Gazeta Sportowy
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Butragueños Blitztor bringt Wista Plock zum Jubeln

Ein kalter Januarabend in Plock, Flutlicht, 43.216 Zuschauer, und ein Spiel, das kaum jemand so schnell vergessen wird - obwohl es "nur" 1:0 endete. Wista Plock schlägt am 5. Spieltag der 1. Liga Polen den offensiv ambitionierten Gast aus Zielona Gora mit einem Treffer von Francisco Butragueño in der 36. Minute. Es war ein Sieg, der weniger durch Glanz, als durch eiserne Nerven und solide Organisation zustande kam.

"Ich hab’ ihm eigentlich zugerufen, er soll abspielen", grinste Trainer Bryan Adams nach dem Spiel, "aber Francisco hört ja bekanntlich nur auf seinen eigenen Instinkt - und der ist meistens goldrichtig." Der 31-jährige Rechtsaußen Butragueño ließ sich das nicht zweimal sagen: Nach einem schnellen Doppelpass mit dem quirlig agierenden Jack Matheson zog er aus knapp 15 Metern ab - der Ball schlug unhaltbar im rechten Winkel ein. Während die Fans jubelten, sah Adams aus, als überlege er, ob er sein nächstes Lied über diese Szene schreiben sollte.

Dabei hatte die Partie furios begonnen. Bereits in der ersten Minute prüfte Zielonas Mittelfeldmotor Csaba Klausz den Plocker Keeper Ulf Brun mit einem Distanzschuss - eine Art Weckruf für alle Beteiligten. Brun, 35 Jahre alt und mit der Ruhe eines Mannes, der schon alles gesehen hat, lenkte den Ball lässig über die Latte. "Ich wollte ihn nur wachhalten", sagte Klausz später lachend, bevor er in der 81. Minute noch Gelb sah - vermutlich, weil er zu sehr an seinem eigenen Witz festhielt.

Wista Plock übernahm danach die Kontrolle über das Spiel. 56,6 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse - das klingt nach Dominanz, war aber über weite Strecken ein Ringen um Raum und Rhythmus. Matheson, der linke Mittelfeldspieler mit der Präzision eines Uhrmachers, trieb das Spiel immer wieder an. Schon in der dritten Minute zwang er Bojan Kahriman im Tor der Gäste zu einer Glanzparade. "Der Ball war so scharf geschossen, dass ich kurz überlegte, ob ich lieber ausweiche", gestand der junge Keeper hinterher.

Zielona Gora, trainiert von Mac Manager - ein Name, der klingt, als hätte ihn ein Marketingteam erfunden -, spielte offensiv, aber etwas kopflos. Duarte Bernal und Adam Hennessy wirbelten zwar an vorderster Front, doch oft endeten ihre Aktionen in der sicheren Umarmung von Hemming Vinther oder Emanuele Ferrando, die in der Abwehr von Plock nichts anbrennen ließen.

"Wir wollten mutig sein, und das waren wir auch", sagte Manager nach dem Spiel, "aber Mut ersetzt keine Tore." Sein Team hatte neun Torschüsse, doch keiner fand den Weg ins Netz. Der letzte Versuch kam in der 88. Minute, als der unermüdliche Butragueño erneut auf der Gegenseite auftauchte - diesmal prüfte er Kahriman mit einem strammen Flachschuss, den dieser glänzend parierte.

Die zweite Hälfte stand im Zeichen von Kontrolle statt Chaos. Plock spielte abgeklärt, fast zu abgeklärt. "Ich hatte das Gefühl, sie wollten mich mit Ballbesitz langweilen", scherzte Hennessy, der Angreifer von Zielona Gora, nach der Partie. Tatsächlich schien Wista Plock nach der Pause eher darauf bedacht, den knappen Vorsprung zu verwalten. Der Einsatz blieb solide, die Aggressivität nahm zu, aber die Präzision im Abschluss ließ nach. Rui Simao hatte zwischen der 58. und 80. Minute gleich vier ordentliche Chancen, aber der Ball wollte nicht mehr rein.

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft dennoch mit stehenden Ovationen. Vielleicht, weil man in Plock Siege mit Arbeit zu schätzen weiß. "Wir haben das getan, was nötig war - nicht mehr, aber auch nicht weniger", fasste Kapitän Rhys Malfoy zusammen, nachdem er sich mit einem Handtuch das Gesicht trocknete.

Die Statistik untermauert seinen Pragmatismus: 51,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe, kein Platzverweis, keine Verletzung - und ein Gegner, der zwar kämpfte, aber selten gefährlich wurde. "Das war kein Feuerwerk, eher ein präziser Schraubenzieher", kommentierte ein Zuschauer augenzwinkernd auf der Tribüne.

Trainer Adams, der in seinem langen Mantel an der Seitenlinie wirkte wie ein Rockstar auf Stadiontour, zeigte sich zufrieden. "Ein Spiel ist wie ein Song - du brauchst Rhythmus, Spannung und am Ende den richtigen Ton. Heute haben wir ihn getroffen."

Und so ging ein frostiger Abend mit warmem Applaus zu Ende. Wista Plock klettert mit diesem Arbeitssieg weiter nach oben, während Zielona Gora sich fragen muss, wie man so viel Aufwand betreiben kann, ohne den Ball über die Linie zu bringen. Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Ein 1:0, das sich anfühlt wie ein ganzer Roman."

Einziger Unterschied: Dieser Roman hatte nur ein Kapitel - und das schrieb Francisco Butragueño in der 36. Minute.

06.03.643987 10:07
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Ich habe immer gesagt, dass ich kein Dauerläufer bin, sonst könnte ich ja gleich beim Marathon starten.
Mario Basler
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