Tuttosport
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Avellinese kämpft tapfer - Cavese siegt eiskalt mit 4:2

Ein kalter Januarsamstag in Avellino, Flutlicht, 3046 Zuschauer, und das Gefühl, dass hier David gegen Goliath antritt - nur dass Goliath diesmal aus Cava de’ Tirreni kam und in marineblau spielte. AC Avellinese, jung, wild und manchmal etwas naiv, empfing US Cavese, routiniert, ballsicher und mit einem Offensivdrang, der an alte Serie-B-Zeiten erinnerte. Am Ende stand ein 2:4 (1:2), das so klar war, wie es die Statistik versprach - 18 Torschüsse zu 5, 58 Prozent Ballbesitz für die Gäste.

Und doch begann der Abend wie aus einem Fußballmärchen. In der 10. Minute, kaum hatte man sich den ersten Tee eingeschenkt, donnerte der 17-jährige Innenverteidiger Alessio Furlan den Ball aus dem Getümmel heraus ins Netz. 1:0! Die Tribüne bebte, Trainer Antonio Conte - ja, der Antonio Conte, der nach einer turbulenten Karriere offenbar Freude an der 4. italienischen Liga gefunden hat - sprang an der Seitenlinie auf wie ein Teenager bei seinem ersten Konzert. "Ich liebe solche Spiele!", schrie er seinem Co-Trainer zu, bevor er sich wieder in seinen Mantel einwickelte.

Aber Cavese ließ sich nicht lange bitten. In der 21. Minute kombinierten sich Danilo Ferrario und Marco Marco - ja, er heißt wirklich so - durch die linke Seite. Marco vollendete elegant zum 1:1. "Wir wussten, dass Avellinese früh presst. Da reicht ein Doppelpass", grinste Marco nach dem Spiel.

Nur neun Minuten später zeigte dann Christian Bruni, 32 Jahre alt und mit der Erfahrung eines halben Lebens im italienischen Unterhaus, wie man einen Ball aus zwölf Metern ins Netz schlenzt. Luigi Calabro hatte mustergültig vorbereitet, und Bruni traf - 1:2. Kurz darauf humpelte er verletzt vom Platz, was Cavese aber kaum störte.

Avellinese mühte sich, bissig, laufstark, mit jugendlichem Übermut. Doch nach der Pause schlug Cavese wieder zu: Valentino Falerna, der rechte Flügelmann, nutzte in der 47. Minute die Unordnung in der Abwehr und traf zum 1:3. Von der Bank rief Conte: "Pressen, Jungs, pressen!", aber Cavese spielte weiter ruhig, fast aristokratisch, Ballbesitzfußball mit italienischem Understatement. "Wir wollten nicht mehr rennen als nötig", sagte Caveses Mittelfeldmotor Antonio Esposito später mit einem Lächeln.

Avellinese wechselte jung für jünger - in der 70. Minute kam der 17-jährige Evan Whitman, eine Minute später der 17-jährige Ioan Filipescu, und auch Torwart Christian Onnington durfte raus, um seinem gleichaltrigen Kollegen Vincent Karlsson Platz zu machen. Das Publikum applaudierte - man liebt hier den Mut, auch wenn er schmerzt.

Dann wurde es kurz wild: Alessio Furlan, der frühe Torschütze, sah in der 73. Minute Gelb nach einem rustikalen Einsteigen - ein Zeichen, dass er sich nicht verstecken wollte. Doch Cavese blieb eiskalt. In der 77. Minute vollendete Mirko Pietro nach feinem Zuspiel von Esposito zum 1:4. Die Defensive Avellineses wirkte da schon mehr wie eine Jugendmannschaft beim Abschlusstraining.

Aber wer glaubte, die Gastgeber würden sich ergeben, kannte ihren Stolz nicht. In der 88. Minute setzte sich der 17-jährige Aitor Varela im Strafraum durch - nach Vorlage des unermüdlichen Andrea Malito - und traf zum 2:4. Das Stadion jubelte, als wäre es der Siegtreffer. "Das war für unsere Fans", sagte Varela danach schüchtern. "Ich wollte zeigen, dass wir lernen."

Die letzten Minuten gehörten wieder dem Kampfgeist. Malito prüfte Caveses Keeper Eugenio Tiriolo noch einmal in der 90. Minute, aber es blieb beim 2:4. Cavese nahm die drei Punkte mit, Avellinese immerhin die Gewissheit, dass Leidenschaft manchmal mehr Applaus bringt als Punkte.

"Wir haben heute gegen Männer gespielt", meinte Conte nach dem Abpfiff und strich sich über den Mantelkragen. "Aber eines Tages werden meine Jungs genau solche Männer sein." Sein Gegenüber nickte nur und meinte trocken: "Dann hoffe ich, ich bin da schon in Rente."

Ein Spiel, das in keine Statistik passt: 18 Torschüsse für Cavese, ja - aber auch 17 Jahre Durchschnittsalter auf Avellineses Bank. Der Abend erzählte weniger von Tabellenplätzen als von Mut und Reife. Und vielleicht, ganz vielleicht, wird man in ein paar Jahren sagen: Damals, an jenem kalten Januartag, hat diese junge Truppe gelernt, was Fußball wirklich bedeutet.

Und falls man Antonio Conte in der 4. Liga für verrückt hält - nun, vielleicht muss man das sein, um an solche Jungs zu glauben.

13.05.643987 11:57
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Giovanni Trappatoni
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