Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Banja Luka fegt Novi Pazar mit 6:0 vom Platz - Fußball als Lehrstunde

Es gibt Niederlagen, und es gibt Lektionen fürs Leben. Was FK Novi Pazar am 8. Spieltag der 1. Liga Serbien erlebte, war Letzteres. Vor 35.986 Zuschauern im ausverkauften Stadion verwandelte Banja Luka das Spielfeld in eine Bühne für Offensivkunst - und Novi Pazar in Statisten. Das Endergebnis: 0:6 (0:4). Man könnte sagen, es war deutlich. Man könnte aber auch sagen: Es war fast gnädig.

Schon nach 60 Sekunden war klar, dass der Abend für die Gastgeber lang werden würde. Der 18-jährige Zvonimir Trkulja, ein Stürmer mit dem Babyface eines Popstars und dem Killerinstinkt eines Raubtiers, traf nach Vorlage von Ognjen Ivic zum 0:1. "Ich dachte, das Spiel hätte noch gar nicht richtig angefangen", murmelte Novi Pazars Torwart Bo Pederson später. "Aber anscheinend war’s schon fast vorbei."

Trkulja hatte noch nicht genug: In der 13. Minute legte er nach, diesmal auf eigene Faust. Zwei Tore in einer Viertelstunde - der Junge war heißer als der Grillstand hinter der Haupttribüne. "Er erinnert mich an mich selbst mit 18", grinste Banja-Luka-Coach Stojko Blombovic nach der Partie, bevor er hinzufügte: "Nur war ich damals nicht halb so gut."

Und während Novi Pazar versuchte, irgendwie einen Fuß zwischen Ball und Gegner zu bekommen, spielte Banja Luka weiter wie im Training. Jorge Costa (20.) traf nach einer butterweichen Flanke von Daniel Lorenz zum 0:3, und kurz vor der Pause (40.) machte Miguel Deco den Deckel auf die erste Halbzeit - Vorlage Vicente Dominguez, der mit einem Trick über die rechte Seite selbst die Eckfahne erröten ließ. 0:4 zur Pause, und das Publikum reagierte mit einer Mischung aus Galgenhumor und höflichem Applaus.

"Ich hab meiner Mannschaft gesagt, sie sollen ruhig bleiben", erklärte Novi-Pazar-Trainer Doro Ponder später. "Das haben sie dann auch. Vielleicht zu ruhig."

Zahlen lügen nicht, aber sie können weh tun: 33 Torschüsse für Banja Luka, zwei für Novi Pazar. 52 Prozent Ballbesitz für die Gäste, die aber gefühlt 90 Prozent der Zeit in der gegnerischen Hälfte verbrachten. Die Hausherren wirkten, als hätten sie sich in einer Yoga-Stunde verirrt - viel Balance, wenig Bewegung.

Nach der Pause änderte sich wenig. Banja Luka spielte weiter kontrolliert, fast schon gnädig, als wollten sie Novi Pazar nicht völlig zerstören. Doch Zvonimir Trkulja hatte offenbar andere Pläne. In der 69. Minute schnappte er sich nach Vorarbeit von Deco den Ball und vollendete zum 0:5 - sein drittes Tor des Abends. Die mitgereisten Fans feierten ihn mit Sprechchören, während der junge Serbe verlegen grinste. "Ich wollte eigentlich nur ein Tor machen", sagte er später. "Dann sind die anderen einfach passiert."

Den Schlusspunkt setzte Jorge Costa in der 85. Minute - wieder nach Vorarbeit von Dominguez. 0:6. Ein Ergebnis, das selbst in den Statistiken klang wie ein schlechter Scherz.

Zwischendurch holte sich der 17-jährige Damir Mladenovic von Novi Pazar noch eine gelbe Karte ab - vielleicht, um wenigstens einmal auf dem Spielberichtsbogen aufzufallen. Kurz vor Schluss verletzte sich Banja-Lukas Alfie Brady leicht, wurde sogleich ausgewechselt. Trainer Blombovic brachte Adam Miller, und sogar Ersatzkeeper Danko Sulejmani durfte in der 90. Minute noch debütieren - vermutlich, weil einfach alle mal ran sollten.

Nach dem Abpfiff wirkte Pederson wie ein Mann, der das Wetter verantwortlich machen wollte. "Vielleicht war der Ball zu rund", murmelte er. Und Trainer Ponder? Der blieb pragmatisch: "Wir haben immerhin fast 48 Prozent Ballbesitz gehabt - das ist ja fast Gleichstand."

Banja-Luka-Coach Blombovic dagegen durfte sich über ein Spiel freuen, das in seiner Klarheit selten war. "Das war kein Zufall", sagte er. "Das war ein Statement." Und tatsächlich: Seine Mannschaft spielte mit einer Souveränität, die in dieser Liga nicht alltäglich ist - aggressiv, pressingfrei, aber mit chirurgischer Präzision.

Als die Flutlichter verlöschten, blieb Novi Pazar ratlos zurück - und Banja Luka mit einem Sieg, der mehr nach Kunstwerk als nach Arbeit aussah.

Vielleicht wird Doro Ponder seinen Spielern beim nächsten Training sagen: "Jungs, das war lehrreich." Und vielleicht antwortet einer leise: "Ja, aber wer war der Lehrer?"

Schlusswort: Wenn Fußball eine Sprache ist, sprach Banja Luka fließend - und Novi Pazar verstand nur Bahnhof.

10.04.643987 13:08
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich kann nicht mehr als schießen. Außerdem standen da 40 Leute auf der Linie.
Toni Polster über eine vergebene Torchance
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager