Elfmeter
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Borussia Emsdetten stürmt den Norden - Nordost chancenlos beim 0:2

Wenn ein Sonntagabendspiel in der Verbandsliga J mehr an Belagerung erinnert als an Fußball, dann war vermutlich Borussia Emsdetten zu Gast. 2265 Zuschauer im kleinen Nordost-Stadion sahen am 14. Spieltag ein einseitiges 0:2, das für den FC Nordost fast schon schmeichelhaft ausfiel.

Von Beginn an rollte Angriff um Angriff auf das Tor von Swen Klose, dem bedauernswerten Keeper der Hausherren. Schon in der ersten Minute prüfte Florian Wiese aus der zweiten Reihe die Standfestigkeit der Tornetze - und das war kein einmaliger Geistesblitz. 21 Torschüsse, 58 Prozent Ballbesitz, druckvolles Flügelspiel: Emsdetten hatte das Spiel so fest im Griff wie der Linienrichter seine Fahne.

Doch Nordost, tapfer wie immer, hielt die Null in der ersten Halbzeit. Trainer Nico Wolf von Borussia Emsdetten kommentierte das später trocken: "Wir hätten zur Pause auch schon 3:0 führen können, aber mein Stürmer hat wohl noch an den Abiball gedacht." Gemeint war Danilo Perri, 18 Jahre jung, der zunächst am eigenen Nervenkostüm scheiterte - und später doch noch der Mann des Abends wurde.

Nach Wiederanpfiff dauerte es nur sieben Minuten, bis sich Perri dann endlich belohnte. Humberto Futre, der quirligste 19-Jährige der Liga, tanzte sich auf links durch, legte mustergültig ab, und Perri schob eiskalt zum 0:1 ein (52.). Ein Treffer, der so sauber war, dass man fast applaudieren wollte - wenn man nicht gerade Fan des FC Nordost gewesen wäre.

Nordost versuchte anschließend, das Spiel zu öffnen, was in etwa so aussah, als würde jemand mit einem Teelöffel eine Flut aufhalten. Hermann Rieger und Christian Christ setzten zwar vereinzelte Nadelstiche, doch der Ball fand einfach nicht den Weg ins Netz. Fünf Torschüsse in 90 Minuten sprechen eine klare Sprache - und keine, die man im Norden gerne hört.

In der 71. Minute folgte dann der endgültige K.o.-Schlag: Wieder war Futre der Vorbereiter, diesmal flankte er auf den heranstürmenden Rechtsverteidiger Damiano Paola, der mit einem satten Schuss aus 18 Metern das 0:2 besorgte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", gestand Nordost-Innenverteidiger Richard Yilmaz später zerknirscht - kurz bevor er sich in der 83. Minute noch Gelb für ein rustikales Tackling abholte.

Emsdettens Trainer Wolf grinste nach dem Schlusspfiff: "Das war ein souveräner Sieg, aber wir hätten ihn uns leichter machen können. Ich sag’s mal so: Wir spielen gern mit, aber wir treffen ungern früh."

Auf der anderen Seite stand Nordost-Coach - nennen wir ihn diplomatisch den Mann mit den Sorgenfalten - vor seiner Mannschaft, die sichtlich ratlos wirkte. "Uns fehlt im Moment einfach das Glück", murmelte er, während seine Spieler in Richtung Kabine trotteten. Hinter ihm rief ein Fan: "Vielleicht hilft ja ein Glückskäfer im Sturm!" - worauf der Trainer nur trocken erwiderte: "Wenn er Tore schießt, darf er nächste Woche ran."

Die Statistik unterstreicht das Elend der Gastgeber: 42 Prozent Ballbesitz, 43 Prozent gewonnene Zweikämpfe, kein Treffer. Immerhin: Der Rasen war gleichmäßig abgetreten, das Bier kalt, und die Fans blieben bis zum Schluss.

Emsdetten dagegen zeigte, dass Verbandsliga-Fußball schön anzusehen sein kann, wenn er mit jugendlicher Spielfreude kombiniert wird. Humberto Futre, der an beiden Toren beteiligt war, wirkte nach Abpfiff fast verlegen: "Ich spiele einfach, was mir Spaß macht. Heute hat’s halt zweimal funktioniert."

Und während die Borussen jubelnd in die Nacht verschwanden, blieb den Nordost-Anhängern nur die Hoffnung auf bessere Tage. Vielleicht auf einen Gegner, der weniger Lust auf Fußball hat. Oder auf ein Wunder.

Ein älterer Zuschauer brachte es beim Hinausgehen auf den Punkt: "Die da aus Emsdetten - die hätten heute auch mit verbundenen Augen gewonnen." Man kann es ihm kaum verdenken.

Am Ende bleibt ein klarer Sieg für Borussia Emsdetten, ein junger Stürmer mit Zukunft und ein FC Nordost, der sich trotz allem nicht hängen lässt. Oder wie Keeper Klose später seufzte: "Zwei Gegentore - das ist ja fast schon ein Fortschritt."

Ein Fortschritt vielleicht. Aber einer in sehr kleinen Schritten.

21.04.643994 22:15
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Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
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