Tuttosport
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Bisignano trifft früh - Rodengo Saiano ringt Isola Liri mit 1:0 nieder

Ein Tor, eine rote Karte, viel Nervenspiel - so lässt sich das 0:1 des Heimteams Isola Liri gegen Rodengo Saiano am 13. Spieltag der 3. Liga Italien (1. Div) in Kurzform zusammenfassen. 6.500 Zuschauer sahen ein Spiel, das an Spannung alles bot, was das Herz eines mittelitalienischen Fußballabends braucht - nur Tore fehlten, zumindest aus Sicht der Gastgeber.

Bereits in der 11. Minute fiel die Entscheidung. Ausgerechnet der rechte Verteidiger der Gäste, Giorgio Bisignano, wurde zum Helden wider Willen. Nach einem beherzten Vorstoß, eingeleitet vom 18-jährigen Regisseur Domenico Roggiano, rauschte der 32-Jährige in den Strafraum und drosch den Ball mit der Entschlossenheit eines Mannes, der sonst lieber Flanken abfängt, in die Maschen. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Bisignano später in die Kameras. "Aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Isola Liri, die unter Flutlicht mit mutig ausbalancierter Taktik starteten, brauchten einige Minuten, um sich vom Rückstand zu erholen. Bruno Calabro prüfte den Gästetorwart Luigi Nicola bereits in der dritten Minute, später scheiterten Carl Derlei (33.) und Alexander Kona (29., 87., 93.) mehrfach am glänzend reagierenden Schlussmann. "Wir hatten Chancen", murmelte Kona nach dem Abpfiff, "aber das Tor war heute wie vernagelt."

Trainer Jan Beyer von Rodengo Saiano hatte seine Elf defensiv eingestellt, auf Konter lauernd, mit langen Bällen und robustem Zweikampfverhalten. Und robust war es tatsächlich: In der 50. Minute flog Innenverteidiger Federico Di Paolo nach einem übermotivierten Einsteigen gegen Derlei mit glatt Rot vom Platz. "Ich habe den Ball gespielt - nur leider war der Ball auf einmal woanders", verteidigte sich Di Paolo später halb lachend, halb errötend.

Von da an war es ein Spiel auf ein Tor. Isola Liri schnürte die Gäste phasenweise ein, hatte mit 54 Prozent Ballbesitz und zehn Torschüssen gegenüber neun der Gäste die statistische Überlegenheit auf seiner Seite. Nur der Treffer wollte nicht fallen. Die Fans auf den Rängen schimpften, fluchten und applaudierten abwechselnd, als Leonardo Albanese in der 72. Minute aus 18 Metern knapp vorbeizog. "Noch ein Zentimeter", rief ein älterer Herr auf der Tribüne, "und wir reden hier über ein 1:1!"

Rodengo Saiano verteidigte in Unterzahl mit allem, was Beine hatte. Trainer Beyer schickte nach der Pause zwei frische Mittelfeldspieler, Matteo Botricello und Lorenzo Cerva, um das Zentrum zu verdichten. "Wir haben das gemacht, was man mit zehn Mann eben macht - beten und rennen", kommentierte Beyer trocken.

In der Schlussphase wurde es hitzig. Domenico Roggiano, der Youngster mit der Assist-Vorlage, rannte bis zur letzten Minute, feuerte in der 90. Minute sogar noch einen Schuss aufs Tor, der knapp über die Latte segelte. Der 18-Jährige wirkte nach dem Abpfiff, als hätte er gerade ein Marathonrennen hinter sich. "Ich bin einfach glücklich, dass Giorgio getroffen hat", keuchte er. "Ich wollte nur, dass der Ball nicht bei uns bleibt."

Isola Liris Trainer, der sich nach Schlusspfiff sichtlich bemühte, die Fassung zu wahren, fasste das Unheil in einem Satz zusammen: "Wenn du 40 Minuten Überzahl spielst und trotzdem verlierst, musst du dich über Philosophie unterhalten, nicht über Fußball."

Die Statistik spricht Bände: Mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, keine Punkte. Rodengo Saiano hingegen zeigte, dass man auch mit einem Mann weniger und einer Prise Zynismus siegen kann. Die Gäste hatten zwar nur 46 Prozent Ballbesitz, aber eine perfekte Effizienz - ein Tor, neun Schüsse, drei Punkte.

Als die Flutlichter erloschen, blieb ein Gefühl zwischen Frust und Faszination. Isola Liri spielte, als sei das Runde plötzlich zu einem philosophischen Konzept geworden. Rodengo Saiano hingegen bewies: Manchmal reicht ein einziger präziser Moment - und ein Verteidiger, der sich für zehn Sekunden für einen Stürmer hält.

Oder, wie Bisignano später mit einem Augenzwinkern sagte: "Manchmal muss man einfach vergessen, wo man eigentlich spielt."

Und vergessen wird dieses 0:1 in Isola Liri so schnell keiner.

07.06.643987 00:37
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Die Nase ist halt eine verletzliche Stelle, und wenn man sie mit den Stollen oder der Fußspitze berührt, kommt es zu Nasenbluten.
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