Sport-Blick
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Breitenrain zerlegt Kriens - ein 7:1, das nachhallt

Manchmal reicht schon ein Blick auf die Anzeigetafel, um zu wissen, dass hier etwas Außergewöhnliches passiert ist. Der FC Breitenrain zerlegte am Montagabend den FC Kriens mit 7:1 - und das vor über 39.000 begeisterten Zuschauern, die sich am 5. Spieltag der 1. Liga Schweiz warmklatschten, während die Gäste allmählich erfro… nun ja, einfroren.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Hier will jemand ein Statement setzen. In der 14. Minute eröffnete Jean-Pierre Gaudin den Torreigen - nach schöner Vorarbeit von Callum Logan, der offenbar beschlossen hatte, an diesem Abend gleich mehrere Assists zu sammeln. Zwei Minuten später legte Martin Franz nach, ebenfalls nach Zuspiel Logans. Der Mann aus Schottland - so munkelt man - grinste danach in Richtung Trainer Markus Stoller und sagte: "Wenn ich so weitermache, brauch ich bald eine eigene Rubrik bei den Scorern."

Die Krienser, defensiv ambitioniert, aber mit der Standfestigkeit einer Hängematte im Sturm, fanden kaum Zugriff. Zwar erzielte Yves Sanci in der 39. Minute nach Vorarbeit von Marc Fernandes das zwischenzeitliche 3:1, doch das war mehr Trostpflaster als Wendepunkt. "Wir dachten kurz, wir sind wieder im Spiel", meinte Sanci später mit einem bitteren Lächeln, "aber Breitenrain hat einfach nicht aufgehört, Fußball zu spielen."

Und wie sie spielten. In der zweiten Halbzeit drehte das Team von Markus Stoller noch einmal auf, als wäre der Halbzeitpfiff eine Startpistole gewesen. Javier Pacos traf in der 52. Minute, Julian Klug nur acht Minuten später. Callum Logan war wieder beteiligt - man könnte fast meinen, er habe eine Fernbedienung für die Offensive in der Tasche gehabt.

Die schönste Szene des Abends? Vielleicht der Treffer von Mario Figo in der 68. Minute. Ein Linksverteidiger, der plötzlich zum Torjäger mutiert, den Ball aus gut 20 Metern trocken ins Eck zimmert - und danach mit ausgestreckten Armen Richtung Ersatzbank läuft. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Figo nach dem Spiel lachend zu, "aber wenn’s passt, passt’s."

Der Schlusspunkt gehörte dann dem jüngsten auf dem Platz: Carles Moran, gerade mal 19, drosch in der 86. Minute das Leder ins Netz, als wollte er der Statistikabteilung Arbeit ersparen. Ein 7:1, das in seiner Deutlichkeit kaum Fragen offenlässt.

Dabei war der Ballbesitz fast ausgeglichen - 49,7 zu 50,3 Prozent -, aber Breitenrain nutzte seine 16 Torschüsse eiskalt, während Kriens mit seinen sechs Versuchen eher Alibifußball betrieb. Die Tacklingquote sprach mit 53,6 Prozent leicht für die Hausherren, doch der Unterschied war: Breitenrain spielte mit Herz, Kriens mit Hoffnung.

Selbst die drei Gelben Karten - für Satchmore, Duff und Pacos - konnten der Euphorie im Stadion keinen Dämpfer verpassen. Im Gegenteil: Nach jedem Foul wurde gejubelt, als hätte man gerade wieder getroffen. Und Breitenrains Trainer Stoller kommentierte das Ganze trocken: "Wir wollten offensiv bleiben - und das hat die Jungs wohl ein bisschen zu wörtlich genommen."

Auf der anderen Seite wirkte Kriens-Coach (dessen Name man lieber verschweigt, um das Trauma nicht zu verlängern) sichtlich bedient. "Wir waren mutig, vielleicht zu mutig", sagte er, "aber wenn der Gegner so konsequent ist, kannst du nur applaudieren."

Die Zuschauer taten genau das. Sie applaudierten, sangen, winkten mit Schals - und einer im Block rief in Richtung Spielfeld: "Markus, lass sie noch eins machen!" Der Trainer grinste nur und schüttelte den Kopf. "Nein, sieben reicht. Sonst glaubt uns das keiner."

So ging ein denkwürdiger Abend in Bern zu Ende. Breitenrain spielte, als gäbe es kein Morgen, Kriens verteidigte, als wäre die Gegenwart schon vorbei. Am Ende stand ein 7:1, das nicht einfach ein Ergebnis war, sondern ein Statement: Hier wächst etwas zusammen, das Spaß am Fußball hat - und offenbar kein Erbarmen mit harmlosen Gegnern.

Oder, wie Torschütze Gaudin beim Abgang in die Kabine sagte: "Wir haben das Gas gefunden - und heute nicht mehr runtergenommen."

Ein Satz, der nach diesem Spieltag wohl in Kriens noch lange nachhallen wird.

06.03.643987 10:30
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Ich glaube nicht, dass der Verein mir Steine in den Vertrag legt.
Torsten Legat zu evtl. Wechselproblemen mit Eintracht Frankfurt
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