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Benfica und Palilulac liefern sich ein 2:2 mit vier Kapiteln

Europaliga | Halbfinale - Rückspiel | 12.09.26 | FC Benfica - Palilulac 2:2

59000 Zuschauer, vier Tore, zwei Gesichter und eine Menge Nerven: Im Halbfinal-Rückspiel der Europaliga trennten sich der FC Benfica und Palilulac 2:2. Ein Ergebnis, das niemanden völlig zufriedenstellte - außer vielleicht den neutralen Zuschauer, der für sein Geld immerhin ein komplettes Drama bekam.

Benfica begann, als hätte Trainer Wes Morgan den Spielern vor dem Anpfiff ausdrücklich verboten, es gemütlich angehen zu lassen. Offensiv ausgerichtet, mit starkem Einsatz und frühem Pressing, drängten die Gastgeber Palilulac zunächst tief in die eigene Hälfte. Allerdings zeigte der Gast schon nach wenigen Sekunden, dass er nicht zum höflichen Händeschütteln angereist war: Sasa Babovic gab in der ersten Minute den ersten Warnschuss ab.

Es entwickelte sich ein Spiel mit offenem Visier, auch wenn beide Mannschaften den Ball kaum länger als nötig bei sich behalten wollten. Die Besitzverhältnisse waren nahezu paritätisch: Benfica kam auf 49,5 Prozent, Palilulac auf 50,5. Das war weniger ein taktisches Schachspiel als ein hektisches Kartenspiel, bei dem beide Seiten ständig neue Karten auf den Tisch warfen.

Benfica erhöhte den Druck. Domingo Deco, Julien Chevallier, Marco Barbosa, Vitor Bischoff und Christopher Fryer prüften Palilulacs Torhüter Jorge Castro. Auf der Gegenseite blieben Michel Scranton und Carlos Vidigal gefährlich. Besonders Vidigal wirkte, als habe er den gegnerischen Strafraum persönlich gemietet.

In der 32. Minute belohnte sich Benfica schließlich. Barbosa legte auf, Vitor Bischoff schloss ab - 1:0. Der Treffer passte zum bisherigen Auftritt der Gastgeber: energisch, direkt und mit der charmanten Rücksichtslosigkeit einer Mannschaft, die möglichst schnell Ruhe haben möchte und genau dadurch Unruhe produziert.

"Wir wollten mutig spielen. Vielleicht waren wir dabei manchmal mutiger, als es für die Nerven unserer Zuschauer gesund war", sagte Morgan später sinngemäß. Auf der Tribüne soll ein Benfica-Anhänger daraufhin geantwortet haben: "Für die Nerven gibt es doch die Halbzeitpause." Eine Einschätzung, die sich als ausgesprochen optimistisch erweisen sollte.

Denn Palilulac kam nach dem Seitenwechsel mit Nachdruck zurück. In der 50. Minute traf Carlos Vidigal zum 1:1 - vorbereitet von Babovic. Der Ausgleich war verdient, denn Palilulac hatte sich trotz des Rückstands nie aufgegeben. Benfica blieb zwar offensiv eingestellt, schaltete im Pressing aber phasenweise einen Gang zurück. Das war taktisch nachvollziehbar und emotional ungefähr so beruhigend wie ein Regenschirm aus Zeitungspapier.

Beide Trainer reagierten. Palilulac brachte zur Pause Alexandru Ungureanu für Bruno Prudhomme, Benfica wechselte später Marco Baiao für Chevallier ein. Doch den nächsten Stich setzte erneut Palilulac: In der 74. Minute war Vidigal wieder zur Stelle. Nach Vorarbeit von Mario Makukula drehte der Angreifer die Partie mit seinem zweiten Tor - und Benfica sah plötzlich aus, als müsse es dringend eine Gebrauchsanweisung für die letzten Minuten finden.

Die Antwort kam fünf Minuten später. Vitor Bischoff, diesmal als Vorbereiter, bediente Rafael Eusebio. Der Mittelfeldspieler traf in der 79. Minute zum 2:2. Danach warf Benfica noch einmal alles nach vorn. Insgesamt verzeichneten die Gastgeber 14 Torschüsse, Palilulac zehn. Christopher Fryer suchte mehrfach den Abschluss, Loris Esposito versuchte es kurz vor Schluss ebenfalls - doch ein weiterer Treffer blieb aus.

"Wir hätten gewinnen können, aber wir hätten auch verlieren können. Das ist im Fußball meistens ein Hinweis darauf, dass ein Unentschieden nicht völlig verrückt ist", lautete die sinngemäße Einschätzung von Palilulac-Trainer Peter Patrick.

So endete ein Abend, an dem Benfica zweimal führte beziehungsweise zurückschlug, Palilulac zweimal traf und am Ende niemand wirklich wusste, ob er erleichtert oder enttäuscht sein sollte. Das 2:2 war kein Ergebnis für Romantiker, aber ein sehr gutes für Dramaturgen. Und für Torhüter, die nach Abpfiff vermutlich besonders gern ihre Handschuhe auszogen.

12.09.2026 19:54
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Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl.
Andreas Möller
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