Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

Atletico Tacuarembo zittert sich zum 3:2 gegen Maldonado - und lacht zuletzt

Ein lauer Sommerabend in Tacuarembó, 41.280 Zuschauer im Estadio Municipal, und doch lag von Beginn an Spannung in der Luft. "Heute geht’s ums Herz, nicht ums Haar", hatte Heimtrainer Matheo Ronaldo vor dem Anpfiff gewitzelt - wohl wissend, dass sein Team in dieser Saison bislang eher durch Frisuren als durch Formationen aufgefallen war. Doch gegen Athletic Maldonado sollte endlich wieder Fußball gespielt werden. Und das wurde er.

Von der ersten Minute an rannte Atletico Tacuarembo wie entfesselt an, 17 Torschüsse sollten es am Ende werden. Schon nach einer Viertelstunde brandete Jubel auf - Caio Niguez, der flinke Rechtsaußen, traf nach feiner Vorarbeit von Antonio Espriu zur Führung (14.). Ein Abschluss mit der Präzision eines Uhrwerks, nur dass Maldonados Keeper Aitor Mocana wohl lieber eine Sanduhr benutzt hätte. "Ich hab den Ball einfach perfekt getroffen, und dann war er halt drin", grinste Niguez später, als wäre das im Profifußball die normalste Sache der Welt.

Athletic Maldonado, trainiert vom alten Fuchs Huub Stevens, versuchte es derweil mit kontrolliertem Aufbau - doch der Ballbesitz (46,3 Prozent) blieb reine Statistik. Atletico presste, biss, kämpfte - und belohnte sich: In der 32. Minute traf der Schotte Callum Sutherland nach einer butterweichen Flanke von Per Johnsen zum 2:0. Ein Tor, wie man es sonst nur auf Trainingsvideos sieht, wenn niemand verteidigt.

Die Halbzeit kam für Maldonado einer Erlösung gleich. In der Kabine, so erzählte später Verteidiger Carlos Tarrega, habe Stevens nur leise gesagt: "Wenn ihr schon untergeht, dann wenigstens mit Stil." Offenbar wirkte das. Denn kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, schien Maldonado tatsächlich mutiger - allerdings nur kurz. Statt Anschlusstreffer folgte der nächste Schlag: Alexander Malfoy, der rechte Verteidiger mit dem Namen eines Film-Schurken, jagte in der 46. Minute den Ball nach Vorarbeit von Niguez zum 3:0 ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Malfoy mit einem schelmischen Grinsen zu, "aber wenn’s gut aussieht, sag ich das lieber nicht laut."

Das Spiel schien entschieden, doch Maldonado hatte noch nicht genug. Julian Deco - der Name allein klingt nach Fußballpoesie - brachte sein Team mit zwei Treffern (73., 80.) zurück ins Spiel, beide Male nach Zuspiel des quirligen Rafael Varela. Plötzlich stand es nur noch 3:2, und die 41.280 Fans hielten kollektiv den Atem an. "Da dachte ich kurz, wir machen uns heute selbst zum Clown", sagte Trainer Ronaldo später mit galgenhumorigem Lächeln.

Die Schlussphase war dann ein wilder Tanz aus Fouls, Gelben Karten und Verzweiflungsschüssen. Gabriele Mandatoriccio sah Gelb (69.), Caio Niguez ebenfalls (79.), während Maldonados Carl Deco schon zuvor verwarnt worden war. Der Schiedsrichter hatte offenbar beschlossen, das Gelb als Modefarbe des Abends einzuführen.

In der 90. Minute hätte Joseph Fraser beinahe alles klar gemacht - sein Schuss zischte jedoch knapp über die Latte. Trainer Ronaldo sprang an der Seitenlinie auf, schrie etwas, das man in keiner Zeitung drucken sollte, und vergrub dann das Gesicht in den Händen. Sekunden später pfiff der Schiedsrichter ab - 3:2, das war’s. Ein Sieg, der mehr Nerven als Punkte kostete.

Statistisch gesehen war Atletico leicht überlegen: 53,6 Prozent Ballbesitz, eine Tacklingquote von 52 Prozent, und vor allem mehr Mut in den entscheidenden Momenten. Maldonado dagegen spielte gepflegten Offensivfußball ohne Pressing - ein bisschen wie jemand, der tanzt, aber nie das Tempo findet.

"Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht", seufzte Niguez nach dem Spiel, "aber immerhin gewonnen." Trainer Stevens hingegen blieb gewohnt trocken: "Wir haben zwei Tore geschossen. Wenn wir drei gemacht hätten, wäre es noch besser gewesen."

Am Ende bleibt ein Abend, der alles bot: Tempo, Tore, Drama - und ein bisschen Chaos. Atletico Tacuarembo darf feiern, auch wenn die Party wohl eher nach Erleichterung als nach Euphorie schmeckte. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr so weitermacht, krieg ich graue Haare", sagte Matheo Ronaldo mit einem Lächeln. "Dann haben sie gelacht. Und das war das Beste an diesem Spiel."

Ein Sieg also, der nicht nur drei Punkte bringt, sondern auch eine Geschichte zum Erzählen - und das ist bekanntlich der wahre Lohn im Fußball.

03.07.643990 17:43
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Andere erziehen ihre Kinder zweisprachig, ich beidfüßig.
Christoph Daum
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager