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Ayax siegt knapp - Willoughby doppelt, Sittard zu spät wach

Ein kühler Märzabend, 37.015 Zuschauer in der Johan-Cruyff-Arena, Flutlicht, Frittenfettgeruch und die leise Hoffnung auf ein Torfestival - das waren die Zutaten zum 22. Spieltag der 1. Liga Niederlande zwischen Ayax Amsterdam und dem FC Sittard. Am Ende stand ein 2:1 auf der Anzeigetafel, ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet knapp klingt, aber im ersten Durchgang deutlich klarer aussah, als es die Statistik später vermuten ließ.

Ayax begann, als hätte man ihnen in der Kabine doppelte Espressi serviert. Schon nach acht Minuten prüfte Daniel Willoughby, der 31-jährige Sturmveteran mit der Ruhe eines Schachspielers, den Gästekeeper Karol Vencel - noch ohne Erfolg. Zwei Minuten später rauschte der nächste Angriff durchs Mittelfeld, orchestriert von Sascha Fuchs, der an diesem Abend so präzise passte, dass man ihm am liebsten ein Metronom in die Hand gedrückt hätte. In der 11. Minute dann das logische Resultat: Fuchs steckte durch, Willoughby nahm den Ball mit dem ersten Kontakt, ließ Vencel alt aussehen und schob trocken zum 1:0 ein.

"Ich hab einfach gespürt, dass der Ball kommen muss - Sascha hat so einen Blick, der sagt: Lauf!", grinste Willoughby nach dem Spiel. Trainer Jochen Eichhorst, sonst ein Mann der leisen Worte, nickte zufrieden: "So stell’ ich mir Effizienz vor. Ein Schuss, ein Treffer - kein Firlefanz."

Sittard hingegen begann fahrig. Zwar gehörte ihnen mit gut 52 Prozent der Ballbesitz, aber was nützt Statistik, wenn man vor dem Tor mehr überlegt als handelt? Godewyn Van Schoonhoven, 33 und noch immer flink, verzog in der 10. Minute knapp. Danach wirkte das Team von Trainer Patrick We wie auf der Suche nach der eigenen Idee.

Ayax dagegen blieb gefährlich. In der 26. Minute köpfte Innenverteidiger Rafael Solana nach einer Ecke knapp vorbei, ehe Willoughby kurz vor der Pause erneut zuschlug. Diesmal kam die Flanke von Rechtsverteidiger Eric Lindblom, Willoughby stieg hoch - und wuchtete das Leder per Kopf ins lange Eck. 2:0, die Arena bebte. Der Torschütze riss die Arme hoch, und man meinte, ein erleichtertes "Na endlich!" von den Rängen zu hören.

"Wir waren in der ersten Halbzeit zu passiv", gestand Sittards Trainer We später. "Vielleicht dachten einige, die Amsterdamer würden uns den Ball schenken, wenn wir nett fragen." Das tat Ayax aber nicht - stattdessen pressten sie klug, liefen aber nicht blind an. Mit 11 Torschüssen bis zur Pause schien das Spiel entschieden.

Doch Fußball wäre kein Theaterstück, wenn der zweite Akt nicht anders liefe als der erste. Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff meldete sich Sittard zurück. Zeeman Breed flankte scharf von rechts, Barend Wyman stieg zwischen zwei Verteidigern hoch und nickte zum 2:1 ein. Plötzlich war wieder Spannung im Spiel - und ein wenig Nervosität auf der Ayax-Bank.

"Da hab ich kurz gezuckt", gab Eichhorst zu. "Wir hatten das Spiel in der Tasche - und dann dieser Kopfball. Ich schwöre, Wyman hat da kurz die Schwerkraft ausgetrickst." Tatsächlich war Sittard nun besser im Spiel, hatte durch Breed und Albentosa weitere Möglichkeiten, aber Keeper Karel Van Duzen hielt, was zu halten war.

In der 60. Minute wechselte Ayax: Fuchs ging, der junge Leachman kam - und brachte frischen Wind ins Zentrum. Später durfte auch Willoughby unter Applaus vom Feld, ersetzt durch den 21-jährigen Vaclav Simak, der sich prompt eine Gelbe Karte abholte. "Er wollte zeigen, dass er da ist", sagte Eichhorst trocken. "Hat geklappt."

Sittard warf in der Schlussphase alles nach vorn, brachte mit Karel Sutphen und Noach Groesbeck zwei Teenager in der 90. Minute - aber der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. Van Schoonhoven verfehlte das Ziel, Barhydt schoss in der 85. Minute über das Netz, und so blieb es beim 2:1.

Statistisch wirkte das Ganze fast paradox: Sittard hatte mehr Ballbesitz, Ayax die besseren Chancen. 11:7 Torschüsse, 52,7 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Gastgeber - Zahlen, die bestätigen, was man sah: Ayax war einfach griffiger.

Nach dem Abpfiff stand Willoughby mit beiden Toren und einem breiten Grinsen vor der Kurve. "Ich werd’ alt, aber nicht langsam", rief er. Fuchs legte den Arm um ihn und ergänzte: "Er wird auch nicht bescheiden."

Ein verdienter Sieg, ein knappes Ergebnis - und ein Abend, an dem die Zuschauer wieder einmal sahen, warum Fußball mehr ist als Statistik: ein Spiel voller kleiner Geschichten, Stolperer, Glanzmomente und Zitate, die man sich am nächsten Morgen beim Kaffee wiederholt.

"Wir nehmen die drei Punkte und einen leichten Adrenalinschub mit nach Hause", sagte Eichhorst zum Schluss. "Und wenn wir das nächste Mal führen, machen wir’s halt 3:0. Nur zur Sicherheit."

21.05.643993 22:51
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