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Ayax Amsterdam tanzt Rotterdam schwindlig - 3:1 beim Heimauftakt

Ayax Amsterdam meldet sich zurück im Kampf um die Tabellenspitze: Mit einem 3:1-Sieg gegen SBV Rotterdam zeigten die Amsterdamer am 3. Spieltag der 1. Liga Niederlande nicht nur, dass sie Fußball spielen können, sondern auch, dass sie es mit einer gewissen Lust an der Theatralik tun. 34.133 Zuschauer im Johan-Cruyff-Stadion sahen ein Spiel, das alles bot - Tore, Karten, Emotionen und einen Innenverteidiger mit einem Hang zur Selbstzerstörung.

Schon in der 15. Minute begann der Abend so, wie ihn sich Trainer Jochen Eichhorst erträumt haben dürfte. Oskar Ottosen, der Dirigent im Mittelfeld, schickte Daniel Willoughby mit einem perfekten Pass in die Tiefe. Der Engländer blieb eiskalt und schob zum 1:0 ein. "Ich hatte kurz Angst, der Platz sei zu gut für mich", witzelte Willoughby später. "Aber dann dachte ich, ach komm, der Ball will auch mal ins Netz."

Rotterdam wirkte in der Anfangsphase wie ein Tourist, der versehentlich auf dem falschen Bahnsteig steht. Emil Petersen und Yannik Herzog versuchten zwar mit vereinzelten Distanzschüssen (2. und 16. Minute) für Gefahr zu sorgen, doch Ayax-Torwart Adriano Quaresma war eher Zuschauer als Akteur. "Ich hätte fast meine Handschuhe ausgezogen, so wenig war los", grinste der Portugiese nach dem Spiel.

Dann kam die 17. Minute, und George MacRae von SBV Rotterdam holte sich seine erste Gelbe Karte ab - für ein Einsteigen, das man höflich als ambitioniert bezeichnen könnte. Später, in der 58. Minute, folgte die logische Fortsetzung: Gelb-Rot. "Ich wollte einfach ein Zeichen setzen", murmelte MacRae nach dem Spiel, "aber offenbar war das falsche Zeichen." Seine Trainer Kersten Rittner sah es nüchterner: "George hat heute mehr Leidenschaft gezeigt als Ballkontrolle. Leider in dieser Reihenfolge."

Nach der Pause brachte Eichhorst den jungen Vaclav Simak für den Torschützen Willoughby - und was für ein Einstand! Kaum zwei Minuten auf dem Platz, traf der 20-Jährige in der 47. Minute nach Vorarbeit von Linksverteidiger Rodion Breschnew zum 2:0. Der Jubel war fast lauter als der Wind im Januar. Simak selbst konnte es kaum fassen: "Ich dachte, ich soll mich erst warmmachen. Dann war plötzlich der Ball da."

SBV Rotterdam wehrte sich, so gut es mit zehn Mann eben geht. Doch Ayax spielte weiter auf Angriff, dominierte mit 59,5 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüssen klar das Geschehen. In der 61. Minute war es dann Noach Hacker, der nach erneutem Zuspiel von Ottosen das 3:0 erzielte - ein Treffer, der an Präzision und Wucht kaum zu überbieten war. Ottosen, mit zwei Assists der Mann des Spiels, kommentierte trocken: "Ich wollte eigentlich flanken."

Immerhin, ein kleines Trostpflaster gab es für die Rotterdamer. In der 65. Minute durfte Ansgar Eriksen nach Vorarbeit von Sebastian Kruse den Ehrentreffer erzielen. Ausgerechnet Eriksen, der später verletzt ausgewechselt wurde, zeigte, dass Kampfgeist sich manchmal doch auszahlt. "Ich hätte lieber das 3:2 gemacht", meinte er mit schmerzverzerrtem Gesicht, "aber das Bein hatte da andere Pläne."

Ayax ließ es danach ruhiger angehen, auch wenn Espen Coeyman sich in der 74. Minute noch eine Gelbe Karte abholte - offenbar wollte er sich nicht ganz aus der Statistik heraushalten. Der Rest war Schaulaufen: Pässe wie aus dem Lehrbuch, ein paar Kunststückchen am Flügel und ein Publikum, das zufrieden nickte, als die Nachspielzeit verstrich.

Trainer Eichhorst zeigte sich nach dem Spiel gelassen: "Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten - offensiv bleiben, auch wenn’s weh tut. Und ehrlich gesagt: es hat heute nur Rotterdam wehgetan." Gästecoach Rittner hingegen fasste die Niederlage mit feinem Galgenhumor zusammen: "Wir hatten unsere Chancen - leider nur in Gedanken."

Fazit: Ayax Amsterdam war in jeder Hinsicht die reifere Mannschaft - spielerisch, taktisch und vielleicht auch in Sachen Unterhaltung. Rotterdam dagegen wird sich an diesem Abend noch lange erinnern, vermutlich bei der nächsten Gelb-Roten Karte.

Und während die Flutlichter ausgingen, hörte man aus der Kabine der Gastgeber lachen. "Drei Tore, drei Punkte, drei Bier", rief jemand. Man kann nur hoffen, dass das letzte davon nicht in der Statistik auftaucht.

22.02.643987 08:25
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