Voetbal International
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Capelle erlebt kalten Januarabend - Sparta Nijkerk eiskalt vor dem Tor

39264 Zuschauer froren beim 6. Spieltag der 1. Liga Niederlande nicht nur wegen der Januarkälte im Capelle-Stadion, sondern auch wegen der eiskalten Effektivität von Sparta Nijkerk. Die Gäste siegten mit 3:0 (3:0) - und das, obwohl Capelle mit über 55 Prozent Ballbesitz eigentlich das Spiel machte. Doch wer den Ball hat, hat eben nicht automatisch das Glück.

Schon nach einer Viertelstunde begann das, was Trainer Steffen Jänike später "den Albtraum in Orange" nannte. Joris Winchel, der unermüdliche Taktgeber im Mittelfeld der Gäste, zog aus 20 Metern ab - und traf. "Ich wollte eigentlich nur den Ball aufs Tor bringen", grinste der 26-Jährige später, "aber wenn’s dann so einschlägt, sagt man natürlich nicht nein." Dass Veli Sauso die Vorlage geliefert hatte, passte ins Bild: Der 32-jährige Routinier war an diesem Abend an fast allem beteiligt, was nach Gefahr aussah.

Nur sechs Minuten später drehte Sauso den Spieß um. Bastiaan Schuyler, der bullige Linksaußen, setzte sich über den Flügel durch, legte quer - und Sauso schob zum 2:0 ein. Das Capelle-Stadion wurde still, nur eine kleine, orangefarbene Fangruppe aus Nijkerk tanzte ausgelassen in der eisigen Luft.

Trainer Jänike stapfte an der Seitenlinie auf und ab, redete gestikulierend auf seine Mannschaft ein - doch die Worte verpufften. Stattdessen kam kurz vor der Pause der nächste Nackenschlag: Wieder Winchel, diesmal nach schöner Vorarbeit von Wouter Rutgers. 44. Minute, 0:3. Der Pausenpfiff kam einer Begnadigung gleich.

"In der Kabine war’s ruhig", verriet Capelles Kapitän Yves Fricke hinterher. "Der Trainer hat nur gesagt: ’Männer, wir haben 45 Minuten Zeit, um uns zu erinnern, dass wir Fußball spielen können.’"

Und tatsächlich, Capelle kam mutiger aus der Kabine. Jänike stellte um, von "balanced" auf "offensive", wie es die Taktiktafel später nüchtern dokumentierte. Evdoxios Nioplias und Vitorino Tellez mussten zur Halbzeit raus, Sigfrid Kraft und Felipe Rocha kamen - und brachten frischen Schwung. Zwischen Minute 48 und 72 feuerten die Hausherren sechs Torschüsse ab, doch entweder stand Sparta-Keeper Sander Vanderzee goldrichtig oder der Ball flog in die kalte Nacht hinaus.

"Wenn du vorne keinen triffst, wirkt hinten jeder Fehler doppelt", murmelte Fricke nach dem Spiel, während er sich mühsam die Torwarthandschuhe auszog. Und Fehler gab es genug - auch wenn Sparta Nijkerk in Hälfte zwei deutlich weniger riskierte. Trainer Markus Kuzmich hatte nach der Pause auf Sicherheit umgestellt, brachte ab der 65. Minute frische Kräfte: Nachwuchsverteidiger Laurens Groesbeck bekam noch ein paar Minuten, Ersatzkeeper Benjamin Giles durfte ebenfalls ran - wohl mehr als symbolischer Wechsel.

"Wir wollten zeigen, dass wir auch defensiv stabil stehen können", erklärte Kuzmich später, sichtlich zufrieden. "Drei Tore im ersten Durchgang, danach Spiel verwalten - das war heute fast schon italienisch."

Zwei Gelbe Karten für seine Innenverteidiger - Faas Bleecker (51.) und Owen Miller (71.) - störten den Trainer kaum. "Die Jungs dürfen ruhig mal zupacken", kommentierte er mit einem Augenzwinkern.

Capelle hingegen kassierte in der 85. Minute noch eine Verwarnung für Inigo Penas, sinnbildlich für einen gebrauchten Abend. Die Zuschauer reagierten mit Galgenhumor. "Wir haben wenigstens mehr Ballbesitz!", rief einer auf der Tribüne, während ein anderer trocken antwortete: "Ja, aber die Tore zählen leider nicht in Prozent."

Statistisch gesehen war Capelle tatsächlich das aktivere Team - 55,9 Prozent Ballbesitz, 6 Torschüsse, solide Passquote. Doch Sparta Nijkerk hatte elf Abschlüsse und drei Tore. Mathematik des Fußballs: Qualität schlägt Quantität.

Nach dem Abpfiff klatschten die Gäste gegenseitig ab, als hätten sie gerade ein Lehrvideo für Effizienz gedreht. Joris Winchel, Doppeltorschütze und heimlicher Regisseur des Abends, fasste es trocken zusammen: "Wir wussten, dass Capelle viel Ballbesitz will. Also haben wir ihnen den Ball gegeben - und die Tore behalten."

Trainer Jänike hingegen verschwand nach einem kurzen Handschlag wortlos im Kabinengang. Später sagte er: "Manchmal sieht man den Gegner nur vorbeiziehen, und man weiß gar nicht, warum. Heute war so ein Tag."

Vielleicht war es einfach die Mischung aus Nijkerker Kaltschnäuzigkeit und Capeller Verkrampfung. So oder so: Sparta Nijkerk reist mit drei Punkten und breitem Grinsen nach Hause. Capelle bleibt nur die Erkenntnis, dass Ballbesitzspiele nicht automatisch Siege bringen - und dass der Januar in Capelle doppelt kalt ist, wenn man 0:3 verliert.

Oder, wie ein Fan beim Rausgehen seufzte: "Heißer Tee hilft gegen Frost, aber nicht gegen Nijkerk."

17.03.643987 23:08
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