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Benfica überrollt Bournemouth - 5:2 im Tor-Spektakel von Lissabon

Europaliga | Play-offs - Rückspiel | 31.08.26 | FC Benfica - Bournemouth FC 5:2

49.203 Zuschauer, sieben Tore und eine erste Halbzeit, die sich anfühlte wie ein Fußballspiel mit dauerhaft gedrückter Vorspultaste: Der FC Benfica hat das Rückspiel der Europaliga-Play-offs gegen Bournemouth FC mit 5:2 gewonnen. Zur Pause stand es bereits 4:2. Wer im Estádio da Luz auf einen vorsichtigen europäischen Abnutzungskampf gehofft hatte, wurde enttäuscht - oder bestens unterhalten.

Benfica begann offensiv, aggressiv und mit der bemerkenswerten Überzeugung, dass jeder Ball in Richtung Tor geschossen werden müsse. Trainer Wes Morgan hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, und seine Spieler nahmen den Auftrag wörtlich. "Wir wollten nicht erst lange erklären, was wir vorhaben", sagte Morgan später. "Wir wollten, dass Bournemouth es sofort merkt." Bournemouth merkte es. Allerdings schoss der Gast zunächst selbst scharf.

Nach neun Minuten prüfte Archie Onnington den Benfica-Schlussmann Filipe Maniche, kurz darauf Nelson Agirre. In der zehnten Minute wurde Agirre dann genauer: Nach Zuspiel von Harrison Satchmore traf der zentrale Mittelfeldspieler zum 1:0 für Bournemouth. Für einen Moment wurde es still im Stadion. Ein Zuschauer soll neben sich gesagt haben: "Das war jetzt nicht der Plan." Der Plan war offenbar ohnehin schon nach zehn Minuten veraltet.

Benfica antwortete umgehend. In der 14. Minute verwertete Christopher Fryer eine Vorlage von Liam Reid zum Ausgleich. Wenig später übernahm Milan Labant die Hauptrolle. Der Mittelstürmer traf in der 22. Minute nach Zuspiel von Domingo Deco und legte in der 35. Minute noch einmal nach. Dazwischen erhöhte Vitor Bischoff in der 27. Minute auf 3:1 - vorbereitet von Labant.

Bournemouth gab sich jedoch nicht mit der Rolle des höflichen Gastes zufrieden. Bradley Roades verkürzte in der 33. Minute nach Vorlage von William Lansbury auf 2:3. Die Partie war nun endgültig in jenem Zustand, in dem selbst die Trainerbank vermutlich lieber Sicherheitsgurte angelegt hätte. "Wir hatten gute Phasen", sagte Bournemouth-Trainer Raffael Vogelsang. "Leider waren diese Phasen immer dann vorbei, wenn Benfica den Ball hatte."

Und Benfica hatte den Ball zumindest ein wenig häufiger: 50,74 Prozent Ballbesitz standen am Ende 49,26 Prozent für Bournemouth gegenüber. Viel entscheidender war jedoch, was die Mannschaften mit ihren Angriffen anstellten. Benfica brachte zwölf Torschüsse zustande, Bournemouth elf. Der Unterschied lag nicht in der Menge, sondern in der Konsequenz.

Nach der Pause blieb Benfica offensiv, schaltete beim Pressing aber einen Gang zurück. Das Team spielte weiterhin nach vorn, ohne sich in blinden Eifer zu verlieren. Bournemouth versuchte, die Partie wieder zu öffnen, doch die Gastgeber kontrollierten die gefährlichen Räume zunehmend besser. "Wir wollten nach dem Seitenwechsel nicht plötzlich Verteidiger spielen", erklärte Morgan. "Dafür hatten wir bis dahin zu viel Spaß."

In der 60. Minute sah Bournemouths Joshua Crichton Gelb, ehe er in der 85. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste. Damit wurde die ohnehin schwierige Aufholjagd endgültig zur Bergwanderung ohne Schuhe. Benfica nutzte die Überzahl zwar nicht sofort, aber in der 86. Minute machte Bischoff mit seinem zweiten Treffer des Abends alles klar. Zoltan Nyilasi lieferte die Vorlage.

Bournemouth suchte bis zum Schluss den Weg nach vorn, doch Benfica blieb gefährlich. Labant, Fryer und Bischoff hatten bereits zuvor mehrfach den Abschluss gesucht; insgesamt wurde aus fast jeder aussichtsreichen Position geschossen. In der Schlussphase kamen bei Benfica noch Loris Esposito und Lisandro Martinez ins Spiel. Die Gäste fanden keine Antwort mehr.

So blieb es beim 5:2 - einem Ergebnis, das vor allem eines beweist: In Lissabon war an diesem Abend alles möglich, außer Langeweile. Der Rasen wird sich vermutlich erst am Morgen von diesem Spektakel erholen. Die Zuschauer dürften es schneller schaffen. Sie hatten ja sieben Gründe zum Feiern.

01.09.2026 01:03
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Die schönsten Tore sind diejenigen, bei denen der Ball schön flach oben rein geht.
Mehmet Scholl
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