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BKS Gdansk zerlegt Jeziorak Ilawa - ein 0:4, das noch lange nachhallt

An diesem frostigen 13. Januarabend in Ilawa hätte man fast Mitleid haben können mit den 20.000 Zuschauern, die sich dick eingepackt ins Stadion schleppten - in der Hoffnung, ihre Mannschaft möge zumindest ein bisschen Gegenwehr zeigen. Doch schon nach acht Minuten war klar: Das würde kein gemütlicher Abend werden. BKS Gdansk kam, sah - und traf viermal. Jeziorak Ilawa dagegen? Nun ja, sie sahen vor allem den Ball, wenn BKS ihn gerade wieder ins Netz drosch.

Der erste Paukenschlag kam früh. Der 17-jährige Linus Wojcicki, Gdansks jugendliche Rakete auf der rechten Seite, traf in der 8. Minute nach feinem Zuspiel von Herman Kraft zum 0:1. "Ich hatte ehrlich gesagt gar nicht so viel Zeit zum Nachdenken", grinste Wojcicki nach dem Spiel, "ich hab einfach draufgehalten - und dann war er drin." Ein Satz, der sinnbildlich für das ganze Spiel stand: BKS schoss, und fast alles saß.

Nur 14 Minuten später war es Innenverteidiger Ferruh Akin, der nach einer Ecke von Kraft per Kopf auf 0:2 erhöhte. Jezioraks Keeper Joao Carvalho streckte sich, aber der Ball war so präzise wie gnadenlos. "Wir haben ihn frei gelassen, weil wir dachten, er sei Abwehrspieler", murmelte ein Ilawa-Verteidiger später selbstironisch.

Das 0:3 in der 35. Minute war dann endgültig der Moment, in dem die Heimfans begannen, sich nach dem Pausenbier zu sehnen. Grzegorz Wilczek, der zweite Innenverteidiger der Gäste, ließ sich von einem Pass des flinken Wojcicki bedienen und schob eiskalt ein. Innenverteidiger-Tore im Doppelpack - das erlebt man auch nicht alle Tage.

Die Halbzeitstatistik sprach Bände: 1:17 Torschüsse, 33 Prozent Ballbesitz für Ilawa, und vermutlich 100 Prozent Ratlosigkeit. Trainer Mike Matt von BKS Gdansk blieb dennoch gelassen: "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen nicht überdrehen. Man muss ja nicht jedes Spiel zweistellig gewinnen."

Jeziorak-Trainer, dessen Name in den Unterlagen nicht auftaucht - vielleicht wollte er sich nach dieser Partie auch lieber anonym halten - wirkte in der Pause wie ein Mann, der in Gedanken schon an den nächsten Mannschaftsausflug ins Kloster denkt.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Ilawa, wenigstens die Ehre zu retten. Das gelang ihnen fast - in der 90. Minute feuerte Bernt Ullrich den einzigen Schuss auf das gegnerische Tor ab. Torwart Jerzy Bak, der kurz zuvor für Janek Frankowski eingewechselt worden war, durfte sich immerhin einmal die Handschuhe schmutzig machen. "Ich hab mich warmgehalten, indem ich gezählt habe, wie oft wir den Ball hatten", scherzte Ullrich später bitter.

Doch vorher, in der 71. Minute, hatte BKS noch einmal zugeschlagen. Der eingewechselte Adam Wichniarek, gerade mal elf Minuten auf dem Platz, verwandelte nach Vorlage von Wilczek zum 0:4-Endstand. Ein Treffer, der die Überlegenheit der Gäste perfekt abrundete - und eine Leistung, die man getrost als Lehrstunde bezeichnen darf.

Zwei Gelbe Karten für Jeziorak - Esposito in der 47. und Nagel in der 49. Minute - waren die einzigen sichtbaren Zeichen von Gegenwehr. Doch selbst diese Frustaktionen wirkten eher wie das fuchtelnde Summen einer Mücke gegen eine Dampfwalze.

BKS Gdansk dominierte das Spiel auf ganzer Linie. 66 Prozent Ballbesitz, 23 Torschüsse, und eine Konsequenz, die Trainer Mike Matt sichtlich stolz machte. "Wir haben heute gezeigt, dass wir reif sind für die oberen Tabellenränge", sagte er mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Selbstbewusstsein und Schadenfreude pendelte.

Auf der anderen Seite stand ein Team, das seine Taktik als "ausgewogen" bezeichnete - in Wahrheit aber eher ausgewogen zwischen Verzweiflung und Resignation war. Manfred Wolff und seine Abwehrkollegen kämpften tapfer, doch gegen die jugendliche Spielfreude der Gdansk-Offensive waren sie machtlos.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten die Heimfans trotzdem - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Anerkennung für den Gegner. Oder einfach, weil man in Ilawa gelernt hat, dass Humor der letzte Schutz ist, wenn man 0:4 untergeht.

"Wir werden daraus lernen", versprach Mittelfeldmann Michael Link nach dem Spiel. "Zum Beispiel, dass man Gegnern wie Wojcicki nicht so viel Platz lässt. Oder besser gesagt: gar keinen."

Ein Spiel, das in die Vereinschronik von Jeziorak Ilawa eingehen wird - wenn auch eher als Mahnung denn als Ruhmesblatt. Für BKS Gdansk hingegen war es ein Statement. Und für alle neutralen Zuschauer? Ein Abend, an dem man sah, dass Fußball manchmal grausam ehrlich ist.

Schlusswort: Wenn ein 17-Jähriger die erfahrenen Verteidiger alt aussehen lässt und zwei Innenverteidiger Tore schießen, dann weiß man, dass es ein besonderer Abend war - zumindest für die Gäste. Für die Gastgeber bleibt nur die Erkenntnis: Auch 33 Prozent Ballbesitz können sich verdammt lang anfühlen.

16.06.643987 18:30
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