Football Today
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Cambridge City erlebt Heimscherbenfest - Southampton siegt 6:1

Wenn in Cambridge die Abendglocken läuten, hofft man auf akademische Brillanz - nicht auf sportliche Tragödien. Doch am 6. Spieltag der 1. Liga England verwandelte der FC Southampton den ehrwürdigen Abbey Ground in ein Lehrstück für Effizienz und gnadenlose Abschlussstärke. 1:6 lautete das Endergebnis, das sich für die Gastgeber schlimmer anfühlte, als es auf dem Papier ohnehin aussieht.

Vor 30.970 Zuschauern begann der Abend mit leisen Hoffnungen der Hausherren. Trainer Alexander Probost hatte seine Elf offensiv eingestellt - man wollte den Favoriten "mutig anrennen", wie er später erklärte. Doch Mut allein verteidigt keine Flanken, und schon in der 12. Minute zappelte der Ball im Netz: Meir Pizanti schob nach feinem Zuspiel von Billy Benett ein und lächelte danach, als hätte er gerade einen Spaziergang im Park beendet. "Ich stand genau da, wo ich stehen sollte", grinste der israelische Flügelstürmer später.

Southampton kombinierte danach mit chirurgischer Präzision weiter. Cambridge hielt mit 51 Prozent Ballbesitz zwar statistisch dagegen, verlor aber jeden entscheidenden Zweikampf. In der 42. Minute erhöhte Innenverteidiger Carles Ordono nach einer Ecke auf 0:2 - ein Treffer, bei dem selbst die gegnerischen Fans kurz klatschten, so wuchtig war der Kopfball. Nur drei Minuten später folgte der dritte Streich: Gabriel Nilsson, 22 Jahre jung, sprintete in den Strafraum, bekam den Ball von Gerritt Van Cortlandt und schob eiskalt ein. Halbzeitstand: 0:3. Die Gesichter der Cambridge-Spieler wirkten, als hätten sie eine besonders unangenehme Lateinklausur hinter sich.

In der Pause soll Probost laut Augenzeugen mit dem Satz begonnen haben: "Jungs, das war nicht ganz optimal." Sein Torwart Daniel Litmanen, der in der ersten Halbzeit bereits acht Torschüsse abwehren musste, schüttelte nur den Kopf. "Manchmal fühlt es sich an, als würde man mit einem Regenschirm gegen eine Wasserfallwand kämpfen", sagte er nach der Partie.

Doch kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, blitzte ein Hauch von Hoffnung auf: Luke Bloomfield traf in der 47. Minute nach schöner Vorlage von Marc Oliveira zum 1:3. Das Stadion tobte, der Stadionsprecher überschlug sich, und für eine Viertelstunde roch es nach Aufholjagd. Leider roch es wenig später nur noch nach verbrannter Hoffnung, denn Southampton war unbarmherzig.

Carles Ordono, der Abwehrchef mit der Ruhe eines Schachgroßmeisters, traf in der 57. Minute erneut - diesmal per Distanzschuss. Adam Hennessy legte in der 64. nach, und als Matthew Finnan in der 86. Minute nach erneuter Vorlage von Van Cortlandt das halbe Dutzend vollmachte, saßen viele Heimfans längst schweigend auf ihren Sitzen.

"Wir wollten eigentlich das Spiel kontrollieren", murmelte Probost nach dem Spiel in die Mikrofone. "Aber irgendwie hatte Southampton andere Pläne." Sein Gegenüber, Michael Böning, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Meine Jungs haben heute einfach gespielt, was sie trainiert haben - und Cambridge hat höflich zugeschaut."

Die Statistik des Spiels liest sich wie eine einseitige Vorlesung über Effizienz: 18 Torschüsse für Southampton, nur 6 für Cambridge. Dabei war der Ballbesitz sogar leicht zugunsten der Gastgeber verteilt. Doch während Cambridge den Ball zärtlich streichelte, drosch Southampton ihn gezielt ins Netz.

Besonders auffällig: Gerritt Van Cortlandt, der rechte Mittelfeldspieler der Gäste, bereitete gleich drei Treffer vor und wurde von den Fans gefeiert, als wäre er der heimliche Dirigent des Abends. "Ich mag es, wenn die anderen treffen - dann muss ich es nicht tun", scherzte er nach dem Spiel.

In der Schlussphase kassierte Cambridge noch eine gelbe Karte für Marc Oliveira, was das Elend abrundete. Als der Schlusspfiff ertönte, schien selbst der Rasen erleichtert, dass es vorbei war.

"Das war ein Spiel, das wir schnell vergessen müssen", seufzte Bloomfield, der Torschütze des Ehrentreffers. "Aber wenigstens haben wir getroffen - das ist ja auch was."

Ob Cambridge City nach dieser Lehrstunde wieder aufsteht, bleibt abzuwarten. Southampton hingegen darf mit breiter Brust und sechs Toren im Gepäck zurück an die Südküste reisen - in dem beruhigenden Wissen, dass man an diesem Abend selbst aus einem durchschnittlichen Montag ein Fußballfest zaubern konnte.

Oder, um es mit Trainer Böning zu sagen: "Manchmal läuft’s einfach - und heute sind wir eben Marathon gelaufen, während Cambridge noch am Start stand."

19.05.643997 04:52
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