Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Banja Luka dreht spät auf - 2:1-Sieg gegen Pivara Celarevo nach roter Karte

Das Flutlicht im Stadion von Banja Luka glühte noch, als Domingo Granero in der 89. Minute den Ball über die Linie drückte - und 52.534 Zuschauer in einen Freudentaumel versetzte. 2:1 hieß es am Ende für die Hausherren gegen Pivara Celarevo, ein Ergebnis, das mehr nach dramatischem Pokalfight klang als nach einem gewöhnlichen Ligaspiel am 7. Spieltag der 1. Liga Serbien.

Dabei hatte es lange Zeit gar nicht danach ausgesehen, als würde hier überhaupt jemand treffen. Die erste Halbzeit war ein Geduldsspiel - oder, wie ein Fan hinter mir trocken meinte: "Wenn Langeweile Tore schießen könnte, stünde es schon 3:3." Beide Teams kombinierten gefällig, doch im letzten Drittel fehlte der Mut, vielleicht auch der Glaube. Pivara hatte mehr Ballbesitz (54 Prozent), Banja Luka dafür die robusteren Zweikämpfe (53 Prozent gewonnen).

Nach der Pause kam Bewegung in die Sache. In der 51. Minute setzte sich Rechtsverteidiger Daniel Lorenz auf der Außenbahn durch, flankte punktgenau, und Marko Tosic drosch den Ball aus zehn Metern in die Maschen. 1:0 - und das Stadion erwachte. Tosic grinste später: "Daniel hat mir den Ball wie auf dem Silbertablett serviert. Ich hätte ihn fast noch verfehlt - aber nur fast!" Trainer Stojko Blombovic klatschte an der Seitenlinie so heftig Beifall, dass man kurz Sorge um seine Handgelenke haben musste.

Doch die Freude währte kurz. Zehn Minuten später schlug Pivara zurück: Erland Thomassen mit einem butterweichen Pass auf den durchstartenden Marko Smiljanic - und der 24-Jährige blieb eiskalt, schob zum 1:1 ein. Es war der Moment, in dem Celarevos Offensive kurz so ausgesehen hatte, als könne sie das Spiel wirklich drehen. Smiljanic kommentierte später mit einem Schmunzeln: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber wenn der Ball reinfliegt, beschwert sich keiner."

Dann allerdings kippte die Stimmung. In der 69. Minute sah ausgerechnet Smiljanic Rot - eine übermotivierte Grätsche, die mehr nach Karate aussah als nach Fußball. Schiedsrichter Petrovic zückte sofort die Karte, und Pivara-Coach Andreas Go war außer sich: "Er hat den Ball klar getroffen! Also… zumindest fast", schnaufte er nach dem Spiel und schüttelte den Kopf über den Platzverweis.

Mit einem Mann mehr übernahm Banja Luka das Kommando. Granero, der zuvor mehrfach an Torhüter Dirk Benz gescheitert war, bekam in der 89. Minute seine Revanche. Nach einem cleveren Zuspiel von Adam Miller zog er aus spitzem Winkel ab - der Ball klatschte an den Innenpfosten und trudelte ins Netz. Ekstase pur. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Granero. "Wenn du in der 89. Minute noch überlegst, bist du schon zu spät dran."

Die letzten Minuten waren ein einziger Verteidigungskampf. Trainer Blombovic brüllte sich heiser, während seine Spieler mit vereinten Kräften klärten, was es zu klären gab. Marco Andrade, eigentlich Stürmer, grätschte in der 96. Minute im eigenen Strafraum und rettete den Sieg. "Ich wusste gar nicht, dass ich so verteidigen kann", sagte er lachend.

Statistisch gesehen war es kein klarer Sieg - 11:7 Torschüsse für Banja Luka, aber mehr Ballbesitz für Celarevo. Doch Fußball wird bekanntlich nicht nach Prozenten entschieden. "Wir wollten heute zeigen, dass Moral wichtiger ist als Statistik", meinte Blombovic bei der Pressekonferenz, bevor er mit einem vielsagenden Augenzwinkern hinzufügte: "Und dass wir auch mit 45 Prozent Ballbesitz gewinnen können."

Celarevo-Coach Go hingegen sah es nüchterner: "Wir haben das Spiel selbst verloren - erst durch die rote Karte, dann durch unsere Naivität. Und Benz hätte beim zweiten Tor vielleicht noch eine dritte Hand gebraucht." Seine Mannschaft wirkte nach dem Schlusspfiff geknickt, doch fair: Mehrere Spieler gratulierten den Gegnern, während die Fans von Banja Luka mit bengalischen Lichtern den Platz in rotes Licht tauchten.

Am Ende war es ein Spiel, das alles hatte: Spannung, Tore, Platzverweis - und ein wenig Chaos. Oder, wie ein alter Reporter neben mir murmelte: "Genau so, wie Fußball in Banja Luka eben sein muss: laut, wild und nie langweilig."

Und während die Fans noch sangen, sagte Granero mit einem breiten Grinsen: "Das war kein schöner Sieg - aber ein verdammt guter."

Vielleicht die ehrlichste Zusammenfassung eines Abends, der in Banja Luka noch lange nicht zu Ende war.

29.03.643987 15:10
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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