Sport-Blick
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Buochs tanzt im Januar: 2:0 gegen Racing Club GE

Man hätte meinen können, in Buochs sei Frühling ausgebrochen - zumindest auf dem Rasen. Bei knapp über null Grad und 18.176 unerschrockenen Zuschauern bot der SC Buochs am 4. Spieltag der 3. Liga Schweiz (1. Div) ein Spiel, das wärmer machte als jeder Glühwein: ein verdienter 2:0‑Sieg über den Racing Club GE, der sich an diesem Abend eher im Leerlauf präsentierte als im Rennmodus.

Schon früh zeigte Buochs, wer Herr im eigenen Haus ist. Kaum war der Anpfiff verklungen, prügelte Christian Besson in der ersten Minute den Ball auf das Tor - ein Statement‑Schuss, wie ihn nur Stürmer im Januar wagen. Trainer Truthan Trainer von Racing Club GE (ja, der Mann heißt wirklich so) stand da noch mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als wollte er sagen: "Das wird ein langer Abend." Er sollte recht behalten.

Nach einer halben Stunde fiel das längst überfällige 1:0. Fabian Aimee, der Linksfuß mit dem Charme eines Mathematiklehrers und dem Schuss eines Kanoniers, traf in der 25. Minute nach feinem Zuspiel von Pekka Forssell. Der Ball zappelte im Netz, und Aimee hob entschuldigend die Hände. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste er später. Forssell konterte trocken: "Dann soll er bitte öfter flanken."

Racing Club GE wirkte bemüht, aber ungefährlich. Ihre fünf Torschüsse waren eher freundliche Anfragen an Buochs‑Torwart Thierry Abel, der sich mehrmals streckte, aber nie wirklich schwitzen musste. Besonders Mathias Wild versuchte es in der 33. Minute - sein Schuss ging so weit über das Tor, dass die Balljungen kurzzeitig in den angrenzenden Parkplatz ausrücken mussten.

Buochs dominierte den Ballbesitz mit 58 Prozent, spielte kurz, sicher und mit deutlich mehr Selbstvertrauen als der Gegner. "Wir wollten einfach Spaß haben", sagte Innenverteidiger Raphael Boutin nach dem Spiel. Spaß hatte er spätestens in der 56. Minute, als er nach einer Ecke von Roger Lamarliere das 2:0 erzielte. Ein Verteidiger, der trifft - das ist im Fußball ja fast so selten wie ein ehrlicher Handelfmeter.

Racing Club GE versuchte danach, die Offensive zu beleben: Trainer Trainer (das klingt immer noch seltsam) brachte zur zweiten Halbzeit Matthew Staunton und Patryk Wasilewski. Letzterer hatte tatsächlich zwei ordentliche Szenen, in der 67. und 79. Minute, doch Abels Handschuhe blieben unüberwindbar. "Ich hab ihm in den Augen angesehen, dass er treffen wollte", witzelte Abel, "aber Wollen allein reicht halt nicht."

Die Gelben Karten verteilte Schiedsrichter Huber mit pädagogischem Feingefühl: zuerst an Buochs‑Verteidiger Rui Custodio (31.), dann an GEs Thomas Eckert (41.), später durften sich auch Wsewolod Martynjuk (74.) und der junge Boutin (83.) ein Erinnerungsstück abholen. "Wir wollten es spannend halten", kommentierte Custodio lachend.

Taktisch blieb Buochs über 90 Minuten ausgewogen - defensiv stabil, offensiv kreativ. Racing Club GE dagegen spielte laut Statistik zwar "offensiv", aber das war wohl eher eine Gefühlslage als eine taktische Realität. Ihr Passspiel war solide, ihr Pressing praktisch nicht existent. Man sah den Gästen an, dass sie zwar wollten, aber nicht wussten, wie.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierte das Publikum - nicht euphorisch, aber zufrieden, wie nach einem gelungenen Theaterabend. Die Buochser winkten, Boutin ließ sich feiern, Aimee verteilte Autogramme, und Trainer Truthan Trainer stapfte mit gesenktem Kopf Richtung Kabine. "Wir haben das Spiel kontrolliert verloren", sagte er später in der Pressekonferenz. "Das ist auch eine Kunst."

SC‑Kapitän James Corey fasste den Abend zusammen: "Wir haben gezeigt, dass wir auch im Winter heiß laufen können. Und dass man in Buochs nicht nur Skifahren kann."

Ein gelungener Auftakt ins neue Jahr also - zwei Tore, kein Gegentor, solide Defensivarbeit und genug Szenen für die Highlight‑Spule. Man darf gespannt sein, ob Buochs diesen Schwung mitnimmt. Für Racing Club GE hingegen gilt: Wer offensiv spielt, sollte irgendwann auch mal auf das Tor zielen.

Und so ging ein kalter Januarabend zu Ende, an dem Buochs Fußball zelebrierte, als wäre es Hochsommer. Vielleicht lag es am Publikum, vielleicht an Aimees "Flanke". Oder einfach daran, dass Buochs wusste, dass man Spiele nicht gewinnt, indem man sie schön redet - sondern indem man sie einfach gewinnt.

05.03.643987 16:21
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Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich die Aufstellung geändert.
Berti Vogts zu der Feststellung, er hätte mit der Wunschelf von Paul Breitner gespielt
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