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Bystrc-Kninicky stürmt Benesov nieder - Eiskalt und unnachgiebig

Wenn 16.000 Zuschauer an einem frostigen Januarabend hoffen, ihre Mannschaft möge wenigstens einmal aufs Tor schießen - und das Heimteam schafft es genau zweimal -, dann weiß man: Es war ein langer Abend für SK Benesov. Mit 0:2 (0:1) verlor die Elf von Trainer Vaclav Pikl am 6. Spieltag der 1. Liga Tschechien gegen einen glänzend aufgelegten FC Bystrc-Kninicky, der so zielstrebig agierte, als hätte man die Winterpause einfach übersprungen.

Schon die ersten Minuten gaben die Marschrichtung vor. Die Gäste begannen offensiv, aggressiv, fast übermotiviert - aber eben auch effizient. Eric Marceau prüfte Benesovs Torwart Jaroslav Horak bereits nach einer Minute mit einem Distanzschuss. "Ich wollte gleich mal schauen, ob er wach ist", grinste Marceau später. Er war es - noch.

Bystrc-Kninicky kombinierte schnörkellos und mit einer Ballsicherheit, die man sonst nur von Mannschaften sieht, die an diesem Abend eben nicht Benesov heißen. Die Torschussstatistik spricht Bände: 17 Versuche der Gäste standen zwei kümmerlichen Abschlüssen der Hausherren gegenüber. Das Spiel war einseitig, aber nie langweilig - zumindest, wenn man es mit schwarzem Humor betrachtete.

In der 39. Minute fiel dann das logische 0:1. Hermanni Pasanen, der rechte Flügelblitz der Gäste, traf nach Vorlage von Joshua Malfoy trocken ins kurze Eck. "Ich hab einfach draufgehalten, weil Joshua so laut ’Jetzt oder nie!’ geschrien hat, dass ich gar nicht anders konnte", erzählte Pasanen nach dem Spiel lachend. Währenddessen stand Benesovs Kapitän Martin Kincl mit ausgebreiteten Armen im Strafraum, als wolle er die Fußballgötter um Beistand bitten.

Die zweite Hälfte begann mit einem Dreifachwechsel bei Bystrc - und mit einer klaren Botschaft: Trainer Carsten Achenbach wollte das Spiel endgültig entscheiden. "Wir haben gesagt: Wenn wir schon dominieren, dann auch mit Stil", so der Coach später augenzwinkernd. Und seine Mannschaft lieferte.

In der 66. Minute sorgte Filippos Mitroglou, eigentlich linker Verteidiger, für das 0:2. Nach einem Abpraller an der Strafraumkante zog er mit dem linken Fuß ab - der Ball zischte wie ein Strahl in den Winkel. Horak flog, sah gut aus, hatte aber keine Chance. "Ich dachte, der trifft nie aus der Position", murmelte einer der Benesov-Fans auf der Tribüne. Sein Nachbar antwortete trocken: "Er spielt halt nicht bei uns."

Benesov versuchte in der Folge, mit Ballbesitz zu glänzen - ganze 50,2 Prozent standen am Ende auf dem Statistikzettel. Doch was nützt der Ball, wenn man damit nichts Sinnvolles anstellt? Der harmlose Versuch von Marcel Hasek in der 57. Minute war sinnbildlich: ein halbherziger Schlenzer, der als Rückpass durchging.

Achenbachs Team dagegen blieb offensiv, aber ohne überzogene Arroganz. Pasanen und Juskic wirbelten weiter, als ginge es um die Torjägerkanone, und der junge Tomas Bejbl, erst 18, durfte nach seiner Einwechslung kurz Bundesliga-Luft schnuppern - pardon, Erstliga-Luft. "Ich hab mir geschworen, nicht gleich den Ball zu verlieren. Hat ganze 30 Sekunden gehalten", meinte er nach dem Spiel mit einem Grinsen.

Am Ende applaudierten selbst die heimischen Zuschauer - vielleicht aus Respekt, vielleicht aus Erleichterung, dass es nur zwei Gegentore waren. Trainer Pikl wirkte gefasst: "Wir haben nicht schlecht gestanden, wir standen einfach nur oft", sagte er mit einem Seufzer. Sein Gegenüber Achenbach konterte charmant: "Ich mag Spiele, in denen mein Torwart friert. Das zeigt, dass wir was richtig machen."

So endet ein Abend, an dem Benesov tapfer, aber chancenlos blieb und Bystrc-Kninicky wie ein Uhrwerk spielte - präzise, effizient, emotionslos schön. Wenn Fußball ein Spiegelbild der Seele ist, dann war Benesovs Seele an diesem Abend müde, während Bystrc-Kninicky tanzte.

Und irgendwo in der Kabine klopfte Pasanen seinem Trainer auf die Schulter: "Chef, wir hätten auch 4:0 gewinnen können." Worauf Achenbach trocken antwortete: "Aber 2:0 sieht souveräner aus."

Ein Sieg der Klarheit, ein Abend der Erkenntnis - und für Benesov ein Weckruf, dass Ballbesitz allein keine Tore schießt.

18.03.643987 00:22
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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