Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Bournemouth fegt Macclesfield vom Platz - ein 4:0 mit Ansage

Ein nasskalter Donnerstagabend an der englischen Südküste, Flutlicht über dem Vitality Stadium, 32.707 Zuschauer, die sich die Hände an Pappbechern mit Tee wärmten - und ein Spiel, das kaum jemand so einseitig erwartet hatte. Bournemouth FC besiegte Macclesfield Town mit einem deutlichen 4:0 (1:0) und zeigte dabei, dass Offensivfußball auch im Januar noch Spaß machen kann.

Schon nach sechs Minuten platzte der Knoten. Michael Baskin, 21 Jahre jung und mit mehr Selbstvertrauen als Rasier-Erfahrung, traf aus kurzer Distanz zur frühen Führung. "Ich hab einfach draufgehalten - ehrlich gesagt, wollte ich eigentlich flanken", grinste der pfeilschnelle Rechtsaußen später. Das Publikum jubelte, Macclesfield wirkte konsterniert, und der Reporter auf der Tribüne begann sich zu fragen, ob er für die zweite Halbzeit noch genügend Kaffee haben würde.

Bournemouth legte los wie die Feuerwehr. 19 Torschüsse am Ende standen auf dem Statistikzettel, und man hatte den Eindruck, jeder davon sei gefährlicher gewesen als alles, was die Gäste zustande brachten. Macclesfield brachte es auf einen einzigen Schuss aufs Tor - in der 75. Minute, ein halbherziger Versuch von Evan Wiltshire, der eher als höfliche Erinnerung diente, dass Town auch mitspielte.

Die erste Halbzeit gehörte eindeutig den Gastgebern, auch wenn sie sich lange mit dem 1:0 begnügen mussten. In der 27. Minute sah Connor Gayheart Gelb, und kurz vor der Pause musste der 34-Jährige verletzt raus. "Ich spürte schon beim Sprint, dass da was zwickt", sagte er später, während er mit Eisbeutel auf der Bank saß. "Aber wenigstens hab ich den Ball noch berührt, bevor’s geknackt hat." Sein Trainer Raffael Vogelsang reagierte prompt und brachte Bradley Roades - ein Wechsel, der sich als goldrichtig erweisen sollte.

Denn kaum fünf Minuten nach Wiederanpfiff war Roades der Mann des Moments. Nach feiner Vorarbeit von Michael Clancy schob er in der 51. Minute zum 2:0 ein. Clancy rief ihm danach lachend zu: "Ich wollte eigentlich selber schießen - aber du standest im Weg!" Solche Anekdoten schreibt nur der Fußball.

Macclesfield-Coach, dessen Miene immer mehr an britisches Novemberwetter erinnerte, schrie sich an der Seitenlinie heiser. Seine Spieler wirkten ratlos, liefen brav mit, ohne wirklich anzukommen. Bournemouth dagegen spielte souverän, fast verspielt. In der 70. Minute erhöhte der erfahrene Mittelstürmer Ethan Lankford nach feiner Vorlage von Charles Winston auf 3:0. Ein klassischer Strafraumtreffer, eiskalt, trocken, britisch.

"Das war so ein Ball, den du riechst, bevor du ihn siehst", sagte Lankford mit einem Grinsen, das so breit war wie das Tor selbst. Macclesfield dagegen roch zu diesem Zeitpunkt nur noch den Braten - und der war längst gegessen.

Das 4:0 durch den jungen Leo McGowan in der 88. Minute war dann fast schon eine Zugabe. Der 19-Jährige traf per Nachschuss und rannte jubelnd zur Eckfahne. "Ich wollte einfach nur meine Mutter auf der Tribüne finden", erklärte er hinterher, "aber die Kamera war schneller."

Die Zahlen unterstreichen das Geschehen: 59,5 Prozent Ballbesitz für Bournemouth, 19 zu 1 Torschüsse, und eine Zweikampfquote, die ganz klar auf Seiten der Gastgeber lag. Macclesfield versuchte sich zwar tapfer in Offensivformation - laut Statistik sogar mit "offensiver Ausrichtung" -, doch auf dem Platz sah es eher nach kollektivem Rückzug aus.

Trainer Vogelsang zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht euphorisch: "Das war solide. Die Jungs haben heute umgesetzt, was wir trainiert haben: vorne mutig, hinten wach, und keine Experimente beim Tee in der Pause." Ein Satz, der so britisch klang, dass selbst die Presse lachen musste.

Sein Gegenüber hingegen, ein sichtlich bedienter Coach von Macclesfield, fasste es nüchtern zusammen: "Wir waren heute einfach Statisten. Und zwar welche ohne Text."

Am Ende blieb das Gefühl, dass Bournemouth an diesem Abend alles im Griff hatte - Ball, Gegner, Stimmung. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gab, dann vielleicht die Tatsache, dass die Hausherren das Toreschießen nach dem 3:0 etwas zu locker sahen. Doch das Publikum störte das wenig. Die Fans sangen, die Spieler lächelten, und der Stadionsprecher kündigte das nächste Heimspiel mit der Zuversicht eines Mannes an, der weiß: Hier wächst etwas zusammen.

Ein 4:0, das nicht nur auf der Anzeigetafel, sondern auch im Selbstverständnis der Mannschaft nachhallt - und ein Macclesfield, das wohl noch eine Weile braucht, um dieses Spiel aus den Köpfen zu bekommen.

Oder, wie Torwart Samuel Locklear es trocken formulierte: "Ich hatte heute mehr Ballkontakte beim Abstoß als beim Fangen - das sagt alles."

Ein Satz, der bleibt. Und ein Abend, den Bournemouth-Fans so schnell nicht vergessen werden.

19.09.643987 05:05
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das habe ich ihm dann auch verbal gesagt.
Mario Basler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager