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Premier Division | 21. Spieltag | 26.07.26 | Dublin Rovers - Waterford Blues 0:1 Dabei begann Dublin, als wolle die Mannschaft den um 20.30 Uhr erfolgten Anpfiff nachträglich auf 20.31 Uhr vorverlegen. Schon in der dritten Minute prüfte Bailey Miller die gegnerische Defensive, drei Minuten später versuchte es der erst 18-jährige Morgan Whelan. Riley Long in der zehnten und Mateja Trkulja in der 18. Minute setzten die frühe Serie fort. Vier Abschlüsse in weniger als 20 Minuten - allein das Tor fehlte, jene lästige Kleinigkeit, die in der Ergebniszeile traditionell überbewertet wird. Beide Mannschaften waren von ihren taktischen Grundideen her bemerkenswert vernünftig eingestellt: ausgewogene Ausrichtung, ausgewogenes Angriffsspiel, kontrollierte Abschlüsse, kein Pressing. Fußball als ordentlich geführte Haushaltskasse. Dublin wirkte zunächst dennoch lebendiger, bis Samuel Kelly in der 27. Minute den entscheidenden Angriff einleitete. Seine Vorlage fand Friedrich Bayer, und der 32 Jahre alte Linksaußen erzielte das 0:1. "Samuel hat den Ball genau dorthin gespielt, wo ich ihn haben wollte", sagte Bayer später. "Danach musste ich nur noch ruhig bleiben. Das klingt leichter, als es vor so vielen Leuten ist." Kelly grinste daneben: "Ich behaupte natürlich, dass alles exakt geplant war." Nur zwei Minuten später meldete sich Theo Brady mit dem nächsten Waterforder Abschluss. Die Gäste hatten nun Gefallen an der Sache gefunden. Andrew Delap versuchte es in der 32., Bayer erneut in der 38., Guy Parent in der 42. und Ryan Duff in der 43. Minute. Dublin war plötzlich nicht mehr Gastgeber, sondern eher höflicher Beobachter mit Eintrittskarte. Für Waterford gab es allerdings auch einen Rückschlag. Linksverteidiger James Simpson verletzte sich in der 31. Minute und musste sofort durch Cameron McShane ersetzt werden. Der junge Ersatzmann kam ohne große Vorwarnung ins Spiel. "Der Trainer sagte nur: Schuhe zu und raus", berichtete McShane. "Für eine taktische Vorlesung war offenbar keine Zeit." Nach der Pause bemühten sich die Rovers um eine Antwort. Whelan in der 51. und Bruno Prudhomme in der 54. Minute sorgten für Gefahr, doch Waterford hielt die Führung fest. Rovers-Trainer Paul Abramowich sah an der Seitenlinie zunehmend so aus, als würde er innerlich mit jedem Ball persönlich diskutieren. "Wir hatten genügend Situationen", sagte er. "Aber Ballbesitz ist kein Zahlungsmittel. Sonst hätten wir heute wenigstens einen Punkt kaufen können." Tatsächlich besaß Dublin den Ball zu knapp 52 Prozent, Waterford kam auf rund 48 Prozent. Auch bei den Torschüssen herrschte mit 9:9 vollkommene Gleichheit. Die Zweikampfwerte lagen ebenfalls nahezu auf Augenhöhe: 50,7 Prozent für Dublin, 49,3 Prozent für die Blues. Nur auf der Anzeigetafel wollte sich diese Harmonie partout nicht einstellen. Noch schwieriger wurde die Aufgabe für die Hausherren in der 67. Minute. Oscar Stack, bereits seit der 37. Minute verwarnt, sah Gelb-Rot. Der 18-jährige Rechtsverteidiger trottete vom Feld, während Abramowich ihn mit jenem Blick empfing, den Jugendliche gewöhnlich kennen, wenn sie erklären sollen, wie genau die Vase zu Bruch ging. In Überzahl suchte Waterford die Entscheidung. Bayer schoss in der 69. Minute, Kelly in der 72. und Brady in der 74. Doch der zweite Treffer fiel nicht. Stattdessen sammelte die Partie weitere Karten: James Kirwan sah in der 75. Minute Gelb, Waterfords Oscar O’Brien in der 81. Dann schaffte Alexander O’Dea ein bemerkenswert kurzes Kunststück. In der 82. Minute verwarnt, erhielt der Innenverteidiger nur eine Minute später ebenfalls Gelb-Rot. Damit war die personelle Gleichheit wiederhergestellt - auf die denkbar umständlichste Weise. Dublin warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorn. Trkulja hatte in der 87. und 90. Minute die letzten beiden Abschlüsse, doch Waterfords Lucas MacQueen und seine Vorderleute retteten das 1:0 über die Zeit. "Schön war es am Ende nicht mehr", räumte Bayer ein. "Aber Schönheit steht morgen nicht in der Tabelle." Dort stehen nur drei Punkte für Waterford. Dublin bleiben neun Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz und die bittere Erkenntnis, dass Ausgewogenheit zwar angenehm klingt - ein einziges Tor aber deutlich praktischer ist. 26.07.2026 21:11 |
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