Jornal do Brasil
+++ Sportzeitung für Brasilien +++

Bruno Vaz trifft, Vasco verzweifelt - Indio de Manaus siegt dank Dauerbeschuss

43121 Zuschauer im Estádio São Januário hatten sich am Freitagabend auf ein brasilianisches Fußballfest gefreut - bekommen haben sie vor allem: Abwehrschlachten, Schweiß und ein unermüdliches Indio de Manaus, das Vasco da Gama mit 1:0 niederkämpfte. Ein Spiel, das sich anfühlte, als würde man eine Stunde lang gegen eine Wellenmaschine anrennen.

Vasco-Trainer Patrick Kunz Gouveia hatte vor der Partie noch betont, sein junges Team müsse "ruhig bleiben und das Spiel lesen". Nach 90 Minuten sah er allerdings eher so aus, als hätte er ein sehr kompliziertes Buch in kyrillischer Schrift gelesen. Denn was seine Mannschaft bot, war mehr Lesestoff für die Kategorie "Krimi mit tragischem Ende".

Von Beginn an übernahm Indio de Manaus die Kontrolle. Die Gäste aus dem Amazonas spielten offensiv, als gäbe es kein Morgen. Schon in der vierten Minute prüfte Jake Henderson den jungen Vasco-Keeper Freddie MacQueen mit einem satten Schuss - und das sollte nur der Auftakt zu einer wahren Flut an Chancen sein. 21 Torschüsse am Ende, das sagt alles. "Wir wollten einfach Spaß haben", grinste Henderson später, "und das heißt bei uns: schießen, bis das Tornetz glüht."

In Minute 29 fiel dann das, was man in Rio gern "unausweichlich" nennt: Bruno Vaz, der bullige Linksaußen von Manaus, nahm eine Hereingabe von Nelson Coluna direkt - zack, drin. 0:1. Der Jubel war laut, aber selbst die Heimfans mussten kurz anerkennend nicken. "Das war brasilianische Präzision in Reinform", schwärmte später ein Kommentator, offenbar leicht verliebt in die Schusstechnik des 26-Jährigen.

Vasco dagegen? Spielte mit 50,7 Prozent Ballbesitz eigentlich gar nicht so schlecht - nur wusste keiner so recht, was man mit dem Ball anfangen sollte. Der einzige ernsthafte Abschluss kam in der 82. Minute, als Patrik Fuhrmann aus 20 Metern abzog und den Manaus-Keeper Mario Manu zu einer Glanzparade zwang. Das Publikum jubelte, als hätte Vasco gerade den Ausgleich erzielt - so selten war die Kugel überhaupt in Tornähe.

"Man kann kein Spiel gewinnen, wenn man das Tor nicht findet", sagte Gouveia trocken nach der Partie. Auf die Nachfrage, ob er die Statistik kenne - ein Schuss auf das Tor - antwortete er: "Ich will sie lieber vergessen."

Indio-Trainer Karel Aschenberger dagegen hatte allen Grund zur Freude. Der tschechische Fußballwanderer, der seit drei Jahren in Manaus arbeitet, lobte seine Jungs überschwänglich: "Das war unser bestes Auswärtsspiel der Saison. Wir haben mutig gespielt, aggressiv, aber fair." Aggressiv stimmte - 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe und eine Gelbe Karte für den 18-jährigen Vicente Morte, der sich bei einem rustikalen Einsteigen sichtlich an die Seniorenspielklasse gewöhnen musste.

Die zweite Halbzeit war dann ein Musterbeispiel für Dominanz ohne Ertrag. Tonel, Quaresma, Garcia - sie alle feuerten aus allen Lagen, doch MacQueen im Vasco-Tor hielt, was zu halten war. Der erst 19-Jährige wurde vom Publikum trotz der Niederlage mit stehenden Ovationen verabschiedet. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", sagte er nach dem Spiel, "aber ich glaube, ich hab mehr Paraden als mein Team Pässe nach vorn gespielt hat."

Die jungen Vascos kämpften, liefen, grätschten - nur der Funke sprang nicht über. Vielleicht war es die Unerfahrenheit, vielleicht die Nerven. Mattias Dahlstrom, 17 Jahre alt, sah in der 86. Minute Gelb, nachdem er den enteilten Nuno Garcia festhielt. "Ich wollte nur Hallo sagen", scherzte der Teenager später, während der Schiedsrichter vermutlich weniger Humor zeigte.

Am Ende blieb es beim 0:1 - ein Ergebnis, das die Gäste jubeln und die Gastgeber grübeln ließ. Indio de Manaus bleibt mit diesem Sieg im oberen Tabellendrittel, Vasco dagegen taumelt weiter durch die Liga.

"Wir müssen lernen, dass Ballbesitz nichts nützt, wenn man Angst vor dem Tor hat", resümierte Gouveia mit einem bitteren Lächeln. Aschenberger konterte charmant: "Ich hoffe, sie behalten den Ball nächste Woche wieder - dann schießen wir vielleicht zwei."

Und so verließen die Fans das Stadion zwischen Frust und Bewunderung. Ein Spiel, das Vasco weh tat, aber MacQueen zum Helden machte. Und irgendwo, in der Kabine von Indio de Manaus, hat Bruno Vaz wohl noch immer diesen einen Schuss im Kopf - jenen, der den Unterschied machte.

Man könnte sagen: Vasco spielte mit Herz, Manaus mit Zielwasser. Und das war, wie so oft im Fußball, der kleine, aber entscheidende Unterschied.

01.05.643987 19:29
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die Hitze kann für die deutschen Spieler sogar ein Vorteil sein. An einem Urlaubsort sieht man in der Mittagshitze auch immer nur Deutsche draußen, also kommen wir mit der Temperatur sogar besser zurecht.
Erich Ribbeck
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager