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Blancos dominieren Stadtduell: Espanyol chancenlos beim 0:2

Wenn 43.500 Zuschauer ein Madrider Stadtduell erwarten, hoffen sie auf Feuer, Drama und ein bisschen Chaos. Bekommen haben sie an diesem kühlen Samstagabend vor allem eines: eine Lehrstunde in Effizienz von den Blancos Madrid - und ein Espanyol-Team, das sich selbst im eigenen Stadion in die Defensive spielte.

Schon in den ersten Minuten wurde deutlich, wer hier Herr im Haus war - und es war nicht der Gastgeber. Die Blancos, von Trainer Anton Schneider gewohnt offensiv eingestellt, pressten früh, kombinierten mit Tempo und fanden in Espanyols Strafraum mehr Platz, als man auf einem Parkplatz in der Siesta findet. Bereits in der vierten Minute prüfte Jacinto Sainz den Espanyol-Keeper Paulo Carvalho mit einem satten Schuss - der erste von insgesamt 21 Torschüssen der Gäste. Espanyol? Null. Ja, wirklich: null.

"Wir wollten kontrolliert spielen", erklärte Espanyol-Trainer Doc Zab nach dem Spiel mit stoischer Miene. "Das ist uns gelungen - zumindest was die Kontrolle über unsere Hälfte betrifft." Ein bitterer Satz, der exakt den Spielverlauf beschreibt.

In der 20. Minute fiel die logische Konsequenz: Rafael Dietz, der quirlige Linksaußen der Blancos, zog nach feinem Zuspiel von Lionel Couto von der Strafraumkante ab und traf flach ins Eck. 1:0. Während die Blancos jubelten, blickten Espanyols Verteidiger einander an, als hätten sie gerade festgestellt, dass der Ball tatsächlich rund ist.

Espanyol versuchte danach, Ordnung zu finden, aber Ordnung allein schießt keine Tore. Die Blancos ließen den Ball laufen, variierten das Tempo und spielten weiter, als ginge es um ein Trainingsspiel. Espanyols junge Offensivreihe - Nestor Roi und Vlassis Ninis, beide gerade erst volljährig - lief sich am gegnerischen Strafraum die Schuhe wund, ohne je in Schussposition zu kommen.

Nach der Pause brachte Schneider frischen Wind: Michal Coupek ersetzte Rolando Martini. Und Coupek fügte sich ein, als hätte er schon immer in diesem System gespielt. Seine Läufe über links sorgten für Betrieb, während Lubomir Penksa im Zentrum lauerte. In der 66. Minute war es dann soweit: Dietz flankte butterweich, Penksa stieg hoch, und der Ball zappelte. 2:0 - der Deckel drauf.

"Ich habe einfach gehofft, dass der Ball mich trifft", grinste Penksa später. "Und er hat mich nicht enttäuscht." Schneider lachte daneben: "Lubomir und Hoffnung - das ist unsere neue Taktik."

Espanyol? Bemühte sich. Im Rahmen der Möglichkeiten. Ballbesitzmäßig (47,7 Prozent) war man nicht völlig abgemeldet, aber die Ideen fehlten. Kein einziger Torschuss - eine Zahl, die in der Statistikabteilung für Stirnrunzeln sorgen dürfte. Immerhin: Torwart Carvalho verhinderte mit mehreren Paraden Schlimmeres.

In der Schlussphase wurde es noch hitzig. Alexander Almond sah für die Blancos Gelb, nachdem er Espanyols Grimm unsanft an die Werbebande erinnerte. Und in der 95. Minute verlor Jorge Quaresma endgültig die Nerven: Frustriert trat er nach - Rot. Trainer Zab schüttelte danach nur den Kopf: "Er ist jung, impulsiv… und jetzt gesperrt."

Die Blancos spielten die Partie souverän zu Ende, ohne Pressing, ohne Hektik, fast ein wenig gelangweilt. 21 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, zwei Tore - das nennt man Effizienz oder einfach: Routine.

"Wir wollten zeigen, dass Madrid weiß bleibt", sagte Schneider mit einem Augenzwinkern auf der Pressekonferenz. "Es ist schön, wenn man sonntags die Stadt durchquert und die Leute freundlich lächeln."

Espanyol hingegen blickt nach drei Spieltagen mit Sorgenfalten auf die Tabelle. Kein Tor, ein Platz im unteren Drittel, und ein Trainer, der zwischen Aufbauarbeit und Krisenmanagement pendelt. "Wir haben viel gelernt", so Zab zum Abschied. "Vor allem, wie groß der Unterschied zwischen Bemühen und Ergebnis sein kann."

Vielleicht ist das die Quintessenz dieses Abends: Die Blancos marschieren mit Selbstverständlichkeit durch die Liga, Espanyol bleibt ein Team im Übergang - jung, wacklig, aber mit Herz. Nur dass Herz allein im Profifußball selten reicht.

Oder, wie ein Espanyol-Fan beim Verlassen des Stadions bitter murmelte: "Wenn man keinen Schuss aufs Tor bringt, trifft man eben auch nur das nächste Problem."

Ein Satz, den man sich im Klubhaus wohl an die Wand hängen könnte - direkt neben die Statistik mit der Null bei den Torschüssen.

11.02.643987 12:28
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Der Herr Kemmling müsste heute normalerweise richtig auf die Fresse kriegen.
Mario Basler
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