Anpfiff
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Bochumer Blitzstart - Pirmasens trotzt dem frühen Schock

Ein Freitagabend in Bochum, Flutlicht, 3.596 Zuschauer, Bratwurstduft und das leise Gefühl, dass hier heute etwas passieren könnte. Und es passierte - gleich doppelt, gleich früh. Nach acht Minuten stand es 2:0 für Blau Weiß Bochum, und die Fans auf der Haupttribüne wischten sich verwundert die Augen, ob sie sich nicht im Spieltag vertan hatten. Doch am Ende hieß es 2:2 (2:1) - ein Ergebnis, das beiden Teams mehr Fragen als Antworten hinterließ.

Bochum begann wie aus der Kanone geschossen. Schon in der sechsten Minute traf Theo Malfoy, der mit seinem Namen vielleicht in Hogwarts besser aufgehoben wäre, aber an diesem Abend den Zauberstab in seinem linken Fuß trug. Nach feinem Zuspiel von Tikhon Kapustin versenkte er den Ball trocken ins Eck. Zwei Minuten später drehten die beiden die Rollen um: Kapustin selbst schloss ab, diesmal nach Vorlage von Rechtsverteidiger Joel Neville, der später noch wegen einer Gelben Karte in die Notizblöcke der Schiedsrichterin wanderte.

"Wir wollten gleich zeigen, dass wir da sind", grinste Malfoy nach dem Spiel. "Vielleicht haben wir’s ein bisschen zu deutlich gezeigt, denn danach haben wir uns ja fast selbst weggeschossen."

Denn FK Pirmasens, unter der energischen Trainerin Gudrun Schweitzer, zeigte, dass man auch nach einem Albtraumstart nicht gleich ins Bett gehen muss. In der 18. Minute verkürzte Dani Tabenkin, nach feinem Pass von Archie MacAlister. MacAlister musste kurz darauf verletzt raus - der schottischste Name der Liga verabschiedete sich mit einer Zerrung, begleitet von einem "Ach, das ziept wie ein Dudelsack", wie er später schmunzelnd sagte. Für ihn kam David Bernier, der prompt zeigte, dass Pirmasens nicht nur einen Plan B, sondern gleich ein ganzes Alphabet an Laufwegen parat hatte.

Von da an spielten fast nur noch die Gäste. Ganze 18 Torschüsse feuerten sie auf das Tor von Connor Irwin ab, während Bochum mit fünf Schüssen auskam. Der Ballbesitz sprach mit 55 Prozent zwar für die Gastgeber, aber das war einer jener Abende, an denen Statistik und Wahrheit getrennte Wege gingen.

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie zunehmend ruppig. Vier Gelbe Karten für Bochum - Ralf Weiss (35.), Marcel Turcotte (42.), Joel Neville (46.) und schließlich Gianfranco Benedetti in der Nachspielzeit - ließen Trainer Tom Mertens nachdenklich zurück. "Wir haben uns ein bisschen verliebt in die Idee, das Ergebnis zu verwalten", murmelte er, "nur leider haben wir den Ball dabei vergessen."

In der 60. Minute fiel dann der Ausgleich, und der war so verdient wie unvermeidlich. Der 19-jährige Noah Specht, der schon zuvor mit jugendlicher Frechheit über den rechten Flügel gewirbelt war, traf nach Vorarbeit von Alex Coviello zum 2:2. Ein Treffer, der die mitgereisten Fans aus Pirmasens auf der Gegengerade zum Tanzen brachte - und Schweitzer zu einem seltenen Lächeln. "Ich hab ihm vor dem Spiel gesagt, er soll schießen, wenn er glaubt, dass es passt. Offenbar glaubt er sehr oft", witzelte sie später.

Bochum versuchte noch einmal, das Ruder herumzureißen, doch außer einem harmlosen Schuss von Fabian Brand (70.) und einem letzten Versuch von Ralph Ritter (88.) kam nicht mehr viel. Pirmasens dagegen drückte, als wolle man den Sieg mit Gewalt erzwingen. Dani Tabenkin vergab in der 87. Minute die große Chance zum 2:3, als er aus kurzer Distanz den Ball in die Arme von Irwin drosch.

Der Abpfiff kam fast wie eine Erlösung - für beide Seiten. Bochum rettete immerhin einen Punkt, nachdem der zweite Durchgang eher einem Dauertest ihrer Nerven glich. Pirmasens dagegen durfte sich über Moral und Durchhaltevermögen freuen, auch wenn Schweitzer trocken bilanzierte: "Wenn du 18 Mal aufs Tor schießt und nur zweimal triffst, brauchst du keine Statistik - du brauchst einen besseren Abschlusskurs."

Das Publikum verabschiedete beide Teams mit höflichem Applaus. Ein älterer Herr auf der Tribüne fasste es vielleicht am besten zusammen: "Das war wie Currywurst - scharf angefangen, lauwarm aufgehört."

Ein bisschen Wahrheit steckt in jedem Witz - und so blieb Blau Weiß Bochum am 33. Spieltag der Regionalliga B zwar ungeschlagen, aber auch unzufrieden. Pirmasens hingegen reist mit einem Punkt und viel Rückenwind zurück in die Pfalz. Und irgendwo im Ruhrgebiet wird Tom Mertens heute Abend noch lange auf seine Taktiktafel starren - vielleicht nicht auf der Suche nach Zauber, sondern nach Balance.

13.04.643990 14:58
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Die italienischen Vereine sagen mir: Von der Ablösesumme für Emerson könnt ihr euch doch zwei Spieler kaufen. Ich antworte denen dann immer: Dann kauft euch die doch selbst.
Rainer Calmund
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