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Benfica stiehlt Gela in der Schlussphase den Viertelfinal-Sieg

Europaliga | Viertelfinale - Hinspiel | 06.09.26 | Gela - FC Benfica 1:2

Was für ein Europaliga-Abend in Gela: 43.500 Zuschauer, ein Spiel mit Hochspannung und am Ende ein Ergebnis, das sich für die Gastgeber anfühlt wie ein schlechter Scherz mit portugiesischem Akzent. Gela unterlag dem FC Benfica im Viertelfinal-Hinspiel mit 1:2 (1:1) - trotz 21 Torschüssen und einer über weite Strecken mutigen Vorstellung.

Die Partie begann, als hätte jemand den roten Knopf für "Turbomodus" gedrückt. Nikola Budan prüfte Benficas Torwart bereits nach einer Minute, Tiago Almeida legte kurz darauf nach. Gela griff über die Flügel an, suchte konsequent den Abschluss und ließ erkennen, dass Trainer Michael Müller seine Mannschaft nicht zum höflichen Abwarten geschickt hatte. "Wir wollten Benfica beschäftigen, nicht bewirten", sagte Müller später sinngemäß. Ein Satz, der angesichts der 21 Torschüsse durchaus als Arbeitsnachweis durchgeht.

In der 15. Minute belohnte sich Gela für den druckvollen Beginn. Matias Rueda traf nach Vorarbeit von Caio Simao zur Führung. Das Stadion bebte, und irgendwo in der Kurve dürfte bereits jemand damit begonnen haben, den Halbfinaleinzug zu planen. Benfica allerdings hatte andere Vorstellungen - und offenbar keinen Termin zum Gratulieren.

Nur vier Minuten später schlug der Gast zurück. Rafael Eusebio glich nach Zuspiel von Vitor Bischoff aus. Gela hatte bis dahin den Ton angegeben, Benfica aber bewies, dass man nicht zwingend die lauteste Mannschaft sein muss, um auf der Anzeigetafel gehört zu werden. Zur Pause stand es 1:1.

"Wir hatten Chancen genug, um uns ein kleines Kissen zu nähen", lautete die sinngemäße Einschätzung von Gela-Stürmer Tiago Almeida. Tatsächlich blieb der Gastgeber auch nach dem Seitenwechsel gefährlich. Alejandro Cascon, Budan und Almeida tauchten mehrfach in aussichtsreichen Positionen auf. Doch Benficas Abwehr hielt stand, manchmal souverän, manchmal mit jener Mischung aus Glück und Körpereinsatz, die im Fußball gern als "Erfahrung" verkauft wird.

Das Spiel blieb ausgeglichen, auch wenn die Zahlen eine leichte Gela-Neigung verrieten: 21:14 Torschüsse für die Hausherren. Beim Ballbesitz lagen beide Teams dagegen praktisch gleichauf - Gela kam auf 49,96 Prozent, Benfica auf 50,04. Mehr Unentschieden geht eigentlich nur, wenn beide Mannschaften gemeinsam den Taschenrechner bedienen.

Benfica verlegte sich in der Schlussphase zunehmend auf lange Bälle und erhöhte noch einmal den Einsatz. Trainer Wes Morgan brachte frische Kräfte, während Müller mit Vitorino Postiga, Ignacio Barbosa und Francisco Dominguez ebenfalls nachjustierte. Gela blieb offensiv, doch gerade als das Remis wie ein halbwegs gerechter Abendabschluss wirkte, setzte Benfica den entscheidenden Stich.

In der 88. Minute erzielte Christopher Fryer nach Vorlage von Zoltan Nyilasi das 2:1. Der Ball war im Netz, die Heimfans waren still, und Gela hatte plötzlich ein Problem, das sich selbst durch 21 Torschüsse nicht mehr wegdiskutieren ließ. "Das ist bitter. Wir waren nicht schlechter, aber Benfica war im richtigen Moment kaltschnäuziger", wurde Müller nach dem Abpfiff sinngemäß zitiert.

So nimmt Benfica einen knappen, aber wertvollen Sieg mit ins Rückspiel. Gela bleibt die Gewissheit, dass die eigene Leistung keineswegs nach Außenseiter klang. Nur das Ergebnis war unerbittlich. Und im Europapokal ist das leider die Statistik, die am Ende nicht diskutiert, sondern weiterkommt.

06.09.2026 21:31
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