. Harwardt konterte: "Wir hatten genug Nerven, nur zu wenig Tore."

Am Ende blieb es beim 3:2. Atletico Jalapa klettert damit weiter nach oben, während die Diablos mit hängenden Köpfen, aber erhobenen Hörnern abreisten.

Was bleibt? Ein Spiel voller Energie, Emotion und kleiner Dramen. Doreste als Held, Penicka als Erlöser, de los Reyes als Symbol der Zukunft. Und ein Publikum, das am liebsten gleich wieder angepfiffen hätte.

Oder wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald Herzschrittmacher im Fanshop."

Vielleicht gar keine schlechte Idee. In Jalapa wird Fußball schließlich nicht gespielt - sondern überlebt.

27.12.644002 18:30
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wenn wir am Samstag, sagen wir mal 17:20 Uhr, Deutscher Meister sind, dann können wir feiern bis zur Kreislaufstörung.
Rainer Calmund
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager