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Camara tanzt, Grebenstein jubelt - 2:0 gegen Gau-Odernheim

Grebenstein - Flutlicht, 8 Grad, 1.287 Zuschauer, und ein junger Mann namens Ivan Camara, der den Unterschied machte: Mit zwei Toren (33. und 64. Minute) führte der 18-Jährige den SV Grebenstein zu einem verdienten 2:0-Heimsieg gegen den TSV Gau-Odernheim. Dass die Gäste trotz 54 Prozent Ballbesitz kaum Gefahr ausstrahlten, passte zum Abend - viel Ball, wenig Biss.

Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass Grebenstein, von Trainer Pipa Po gewohnt forsch eingestellt, die Flügel brennen lassen wollte. "Wir wollten von Anfang an Druck machen, offensiv, mutig, frech - so wie wir spielen können, wenn keiner Angst hat, Fehler zu machen", sagte Po später mit einem zufriedenen Grinsen. Sein Team schoss tatsächlich aus allen Lagen: 19 Torschüsse, fast im Fünf-Minuten-Takt.

Bereits in der dritten Minute prüfte der erfahrene Georg Dahlin den Gästetorwart Gerhard Endres mit einem satten Versuch aus spitzem Winkel. Endres hielt - und hatte in der Folge reichlich zu tun. Die Grebensteiner Angriffe rollten, meist über die Flügel, während Gau-Odernheim ziemlich ausgeglichen, aber auch auffällig zahm agierte. Der Versuch, mit ruhigem Ballbesitz das Tempo zu kontrollieren, endete häufig an den Beinen von Heinrich Kroll oder Herbert Hauser, die hinten resolut aufräumten.

In der 33. Minute dann die Erlösung: Björn Löffler flankte von rechts, Camara stieg zwischen zwei Verteidigern hoch und nickte den Ball unhaltbar ins linke Eck - 1:0. Der Jubel des Teenagers war ebenso ungestüm wie sympathisch: Erst ein Salto, dann der Blick zur Tribüne, wo ein Transparent mit der Aufschrift "Camara Power" hing. "Ich hab’s gesehen und gedacht: Jetzt muss ich liefern", lachte der Doppeltorschütze später.

Gau-Odernheim hatte bis dahin kaum Offensivaktionen. Der erste gefährliche Schuss von Harald Baer in der 10. Minute blieb lange die einzige ernsthafte Annäherung ans Tor von Björn Moeller. Der Grebensteiner Keeper, 31 Jahre alt, routiniert wie ein Uhrwerk, musste erst in der Schlussphase wirklich eingreifen - und tat das mit stoischer Ruhe. "Ich wollte mich auch mal zeigen", witzelte Moeller nach der Partie, "aber die Kollegen vorne haben’s mir schwer gemacht."

Nach der Pause änderte sich wenig. Grebenstein blieb offensiv, Gau-Odernheim blieb höflich. Trainer Po brachte in der 60. Minute frische Beine: Benjamin Browning für Lars Beckmann sowie Morgan Thackeray für den jungen Dennis Fuchs. Kaum fünf Minuten später setzte Kroll, der Abwehrchef, zu einem seiner typischen Vorstöße an. Sein Pass in die Tiefe fand - natürlich - wieder Ivan Camara. Der nahm den Ball mit der Brust an, ließ Gegenspieler Schmidt ins Leere rutschen und schob eiskalt zum 2:0 ein (64.).

"Wir wussten, wenn wir Camara in Bewegung kriegen, dann wird’s gefährlich", analysierte Po. Der junge Stürmer selbst gab sich bescheiden: "Ich hab einfach gemacht, was Coach Pipa gesagt hat - einfach laufen und schießen, bevor ich nachdenke."

Gau-Odernheim versuchte immerhin, in der Schlussphase noch einmal Druck aufzubauen. In der 86. und 89. Minute kam Claus Petersen zu zwei Abschlüssen, doch beide landeten sicher in den Armen von Moeller. Die Gäste hatten am Ende drei Schüsse aufs Tor - so viele wie Camara allein in den letzten zwanzig Minuten.

Statistisch sah das Spiel fast paradox aus: Mehr Ballbesitz für Gau-Odernheim (54 Prozent), aber Grebenstein mit fast 20 Torschüssen und einer Zweikampfquote von 57 Prozent. "Das ist halt das alte Lied", murmelte Gästetrainer - der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollte - kurz angebunden. "Wir hatten den Ball, die hatten die Tore."

Als der Schlusspfiff ertönte, gab’s stehende Ovationen. Die Fans sangen, der junge Camara bekam eine Ehrenrunde, und Trainer Po herzte jeden, der ihm in die Quere kam. "Wenn man sieht, wie die Jungs fighten, dann ist mir egal, ob wir 46 oder 54 Prozent Ballbesitz haben", brummte er. "Ich nehm lieber Tore als Prozente."

Grebenstein bleibt damit in der Landesliga 26 weiter im oberen Tabellenmittelfeld und darf von mehr träumen. Gau-Odernheim dagegen wird sich fragen müssen, warum kontrolliertes Spiel ohne Konsequenz bleibt.

Oder, wie es ein älterer Zuschauer auf der Tribüne trocken formulierte: "Die einen wollten gewinnen, die anderen den Ball streicheln." Und an diesem Abend war klar, wer lieber Tore als Streicheleinheiten sammelte.

24.12.643990 06:24
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