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Champions League Qualifikation | 1. Runde - Hinspiel | 05.07.26 | Chersonissos - Excelsior Vorst 3:1 Schon in der achten Minute sorgte Alexander Benett, Chersonissos’ bulliger Mittelstürmer, für das erste Raunen. Nach präzisem Zuspiel von Michael MacLachlan nahm er den Ball an, drehte sich einmal um die eigene Achse und versenkte ihn eiskalt. Zwei Minuten später - kaum hatte sich Vorst sortiert - klatschte es erneut: 2:0, wieder Benett, diesmal nach Vorlage von Rechtsverteidiger Liam Baur. "Ich dachte, ich bin im Training", grinste Benett später, "so frei stand ich selten in einem Pflichtspiel." Trainer Kersten Rittner kommentierte trocken: "Wir wollten offensiv beginnen - dass es so klappt, nehme ich persönlich." Excelsior Vorst, das von Daniel Stapfer gecoacht wurde, hatte Mühe, den eigenen Rhythmus zu finden. Zwar hielten sie den Ballbesitz mit knapp 49 Prozent ordentlich, doch gegen das aggressive Vorchecking der Griechen wirkten die Belgier so gehemmt wie ein Tourist, der sich im falschen Hotelbuffet wiederfindet. Als Theodoros Fyssas in der 23. Minute nach herrlicher Vorarbeit von MacLachlan das 3:0 markierte, lief Rittner jubelnd an der Seitenlinie entlang - und stapfte dabei versehentlich dem vierten Offiziellen auf den Fuß. "Ich wollte ja nur mit der Linie feiern", entschuldigte er sich später mit einem Augenzwinkern. Immerhin: Vorst bewies Moral. In der 28. Minute verkürzte Samuel Bruce nach Pass von Javi Gutierre auf 3:1. Ein sehenswerter Treffer, der immerhin die belgische Hoffnung am Leben hielt. Gutierre, stets bemüht um Struktur, rief seinen Mitspielern lautstark zu: "Ein Tor, kein Wunder - aber vielleicht der Anfang!" Doch mehr sollte es nicht werden. Zwar kamen die Gäste noch zu neun Abschlüssen, doch Torwart Amaury Alvarez hielt, was zu halten war, und einmal sogar mehr: In der 39. Minute pflückte er einen Distanzschuss von Guillaume Hillegeer derart elegant aus dem Winkel, dass selbst die Heimfans kurz anerkennend murmelten. Nach der Pause wurde es zäh. Chersonissos verwaltete, Vorst versuchte - und Taylor Harte, der frisch eingewechselte Innenverteidiger der Hausherren, bewies in der 56. Minute, dass man Gelb auch als modisches Accessoire sehen kann. Dreizehn Minuten später legte er nach und erhielt Gelb-Rot. "Die zweite Karte war überflüssig wie ein Handtuch im Whirlpool", schimpfte Trainer Rittner später. Harte selbst meinte nur: "Ich wollte Präsenz zeigen." - "Hat er", ergänzte Kapitän Benett mit einem Grinsen. Trotz Unterzahl blieb Chersonissos gefährlicher. 14 Torschüsse standen am Ende auf ihrem Konto, und auch wenn die zweite Halbzeit torlos blieb, kontrollierten sie Ball und Gegner. "Es war ein erwachsenes Spiel von uns", lobte Rittner, "auch wenn wir am Ende eher Schach als Fußball gespielt haben." Auf der anderen Seite wirkte Coach Stapfer etwas ratlos. "Wir haben eigentlich alles gemacht, was wir uns vorgenommen hatten - nur das Toreschießen vergessen." Seine Mannschaft wechselte munter durch: Van Ranst kam für Bruce, später de Almeida für Van Puymbrouck, doch der frische Wind blieb laues Lüftchen. Statistisch gesehen war es eine ausgeglichene Partie - zumindest auf dem Papier. 51 Prozent Ballbesitz für Chersonissos, 49 für Vorst, dazu eine beinahe gleichwertige Zweikampfquote. Aber Fußball wird, wie man weiß, nicht am Reißbrett entschieden. Und so reist Chersonissos mit einem komfortablen 3:1‑Polster zum Rückspiel nach Belgien. "Wir wissen, dass Vorst zu Hause anders auftreten wird", warnte Rittner, "aber wir nehmen die Badehose trotzdem mit." Der Abend endete mit Applaus, Musik und einer Ehrenrunde, bei der Benett sein Trikot in die Menge warf - und prompt von einem Ordner gebeten wurde, es doch bitte wieder anzuziehen, "wegen der UEFA‑Richtlinien". Der Stürmer lachte, zog es sich über den Kopf und rief in die Kurve: "Noch einmal schlafen - und dann wieder Tore!" Sollte er dieses Versprechen halten, dürfte Chersonissos bald tatsächlich im großen Konzert der Champions mitspielen. Ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Karten - und ein bisschen mediterrane Komödie. 05.07.2026 19:52 |
Sprücheklopfer
Man darf jetzt nicht alles so schlecht reden, wie es war.
Fredi Bobic