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Bournemouth kämpft sich zu spätem 1:1 gegen bissige Hull Tigers

Bournemouth - 16. Spieltag der 2. Liga England, Freitagabend, Flutlicht, 38.280 Zuschauer und eine Prise typisch englischen Nieselregens: Die Bühne war perfekt bereitet für ein Spiel, das alles versprach - und immerhin ein 1:1 hielt. Bournemouth FC und die Hull Tigers trennten sich nach intensiven 90 Minuten mit einem gerechten Remis, das beiden Trainern zwar Falten, aber immerhin einen Punkt bescherte.

Die Gäste aus Hull erwischten den besseren Start. Schon früh zeigten sie, dass sie den Namen "Tigers" nicht nur aus Marketinggründen tragen. Aggressiv im Zweikampf, bissig im Pressing - und in der 21. Minute schlugen sie zu: Agemar Conceicao, der rechte Mittelfeldspieler mit der Eleganz eines Tänzers und der Schusskraft eines Presslufthammers, verwandelte eine Vorlage von Connor Wiltshire zur 1:0-Führung. Bournemouths Torwart Samuel Locklear streckte sich vergeblich, und Trainer Raffael Vogelsang biss auf seiner Wasserflasche herum, als wolle er sie in die Nachspielzeit retten.

"Wir waren in der ersten Halbzeit zu brav", grollte Vogelsang später. "Hull hat uns den Schneid abgekauft. Ich habe den Jungs in der Kabine gesagt: Wenn ihr schon nass werdet, dann wenigstens kämpfend." Und tatsächlich, Bournemouth kam nach der Pause mit deutlich mehr Wucht aus der Kabine.

Das Spiel kippte langsam, aber spürbar. Während Hulls Trainer Mathias Oergel an der Seitenlinie wild gestikulierte ("Bleibt wach, Männer, das ist kein Sonntagskick!"), lief Bournemouth immer wieder an. 53,8 Prozent Ballbesitz, neun Torschüsse - die Statistik sprach klar für die Gastgeber. Doch lange Zeit fehlte der letzte Punch, der berühmte letzte Pass, das Quäntchen Glück - nennen Sie es, wie Sie wollen.

In der 73. Minute platzte dann der Knoten. Archie Onnington, der unermüdliche linke Mittelfeldspieler, setzte sich am Flügel durch, tunnelte seinen Gegenspieler und legte quer. Michael Clancy, 21 Jahre jung, mit einem Selbstbewusstsein, das eher nach 121 klingt, vollendete trocken zum 1:1. Der Jubel an der Südkurve war ohrenbetäubend - und Clancy rannte direkt zu Vogelsang, der ihn mit einem Schulterklopfen und einem Lächeln empfing, das irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung lag. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Clancy nach dem Spiel. "Und gehofft, dass der Ball diesmal nicht im Parkplatz landet."

Die letzten 15 Minuten waren dann ein offener Schlagabtausch. Hull reagierte mit frischen Kräften: Halvorsen kam für Götz, Payne ersetzte Hernando, und Edwards durfte die Defensive stabilisieren. Oergel, der das Geschehen gewohnt emotional kommentierte ("Ich wollte eigentlich nur einen Punkt sichern, jetzt hatte ich plötzlich Herzrasen"), sah, wie seine Mannschaft den Druck überstand. Besonders der erfahrene Innenverteidiger Tyler Edwards räumte im Strafraum ab, als wäre er ein Türsteher mit klaren Vorstellungen von Einlasspolitik.

Doch auch Bournemouths Defensive hielt stand - selbst wenn Kian Henderson, der 19-jährige Innenverteidiger, in der 88. Minute kurz das Herz in die Hose rutschte, als er einen Rückpass gefährlich nah am Tor vorbeischob. "Ich wollte’s spannend machen", scherzte er hinterher, während Vogelsang neben ihm nur die Augen verdrehte.

Am Ende blieb es beim 1:1 - leistungsgerecht, aber mit genug Stoff für Diskussionen. Hulls Agemar Conceicao sah Gelb (58.), später erwischte es auch seinen Teamkollegen Christopher Hoskins (77.). "Ein bisschen zu viel Tiger im Blut", kommentierte ein Hull-Fan augenzwinkernd auf der Tribüne.

Statistisch gesehen hatte Bournemouth leicht die Nase vorn: mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Spielanteile. Doch Hull verteidigte kompakt, lauerte auf Konter und brachte die Führung clever über die Zeit - bis Clancy kam. In der Schlussphase versuchten beide Teams noch einmal, das entscheidende Tor zu erzwingen, doch die Torhüter blieben standhaft und die Fans mussten sich mit einem Punkt begnügen.

Trainer Oergel zeigte sich nach dem Spiel versöhnlich: "Ein Punkt in Bournemouth ist kein schlechtes Ergebnis. Aber wenn man führt, fühlt sich’s immer ein bisschen wie ein Diebstahl am eigenen Glück an." Vogelsang dagegen nahm’s sportlich: "Wir haben Moral gezeigt. Und wenn Moral drei Punkte gäbe, wären wir Tabellenführer."

So blieb es bei einem Unentschieden, das keiner wirklich wollte, aber beide gebrauchen können. Und während die Zuschauer das Stadion verließen, hörte man einen älteren Fan murmeln: "Na ja, wenigstens ist keiner eingeschlafen."

Vielleicht das treffendste Fazit eines Abends, der die 2. Liga England in all ihrer charmanten, unberechenbaren Mittelklassepracht zeigte: kein großes Spektakel, aber ehrlicher Fußball - mit Regen, Kampf, Leidenschaft und einem Tor pro Seite.

11.07.643987 17:45
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