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Buettner trifft doppelt - Rankweil lässt Jennersdorf keine Chance

Wenn ein Innenverteidiger zweimal trifft, weiß man: Entweder war das Spiel völlig verrückt oder Moritz Buettner hatte einfach einen sehr guten Tag. Beim 3:1-Sieg des FC Rankweil über Jennersdorf war es wohl eine Mischung aus beidem. 34.870 Zuschauer sahen am 5. Spieltag der 1. Liga Österreich einen beherzten Auftritt der Gastgeber, die schon nach einer halben Stunde alles klarzumachen schienen - und am Ende souverän drei Punkte einfuhren.

Schon in der sechsten Minute machte Buettner das, was sonst eher den Stürmern vorbehalten ist: Er stand nach einer Ecke goldrichtig, nickte den Ball ein und ließ Jennersdorfs Keeper José Pascual ratlos zurück. "Ich dachte zuerst, der Pascal Thomas will selbst schießen", grinste Buettner später. "Aber dann kam der Ball perfekt zu mir. Kopf runter, Augen zu - und drin war er."

Jennersdorf wirkte zu diesem Zeitpunkt noch verschlafen, während Rankweil mit offenem Visier spielte. Trainer Freddie Fridolin hatte seine Elf mutig offensiv ausgerichtet - mit drei echten Stürmern und Buettner als torgefährlichem Abwehrchef. In der 26. Minute wiederholte sich die Szene beinahe: Freistoß von links, Buettner steigt am höchsten, 2:0. "Ich hab ihm in der Kabine gesagt, dass er sich mal als Mittelstürmer versuchen sollte", meinte Fridolin später augenzwinkernd. "Vielleicht war das keine so schlechte Idee."

Jennersdorf-Coach Kevo Kevo hingegen stand an der Seitenlinie und schüttelte den Kopf. "Wir hatten Ballbesitz, ja", sagte er, "aber Ballbesitz allein gewinnt keine Spiele." Tatsächlich hatten seine Jungs mit 53 Prozent den größeren Anteil am Spiel, doch Rankweil nutzte jede Lücke gnadenlos. 13 Torschüsse gegenüber 8 für Jennersdorf - das sagt einiges über Effizienz und Zielstrebigkeit.

Kurz nach der Pause dann der nächste Nackenschlag: In der 46. Minute vollendete Nils Otto nach feinem Zuspiel von Innenverteidiger Nicolas Hiliard zum 3:0. Ein Tor, das so schön war, dass sogar die Ersatzspieler auf der Bank kurz applaudierten. "Ich hab einfach gehofft, dass Nils den Ball mitnimmt", erzählte Hiliard. "Und er hat das eiskalt gemacht - wie im Training, nur ohne die blöden Hütchen."

Jennersdorf bäumte sich danach tatsächlich auf. In der 58. Minute gelang Janis Fuhrmann nach Vorlage von Finlay Keane der Anschlusstreffer. Ein satter Rechtsschuss aus 18 Metern, unhaltbar für Rankweils Keeper Benjamin Römer. Das Publikum honorierte die Aktion mit höflichem Applaus, und plötzlich war wieder Leben in der Bude. Doch Rankweil ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. "Da hab ich kurz gedacht, jetzt wird’s nochmal spannend", gab Fridolin zu. "Aber die Jungs haben das souverän runtergespielt."

In der Schlussphase hätten die Hausherren sogar noch erhöhen können. Sven Schreiber und Pascal Thomas vergaben gleich mehrere gute Chancen, während Jennersdorf mit frischen Kräften - unter anderem dem 17-jährigen Linus Steiner - verzweifelt versuchte, den Druck zu erhöhen. Der junge Steiner, blass aber mutig, lieferte immerhin eine solide Viertelstunde ab.

"Ab der 70. Minute haben wir endlich angefangen, Fußball zu spielen", seufzte Kevo Kevo nach dem Abpfiff. "Nur leider war das Spiel da schon entschieden."

Statistisch sah das Ganze übrigens kurios aus: Jennersdorf hatte mehr Ballbesitz und lief mehr, Rankweil aber gewann mehr Zweikämpfe (53,6 Prozent) und schoss öfter aufs Tor. Die Taktik der Gäste - zunächst ausgewogen, später aggressiv mit Pressing - brachte wenig Ertrag. Rankweil blieb offensiv, aber abgeklärt.

Ein kleines Kuriosum am Rande: Schon in der ersten Minute sah Rankweils Rechtsverteidiger Marcus Giese Gelb - offenbar war sein Kaffee zu stark oder der Schiedsrichter zu wach. "Ich hab nur leicht gezogen", verteidigte sich Giese später lachend. "Aber gut, jetzt weiß ich, wie früh man hier Karten kriegt."

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Fridolin seinem Doppeltorschützen Buettner in die Arme. "So einen Innenverteidiger wünscht sich jeder Trainer", schwärmte er. Buettner selbst blieb bescheiden: "Ich wollte eigentlich nur hinten dicht machen. Aber manchmal hat man eben einen guten Kopf."

So bleibt Rankweil mit diesem 3:1-Sieg weiter auf Kurs, während Jennersdorf den Blick wohl eher nach unten richten muss.

Und irgendwo auf der Tribüne rief ein Fan beim Rausgehen: "Buettner for Ballon d’Or!" - Ironie? Vielleicht. Aber nach diesem Abend könnte man fast drüber reden.

06.03.643987 09:35
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