Haaretz Sports
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Blau schlägt Rot - Kiryat Shmona FC gewinnt das Stadtduell mit 2:0

Es war ein Abend, an dem die Stadt Kiryat Shmona wieder einmal geteilt war - nicht politisch, sondern fußballerisch. 29.223 Zuschauer drängten sich am 5. Spieltag der 1. Liga Israel ins Stadion, um das heiß erwartete Derby zwischen Kiryat Shmona FC und Kiryat Shmona Red zu sehen. Am Ende jubelte die blau-weiße Hälfte: 2:0 hieß es nach 90 Minuten, und das Ergebnis war so verdient wie die anschließenden Hupkonzerte in der Innenstadt laut.

Von Beginn an machte die Mannschaft von Trainer Ivan Murganovic klar, wer in dieser Stadt das Sagen hat. Schon in der ersten Minute prüfte Mitrofan Aldonin den gegnerischen Keeper Noach Barculo mit einem satten Schuss - ein Vorgeschmack auf das, was kommen sollte. Die Blauen schossen aus allen Lagen, 20 Torschüsse standen am Ende zu Buche. Die Roten? Vier. Und zwei davon waren so harmlos, dass sich selbst die Balljungen weigerten, sie als "Torschüsse" zu bezeichnen.

Nach rund 20 Minuten gab’s die erste gelbe Karte - Per Berg von den Roten ließ sich zu einem rustikalen Einsteigen hinreißen. "Ich wollte nur den Ball treffen, aber der Ball war wohl schneller als mein Bein", grinste er später selbstironisch. Doch Kiryat Shmona FC ließ sich davon nicht abbringen. Die Mannschaft kombinierte flüssig, angetrieben vom jungen Jorge de Freitas, gerade einmal 17 Jahre alt, der mit seinen Pässen die Defensive der Roten regelmäßig in Verlegenheit brachte.

In der 43. Minute fiel dann die verdiente Führung: Linksverteidiger Mordechai Eban, normalerweise eher für kompromisslose Grätschen zuständig, stürmte nach vorn, bekam den Ball von Domingo Cunha mustergültig in den Lauf gespielt und schlenzte ihn ins rechte Eck - 1:0. Das Stadion explodierte. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte Eban nach dem Spiel bescheiden, "und gehofft, dass niemand merkt, dass ich eigentlich mit dem rechten Fuß schießen wollte."

Mit diesem Vorsprung ging es in die Pause, und die Fans der Blauen fühlten sich schon wie die Könige des Nordens. Murganovic blieb ruhig: "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen weiter ruhig bleiben - und vielleicht mal das Netz treffen, nicht nur die Latte."

In der zweiten Hälfte änderte sich wenig am Bild. Die Roten versuchten es, aber ohne großen Druck. Ihr Pressing blieb theoretisch, ihr Angriffsspiel höflich. Nur Isaac Satchmore tauchte zweimal gefährlich auf, doch Torhüter Koenraad Breed hatte einen dieser Tage, an denen alles klebte - inklusive der gegnerischen Schüsse.

Den Deckel drauf machte in der 80. Minute Inigo Quixano. Nach einem feinen Zuspiel von Aldonin zog der rechte Flügelstürmer trocken ab, und der Ball zappelte im Netz. 2:0, der Rest war Jubel. Quixano riss die Arme hoch, Murganovic grinste breit, und der Gästetrainer - dessen Name das Protokoll leider nicht überliefert - verschwand wortlos im Mantelkragen.

"Das war ein Statement", sagte Murganovic später. "Manchmal muss man in der eigenen Stadt zeigen, wer der Boss ist." Quixano ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Die Roten wollten uns stoppen, aber sie haben wohl vergessen, dass der Ball rund ist - und wir schneller."

Die Statistik unterstreicht die Dominanz: 54 Prozent Ballbesitz, 20 Torschüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Die Roten wirkten dagegen, als hätten sie sich mit den falschen Schuhen auf den Platz verirrt. Ihr Trainer (der später immerhin zum Handschlag kam) nahm es sportlich: "Wenn du 90 Minuten lang den Ball suchst, findest du irgendwann Demut."

Nach dem Schlusspfiff verwandelte sich Kiryat Shmona in ein blaues Lichtermeer. Aus den Fenstern hingen Fahnen, Kinder jubelten, und irgendwo rief jemand: "Eban for Mayor!" - was angesichts seiner neuen Popularität gar nicht so abwegig klang.

So bleibt festzuhalten: Kiryat Shmona FC hat nicht nur das Derby, sondern auch die Herzen der Stadt gewonnen. Und wenn man ehrlich ist - die Roten dürfen sich glücklich schätzen, dass es nur 0:2 hieß.

Oder wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte, während er sich den Schal enger zog: "Zwei Tore, null Sorgen - so darf jedes Wochenende anfangen."

06.03.643987 09:34
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