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Eliteserien | 11. Spieltag | 15.07.26 | Roa IL - Bärum FB 0:5 Schon nach acht Minuten klingelte es das erste Mal: Carl Djalo, 21 Jahre jung, rechts flink wie ein Kolibri, schob den Ball nach feiner Vorlage von Duarte Godino ins Netz. "Ich dachte, der Torwart kommt raus - tat er aber nicht. Danke dafür!", grinste Djalo nach dem Spiel, während er sich mit Eisbeuteln die Waden kühlte. Zwei Minuten später war’s wieder soweit. Diesmal stand Pedro Sa Pint, der 20-jährige Mittelstürmer mit der Unschuldsmiene eines Messdieners, goldrichtig. Djalo revanchierte sich mit der Vorlage - und Roas Keeper Tommy Frigard konnte nur hilflos hinterherschauen. 0:2 nach zehn Minuten, und Trainer Savo Partizan von Bärum grinste an der Seitenlinie so breit, dass man fast Angst hatte, er würde sich die Mundwinkel verrenken. Roa IL, selbst offensiv aufgestellt, fand in der ersten Halbzeit kaum statt. Ein einziger ernstzunehmender Schuss auf das Tor der Gäste - durch Arnfinn Hareide in der 11. Minute - verpuffte wirkungslos. Stattdessen spielte Bärum mit 56,7 Prozent Ballbesitz und insgesamt 21 Torschüssen ein munteres Angriffsspiel, während Roa mit vier zaghaften Versuchen eher den Eindruck machte, sie hätten sich für ein Schussverbot ausgesprochen. Kurz vor der Pause erhöhte Sa Pint noch auf 3:0 - wieder nach Vorlage Godino. "Wir wollten eigentlich nach der Pause nochmal druckvoll starten", erklärte Roas Kapitän Jan Nevland hinterher, "aber da war ja schon alles durch. Wir haben dann versucht, wenigstens nicht zweistellig zu verlieren." Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: Bärum drückte, Roa wankte. In der 72. Minute durfte sich sogar Rechtsverteidiger Antonio Zorrilla in die Torschützenliste eintragen. Ein trockener Schuss aus 18 Metern - und der Ball zappelte im Netz. "Ich dachte, warum nicht? Wenn vorne keiner mehr will, mach ich halt selbst", lachte Zorrilla später. Acht Minuten vor Schluss durfte sich auch der linke Verteidiger Luke Bostwick feiern lassen - Vorlage von Thierry Lockhart, der im Mittelfeld ohnehin die Fäden zog, als hätte er sie selbst geknüpft. 5:0, das Stadion verstummt, nur die mitgereisten Bärum-Fans sangen sich die Kehle wund. Roa reagierte auf dem Platz eher mit Frust als mit Gegenwehr: Gelbe Karten für Nevland (64.) und Martin Hareide (82.) zeugten von wachsender Verzweiflung. "Wenn du immer hinterherläufst, werden die Beine schwer und der Kopf heiß", murmelte Trainer - nennen wir ihn vorsichtig - "Coach Unbekannt" von Roa nach dem Spiel. Bärum hingegen leistete sich nur zwei Verwarnungen, darunter eine für Carl Djalo in der Nachspielzeit. "Ich hab nur laut gelacht, als der Schiri gepfiffen hat", verteidigte sich Djalo mit einem Grinsen. Einige kuriose Szenen gab es trotzdem: In der 27. Minute musste Bärums Lucas Cantwell verletzt vom Platz, kam erst rein und lag keine Minute später schon wieder am Boden. "Ich wollte eigentlich zeigen, dass ich fit bin", erklärte er lachend, "jetzt hab ich einen blauen Knöchel als Souvenir." Roa wechselte in der 34. Minute Knut Giske für den verletzten Tryggve Lydersen ein - und der durfte gleich einen Ballkontakt verbuchen: beim Anstoß nach dem 0:3. Danach sah man ihn nur noch beim Abklatschen nach dem Abpfiff. Trainer Savo Partizan zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben gut gespielt, aber ehrlich - Roa hat’s uns leicht gemacht. Wenn man 21-mal aufs Tor schießt, darf’s auch mal fünfmal reingehen." Für Roa bleibt die Erkenntnis: Offensivaufstellung schützt nicht vor Defensive. 43 Prozent Ballbesitz, kaum Zweikampfsiege, und ein Torwart, der trotz fünf Gegentoren Bester seines Teams war - das sagt viel über den Abend. Am Ende verabschiedeten sich die Fans höflich, aber wortlos. Nur ein älterer Herr auf der Haupttribüne brachte es auf den Punkt: "Das war kein Spiel, das war eine Lehrstunde." Und so ging ein Abend zu Ende, der für Bärum FB in die Kategorie "Pflichtsieg mit Spaßfaktor" fällt - und für Roa IL in die Rubrik "bitte schnell vergessen". Schlusswort: Wenn man 0:5 verliert, kann man wenigstens behaupten, man habe an einem historischen Ereignis teilgenommen. Für Bärum war’s ein Fußballfest - für Roa ein Lehrfilm in Echtzeit. 15.07.2026 21:58 |
Sprücheklopfer
Da haben Spieler auf dem Spielfeld gestanden, gestandene Spieler.
Günter Netzer