Canadian Soccer
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Blues siegen im Stadtderby - Sainz trifft, Reds hadern mit der Effizienz

Wenn sich in Vancouver Rot und Blau begegnen, dann geht’s selten um Taktik und immer um Stolz. 20.000 Zuschauer füllten am Sonntagabend das Stadion, als die Reds im dritten Saisonspiel der 1. Liga Kanada die Blues empfingen - und am Ende wieder einmal das Nachsehen hatten. 0:1 hieß es nach 90 intensiven, manchmal wilden Minuten. Der goldene Treffer: ein eleganter Schlenzer von Isidoro Sainz in der 73. Minute, vorbereitet von Rechtsverteidiger Ricardo Granados.

Dabei hatte es lange nicht danach ausgesehen, als würde überhaupt jemand treffen. Die Blues schossen aus allen Lagen - 18 Mal zielten sie auf das Tor der Reds. Die Heimelf kam auf gerade einmal vier Schüsse. "Wir haben uns bemüht, nicht im Weg zu stehen", knurrte ein sichtlich bedienter Reds-Kapitän Jacinto Mocana nach Abpfiff. Trainer Michel Luick von den Blues grinste nur: "Wir hätten das Ding früher klar machen müssen. Aber vielleicht war’s spannender so."

Von Beginn an machten die Blues klar, wer Herr im Haus ist - auch wenn es technisch das Stadion der Reds war. Schon nach einer Minute prüfte Uwe May den Reds-Keeper Peter Andersen, der sich in der Folge als der eigentliche Star des Abends erweisen sollte. Andersen fischte, blockte und warf sich in alles, was blau trug. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", sagte er über die Parade-Flut, "aber die Finger tun noch weh."

Die erste Halbzeit blieb torlos, aber lebendig. Owen Hardin versuchte sich aus der Distanz (5.), Sainz aus spitzem Winkel (2.), während Andrew Grenier für die Reds in Minute 4 eine der wenigen Chancen hatte. "Wenn der reingeht, läuft das Spiel anders", meinte Reds-Stürmer Didier Billet später - und wahrscheinlich hatte er recht. Doch es lief eben nicht anders.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild gleich: Blues mit Ball, Blues mit Mut, Reds mit Rückwärtsgang. Rhys Lujan verletzte sich nach einem Sprintduell in der 55. Minute und musste raus - für ihn kam Alexander Barclay, der prompt frischen Wind brachte. Kaum eine Viertelstunde später war es dann soweit: Granados marschierte über rechts, flankte scharf und flach, und Sainz legte den Ball mit der Ruhe eines Uhrmachers ins lange Eck. 1:0 für die Blues, Jubel im Gästeblock, Fassungslosigkeit auf der Gegenseite.

"Ich hab ihn einfach perfekt getroffen", sagte Torschütze Sainz später bescheiden - was Mitspieler Ermin Stefanovic mit einem Grinsen kommentierte: "Klar, wenn man so zielt wie er, braucht man keinen Glücksbringer."

Die Reds versuchten danach, das Spiel noch einmal zu drehen. Mocana zog aus 25 Metern ab (75.), Billet setzte einen Kopfball knapp vorbei (78.). Doch mehr sprang nicht heraus. Trainer der Reds - der Name blieb an diesem Abend lieber ungenannt, vielleicht aus Selbstschutz - stand stoisch an der Linie, während seine Mannschaft den Ball quer schob. "Wir wollten ruhig bleiben", erklärte er nachher. "Hat ja auch geklappt. Vielleicht zu ruhig."

In den Schlussminuten wurde es ruppig: erst sah Blues-Mittelfeldmann Hardin Gelb (77.), dann Reds-Verteidiger Ryan Ireland (79.), gefolgt von weiteren Verwarnungen gegen Granados (88.) und Morrison (92.). "Das sind Emotionen", meinte Blues-Coach Luick lakonisch. "Im Derby willst du nicht der sein, der zuerst ’Entschuldigung’ sagt."

Statistisch gesehen war der Sieg der Blues verdient: 52 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe (56 zu 44 Prozent), fast fünfmal so viele Torschüsse. Nur das Ergebnis blieb knapp - ein Muster, das man in Vancouver kennt: viel Drama, wenig Tore.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten selbst einige Reds-Fans zögerlich. Vielleicht aus Anerkennung, vielleicht aus Erleichterung, dass es vorbei war. Die Blues jubelten, Sainz umarmte Granados, und Torhüter Rafael Coluna feierte seinen selten beschäftigten Abend mit einem breiten Lächeln.

"Ein Derby-Sieg ist immer süß", sagte Luick und klopfte seinem Team auf die Schultern. "Heute war’s eher zuckerfrei, aber Hauptsache gewonnen."

Die Reds dagegen gingen frustriert vom Platz. Einer von ihnen murmelte noch: "Nächstes Mal treffen wir auch - vielleicht." Und irgendwo auf der Tribüne lachte jemand laut. Vancouver bleibt blau - zumindest bis zum nächsten Derby.

21.11.644002 23:50
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Ich will ja nicht sagen, dass der Job mich ausgesogen hat wie ein Vampir, aber selbst beim Essen daheim oder beim Zusammensein mit Freunden war ich geistig abwesend.
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