// Startseite
| Sportpress |
| +++ Sportzeitung für Slowakei +++ |
|
|
|
1. Liga Slowakei | 20. Spieltag | 25.07.26 | FK Senec - Sparta Vrable 2:3 Dabei sah Senec lange wie der verdiente Sieger aus. Die Gastgeber begannen um 20.30 Uhr offensiv, suchten geduldig die gute Abschlussposition und verzichteten zunächst auf Pressing. Sparta hielt mit langen Bällen und Kontern dagegen - keine taktische Revolution, aber ausgesprochen praktisch. Schon in der vierten Minute prüfte Innenverteidiger Joao Manuel die Aufmerksamkeit der Hausherren. Eine Minute später antwortete Agemar Oliveira, kurz darauf versuchten es Taylor Rose und Miroslav Mintal. Das erste Tor erzielten dennoch die Gäste. Thierry Richard bereitete in der 17. Minute vor, Jan Labant vollendete zum 0:1. Während Vrables Trainer Roman Szabo an der Seitenlinie nur knapp nickte, soll Schnell seiner Bank zugerufen haben: "Wir spielen hier Fußball, nicht Paketdienst - hört auf, ihnen die Bälle zuzustellen!" Der Hinweis besaß zumindest Unterhaltungswert. Senec blieb dran. Tomas Bolf gab in der 38. Minute einen Warnschuss ab, ehe Stanislav Labant kurz vor der Pause traf. Der bereits seit der dritten Minute verwarnte Mittelfeldspieler verwertete in der 42. Minute die Vorarbeit von Stanislav Hlinka zum 1:1. Ausgerechnet Labant gegen Labant also: Jan hatte für Vrable getroffen, Stanislav für Senec. Selbst der Stadionsprecher gönnte sich vor der Namensnennung eine kleine Denkpause. "Ich wollte nur vermeiden, dass am Ende der falsche Labant gefeiert wird", scherzte Stanislav später. In der 52. Minute durfte Senec tatsächlich wieder jubeln. Hlinka lieferte seine zweite Vorlage, Bolf schloss zum 2:1 ab. Das Stadion bebte, Trainer Schnell ballte die Faust, und Vrable wirkte für einen Moment wie eine Mannschaft, die ihren Plan im Mannschaftsbus vergessen hatte. Doch Senec brachte den Vorsprung nicht über die Zeit. In der 70. Minute verletzte sich Innenverteidiger Tomas Krejci und musste durch Marco Juarez ersetzt werden. Zwei Minuten später ging auch Hlinka, der bis dahin beide Treffer vorbereitet hatte. Dann begann die Eric-Bernheim-Show. In der 75. Minute setzte Rechtsverteidiger Jose Matamoros den Linksaußen in Szene, Bernheim traf zum 2:2. Nur fünf Minuten später schlug er erneut zu, diesmal nach Vorarbeit von Aldo Locatelli. 3:2 für Vrable - aus einem kontrollierten Senecer Abend war binnen fünf Minuten ein kleines Fußballunglück geworden. "Beim ersten Tor dachte ich: Jetzt sind wir wieder da. Beim zweiten dachte ich eigentlich gar nichts mehr", sagte Bernheim mit einem Grinsen. "Manchmal ist Denken vor dem Tor ohnehin überschätzt." Senec warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorn. Der eingewechselte Diego Menendo hatte in der 89. Minute eine Gelegenheit, doch der Ausgleich fiel nicht. Sparta erhöhte zum Ende hin Einsatz und Pressing, während Tomas Kafka, Igor Kona und Bruno Parent frische Beine für die Ergebnisverwaltung brachten. Diese bestand zwar zeitweise aus kontrolliertem Verteidigen und zeitweise aus kollektivem Wegschlagen, erfüllte aber ihren Zweck. Die Zahlen unterstrichen, wie eng die Partie war: Beide Mannschaften kamen auf jeweils zwölf Torschüsse. Vrable hatte mit 51,96 Prozent leicht mehr Ballbesitz, Senec 48,04 Prozent. Auch bei der Zweikampfbilanz lagen beide Teams mit 50,11 zu 49,89 Prozent praktisch gleichauf. Ein Spiel auf Augenhöhe also - entschieden durch einen Mann, der in fünf Minuten zweimal genauer zielte als Senec lieb sein konnte. "Wir hatten das Spiel in der Hand und haben es dann verschenkt", ärgerte sich Schnell. Szabo sah es naturgemäß freundlicher: "Wir sind ruhig geblieben. Eric war heute eiskalt." Das war er. Senec dagegen fror beim Schlusspfiff - und zwar mitten im Juli. 25.07.2026 21:52 |
Sprücheklopfer
Jede Seite hat zwei Medaillen.
Mario Basler