Gazeta Sportowy
+++ Sportzeitung für Polen +++

BKS Gdansk gewinnt ein 4:3-Feuerwerk gegen Orda Opole in letzter Minute

Es war ein Spiel, das man lieber mit offenem Mund als mit Notizblock verfolgt hat. BKS Gdansk und Orda Opole lieferten sich am Freitagabend im Stadion an der Danziger Küste ein Spektakel, das selbst die hartgesottensten Statistikfreunde vergessen ließ, wie man Prozentzeichen malt. Am Ende stand ein 4:3 für die Hausherren - ein Ergebnis, das so sehr nach Slapstick und Drama klang, wie es tatsächlich war.

Schon nach einer Minute herrschte Chaos: Orda Opoles Linksverteidiger Ivan Drizdal stürmte nach vorne, als wolle er geradewegs in die Geschichtsbücher, und drosch den Ball nach Zuspiel von José Dominguez unhaltbar in die Maschen. 0:1 - und viele der 29.686 Zuschauer rieben sich verwundert die Augen. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Drizdal später. "Aber wenn man schon mal da ist, kann man ja auch treffen."

BKS-Coach Mike Matt reagierte mit einer Mischung aus Wut und kalter Entschlossenheit. Seine Jungs antworteten prompt: In der 12. Minute brachte der 19-jährige Adam Zuraw die Danziger zurück ins Spiel. Nach Pass von Wladimir Burkhardt nahm er Maß und nagelte das Leder unter die Latte - 1:1. Zwei Minuten später drehte sich das Stadion endgültig in Ekstase: Sebastian Mencel, ebenfalls 19 und mit jugendlichem Größenwahn gesegnet, machte aus 18 Metern das 2:1. "Ich hab einfach draufgehalten", lachte Mencel. "Wenn ich zu viel nachdenke, geht’s meistens drüber."

Doch es kam noch besser - oder schlimmer, je nach Trikotfarbe. In der 33. Minute traf ausgerechnet Innenverteidiger Grzegorz Wilczek per wuchtigem Kopfball nach einer Ecke von - natürlich - Adam Zuraw. 3:1, und BKS schien alles im Griff zu haben.

Aber Opole wäre nicht Opole, wenn sie nicht ein bisschen Drama ins Spiel bringen würden. Nelson da Costa, der 34-jährige Mittelfeldregisseur, zog die Fäden wie ein alter Maestro, und kurz vor der Pause bediente er Patryk Gancarczyk punktgenau - 3:2 (42.). "Wir haben nie aufgehört zu glauben", sagte da Costa später mit einem Lächeln, das zwischen Stolz und Müdigkeit schwankte.

Mit dieser wilden Halbzeit ging es in die Kabinen. Während BKS weiter offensiv ausgerichtet blieb - laut Taktikdaten mit "offensivem Alignment" und "langen Pässen" - vertraute Opole auf geduldiges, ausgewogenes Spiel. Das klang solide, sah aber eher nach "wir warten mal, bis Gdansk wieder etwas Dummes macht" aus.

Die zweite Hälfte begann dann tatsächlich etwas ruhiger. BKS hatte mehr vom Spiel, auch wenn der Ballbesitz (46 zu 54 Prozent) anderes vermuten ließ. Opole schob sich Pässe zu, Gdansk schoss - und zwar 16-mal aufs Tor, doppelt so oft wie der Gegner. Doch der Ball wollte einfach nicht rein. Mal hielt Marian Ratajczyk im Tor der Gäste überragend, mal stand der Pfosten im Weg.

In der 60. Minute wechselte Mike Matt dreifach - und setzte auf jugendliche Frische: Linus Wojcicki (17) kam für den ausgepumpten Marcel Bak, Lukas Hawrylewicz ersetzte Josef Arens, und Dennis Blaszczykowski übernahm in der Abwehr. "Wenn du jung bist, rennst du einfach", erklärte Matt später trocken. "Und wenn du alt bist, hoffst du, dass die Jungen rennen."

Doch es blieb spannend bis zum Schluss. In der 88. Minute glich Orda Opole erneut aus - diesmal traf Cesc Mendo, wieder nach Vorlage von Nelson da Costa. 3:3, und das Stadion hielt den Atem an. Einige Fans packten schon ihre Schals zusammen, andere fluchten in Richtung Schiedsrichter, der zuvor eine Abseitsstellung übersehen haben soll, die wahrscheinlich nur auf einem Mikroskopbild erkennbar gewesen wäre.

Doch Fußball wäre kein Theaterstück, wenn es nicht noch einen letzten Akt gäbe. In der 91. Minute fasste sich Ilias Rogocz ein Herz, zog von links in die Mitte und donnerte den Ball aus 20 Metern ins rechte Eck. 4:3! Der Jubel in Danzig war ohrenbetäubend. Rogocz verschwand unter einer Traube von Mitspielern, während Trainer Mike Matt an der Seitenlinie tanzte, als hätte er gerade die Champions League gewonnen.

"Ich hab gar nicht gesehen, dass er schießt - plötzlich war der Ball drin", meinte Kapitän Wilczek nach dem Spiel und grinste. "Vielleicht sollten wir öfter bis zur 90. warten, das gefällt den Fans."

In Zahlen liest sich das Spektakel nüchtern, aber beeindruckend: 16 Torschüsse für Gdansk, 8 für Opole, 53 Prozent Ballbesitz für die Gäste, aber 4 Tore für die Hausherren. Effizienz schlägt Ästhetik - oder, wie Trainer Matt es formulierte: "Wir haben’s halt lieber wild als schön."

Am Ende bleibt ein Spiel, über das man noch lange reden wird - zumindest bis zum nächsten Herzschlagfinale. Und wer bei diesem 4:3 nicht ins Schwitzen kam, war vermutlich gar nicht im Stadion.

Schlusswort? Vielleicht dieses: Wenn Gdansk so weitermacht, brauchen sie bald keinen Fitnesscoach mehr - nur noch einen Kardiologen.

10.04.643987 03:33
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich grüße meine Mama, meinen Papa und ganz besonders meine Eltern.
Mario Basler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager