Cardiff Sports
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Blues eiskalt, Saints zu spät: Holyhead siegt 2:1 in Oswestry

Das Flutlicht im Park Hall Stadium glühte noch, als Trainer Mahoni Meloni vom FC New Saints mit einem ironischen Lächeln in die Mikrofone sprach: "Wenn man nach sechs Minuten schon einem Rückstand hinterherläuft, darf man sich nicht wundern, dass die Haare grau werden." Grauer wurde wohl einiges an diesem frostigen Januarabend - vor allem die Stimmung der rund 26.000 Zuschauer, die ihr Team am 5. Spieltag der 1. Liga Wales gegen clever agierende Holyhead Blues mit 1:2 untergehen sahen.

Es war ein Start, den man in Oswestry am liebsten aus der Vereinschronik löschen würde. Kaum hatte Schiedsrichter Evans angepfiffen, kam die Kugel ein erstes Mal gefährlich in den Strafraum der Saints. Und dann, in der sechsten Minute, zappelte sie schon im Netz: Ramon Vaz, Holyheads quirliger Mittelfeldmotor, zog nach Vorlage von Innenverteidiger Max Combe aus 18 Metern einfach mal ab - und traf. Keeper Theo Prinsloo streckte sich vergeblich, die Blues führten mit 1:0.

"Wir wollten das Spiel ruhig aufbauen", erklärte Meloni später, "aber das hat ungefähr so gut funktioniert wie ein Regenschirm im Sturm." Seine Elf suchte nach einer Antwort, fand aber nur den Gegner. Holyhead drückte weiter, spielte abgeklärter, hatte mehr Ballbesitz (55 Prozent) und doppelt so viele Torschüsse (18 zu 8). Und als die Saints noch sortierten, kam Vaz erneut frei zum Schuss. Wieder klingelte es - Minute 14, 0:2, diesmal nach Pass von Tzipi Itzhaki über rechts.

Die Fans der Blues, rund 2.000 waren mitgereist, sangen sich die Kehlen heiser. Auf der Tribüne rief jemand: "Ramon for Prime Minister!" Vaz lachte später: "Ich bin lieber Mittelfeldspieler - da hat man wenigstens was vom Spiel."

Die New Saints hingegen hatten Pech und Pein zugleich. In der elften Minute musste Joshua Kinmont verletzt raus, sein Bruder Joel winkte nur frustriert ab. Der 19-jährige Samuel Crichton kam - und machte seine Sache ordentlich, doch der Bruch im Spiel war spürbar. Die Offensive wirkte fahrig, Henry Cort holte sich in der 43. Minute noch Gelb ab, weil er mehr diskutierte als spielte.

"In der Pause habe ich gesagt: Jetzt oder nie", erzählte Meloni. Und seine Jungs nahmen ihn beim Wort - zumindest ein bisschen. Nach der Einwechslung der beiden Youngster Lewis Graves und Lukas Hradecky (der 17-jährige Keeper durfte sein Debüt feiern) wirkte das Spiel frischer. Graves prüfte Holyhead-Torwart Rafael Arino zweimal (62. und 63. Minute), und schließlich passierte es: In der 72. Minute bediente Lucas Greaves den 18-jährigen Lewis Young mustergültig - und der schob cool zum 1:2 ein.

Plötzlich wachte das Stadion auf. Die Saints drückten, Meloni gestikulierte wild an der Seitenlinie, und irgendwo zwischen Hoffnung und Hektik lag die Wahrheit dieses Spiels. Doch die Blues blieben abgebrüht. Sie verteidigten kompakt, ließen sich auch von der Gelben Karte für Max Combe in der 84. Minute nicht aus der Ruhe bringen. "Wir wussten, dass sie kommen würden", sagte Holyhead-Coach Jürgen Steinmetz hinterher, "aber wir haben einfach unser Ding gespielt - wie immer, wenn’s ungemütlich wird."

In der Nachspielzeit hatten die Saints noch eine letzte Chance: Henry Cort zog aus 20 Metern ab, der Ball rauschte haarscharf über die Latte. Meloni warf die Hände in die Luft, Steinmetz grinste - und das war’s.

Unterm Strich war es ein verdienter Sieg für die Gäste. Holyhead zeigte die bessere Spielanlage, mehr Zielstrebigkeit und vor allem: einen Ramon Vaz in Galaform. Zwei Tore, 90 Minuten Präsenz, jede Menge Spielfreude. Die Saints hingegen müssen sich ankreiden lassen, erst nach einer Stunde wirklich Fußball gespielt zu haben.

"Wir haben Charakter gezeigt", versuchte Meloni das Positive zu betonen. "Aber Charakter allein schießt halt keine Tore."

Vielleicht ist das die Lehre dieses Abends: Jugend kann erfrischen, Erfahrung kann gewinnen - und manchmal reicht ein Spieler wie Ramon Vaz, um ein ganzes Stadion zum Schweigen zu bringen.

Am Ende gingen die Blues jubelnd in die Kabine, während die Saints in die kalte Nacht hinausblickten. Und irgendwo zwischen den Nebelschwaden über dem Rasen murmelte ein Fan: "Wenn wir nächste Woche so anfangen wie wir heute aufgehört haben, wird’s vielleicht doch noch was mit dem Titel."

Ein guter Vorsatz - aber einer, den sie wohl schneller umsetzen müssen als gedacht.

06.03.643987 09:43
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