Sport-Blick
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Bülach tanzt, Baden stolpert - ein 3:0 zum Zungeschnalzen

Ein kalter Januarabend, 20.30 Uhr, Flutlicht über Bülach. 30.223 Zuschauer hatten den Weg ins Stadion gefunden, viele wohl in der Hoffnung, dass der FC Bülach den grauen Winter mit ein paar warmen Toren erhellt. Und sie wurden nicht enttäuscht: Ein 3:0 über den SC Baden, das so deutlich war, dass man fast Mitleid mit den Gästen haben musste - fast.

Von Beginn an war klar, wer hier den Ton angibt. Schon in der ersten Minute prüfte Matthew Peltier den Badener Torwart Niclas Kaufmann mit einem Schuss, der so laut an der Latte krachte, dass die vorderen Reihen kurz zusammenzuckten. Der FC Bülach war wach, hellwach. Baden dagegen wirkte, als hätten sie ihre Aufwärmübungen im Bus vergessen.

Die Folge ließ nicht lange auf sich warten. In der 15. Minute kombinierte sich Bülach über rechts durch - Peltier mit einem feinen Querpass auf Evan Cabell, der aus zentraler Position trocken abschloss. 1:0, und das Stadion vibrierte. Cabell grinste später: "Matthew hat mir den Ball so serviert, ich hätte mich entschuldigen müssen, wenn ich den nicht reinmache."

Kaum hatte sich Baden vom ersten Schock erholt, rappelte es schon wieder. Zwei Minuten später - man zählte noch die Jubelrufe - tauchte Innenverteidiger Giacomo Albi nach einer Ecke auf und wuchtete das Leder per Kopf ins Netz. 2:0 in der 17. Minute, ein Tor, das man beim SC Baden wohl noch in der Videoanalyse bewundern darf. "Wir haben kurz gedacht, er sei unser Stürmer", murmelte Badens Trainer später mit einem bitteren Lächeln.

Von da an verwaltete Bülach das Spiel mit der Gelassenheit eines Teams, das weiß, dass an diesem Abend nichts schiefgehen kann. 57,9 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse - das liest sich wie ein Trainingsspiel. Baden kam in der 45. Minute durch Jean-Pierre Wagner einmal gefährlich vor das Tor, aber Bülach-Keeper Marek Dubovsky musste kaum eingreifen. Der Rest war viel Laufarbeit und wenig Ertrag.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild kaum. Bülach blieb dominant, ohne überheblich zu werden. Frederic Silvestre prüfte Kaufmann gleich zweimal (61. und 63. Minute), und Marian Brozek wagte sich in der 79. sogar als Linksverteidiger in die Offensive. "Bei uns darf jeder mal", witzelte Trainer Alain Meier nach dem Spiel, "solange er wieder rechtzeitig hinten ist."

Das 3:0 fiel schließlich in der 73. Minute - eine Szene wie aus dem Lehrbuch. Fernando Capucho dribbelte sich auf der linken Seite durch, legte quer auf Jean-Pierre Doucet, der den Ball humorlos in die Maschen drosch. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Doucet, "und gehofft, dass der Ball nicht auf dem Parkplatz landet."

Baden? Zwei Gelbe Karten (Guy Breze in der 14. und Pascal Rochefort in der 87. Minute) und ein verzweifelter Versuch, "offensiv" zu bleiben - zumindest laut Taktikzettel. In der Realität war davon wenig zu sehen. "Wir wollten druckvoll spielen, aber der Druck kam nur von Bülach", sagte ein frustrierter Sven Karl, der im Mittelfeld kaum Luft bekam.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierte das Publikum minutenlang. 3:0, verdient, überzeugend, souverän. Die Bülacher Fans sangen sich die Kälte aus den Knochen, während die Badener Spieler wortlos in den Kabinengang verschwanden.

Trainer Meier fasste es trocken zusammen: "Wir hatten heute Spaß am Fußball. Und das sieht man meistens auch am Ergebnis."

Ein kleines Fazit drängte sich auf: Wenn der FC Bülach so weiterspielt, wird die 2. Liga Schweiz bald zu klein sein. Und der SC Baden? Sollte vielleicht mal Pressing nicht nur auf dem Papier üben.

Am Ende blieb ein Abend, der zeigte, dass Fußball manchmal einfach ist: Wer schießt, gewinnt. Wer zuschaut, friert.

06.03.643987 12:31
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