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Capelle schockt Rotterdam - McShane trifft, Feyenorth verzweifelt

Rotterdam, De Kuip, 5. März 2026 - 29.762 Zuschauer waren gekommen, in der Hoffnung auf ein Torfestival ihrer Feyenorth-Elf. Am Ende gingen sie mit langen Gesichtern nach Hause - und die Gäste aus Capelle mit einem 0:1 im Gepäck, das sich für sie anfühlte wie ein Pokalsieg.

Es war einer dieser Abende, an denen der Ball einfach nicht ins Netz will, egal wie oft man ihn anschreit. Feyenorth hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent), wirkte engagierter, ja sogar phasenweise dominant. Aber Tore schießt man nun mal nicht mit Prozenten, sondern mit Treffern - und da hatte Capelle das entscheidende Wörtchen.

In der 43. Minute, kurz vor dem Pausenpfiff, war es Finlay McShane, der den Ball nach klugem Zuspiel von Kai O’Halloran trocken ins rechte Eck setzte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste McShane später in der Mixed Zone, "und gehofft, dass er nicht den Ball, sondern den Fotografen trifft." Tat er nicht - stattdessen traf er ins Glück.

Feyenorths Torhüter Isidoro Solana konnte einem fast leidtun. Schon zuvor hatte er mehrfach gegen Nioplias und Peltonen retten müssen, ehe er beim McShane-Schuss chancenlos blieb. "Wir haben uns das selbst eingebrockt", knurrte Trainer Marco Schneider nach der Partie. "Capelle hatte einen Plan, wir hatten Ballbesitz. Leider zählen nur Tore."

Dabei begann alles verheißungsvoll. Schon nach neun Minuten prüfte Marnix Vanderzee Capelles Schlussmann Yves Fricke mit einem satten Schuss. Der Keeper, 35 und offenbar mit der Reaktionsgeschwindigkeit eines Teenagers gesegnet, fischte den Ball aus dem Winkel, als wollte er seine Kritiker ein für alle Mal verstummen lassen. "Ich hab den Schuss kommen sehen", sagte Fricke später mit einem Augenzwinkern. "Langsam. Sehr langsam."

Capelle spielte in gewohnter Balance - kein wildes Pressing, kein übertriebener Kampf. Einfach diszipliniert, kompakt und mit einem Gespür für die Räume, die Feyenorth ihnen anbot. Und das waren einige. Evdoxios Nioplias wirbelte über die linke Seite, als wäre er wieder 25, während Kapitän O’Halloran mit präzisen Pässen das Spiel lenkte.

Feyenorth versuchte es derweil mit Geduld - und einer gehörigen Portion Verzweiflung. Vandermark, Couto und der junge Hans Dirk kamen zu guten Abschlüssen, aber Fricke blieb unbezwungen. Besonders in der 77. Minute, als Robert Washington aus zwölf Metern abzog und Fricke sich in die Flugbahn warf, als hinge sein Abendessen davon ab.

In der Schlussphase wurde es hitzig. Capelles O’Halloran holte sich in der 85. Minute noch Gelb ab - "der Schiri hat wohl meine Frisur nicht gemocht", witzelte er später -, doch am Ergebnis änderte das nichts mehr. Die Nachspielzeit zerrann, Feyenorth rannte, Capelle stand. Und als Schiedsrichter Van der Heijden abpfiff, jubelten die Gäste, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen.

Trainer Steffen Jänike blieb gewohnt trocken: "Wir wollten kompakt stehen, clever kontern und Finlay füttern. Hat funktioniert." Sein Gegenüber Schneider hingegen suchte nach Erklärungen. "Manchmal fehlt einfach das letzte Quäntchen Glück - oder das Quäntchen Zielwasser", sagte er und verschwand in den Katakomben, noch bevor die ersten Mikrofone auftauchten.

Statistisch gesehen war es kein Desaster: 8 zu 12 Torschüsse, 53 Prozent Ballbesitz, knapp 49 Prozent gewonnene Zweikämpfe - also alles im Bereich des Möglichen. Nur eben ohne Happy End.

"Wir hätten noch zwei Stunden spielen können", murmelte Vanderzee, "der Ball wäre trotzdem nicht reingegangen." Sein Mitspieler Marcio Couto fügte mit einem Grinsen hinzu: "Vielleicht hätten wir Fricke einfach fragen sollen, ob er mal kurz auf Toilette muss."

So aber bleibt das Fazit bitter: Feyenorth verliert ein Spiel, das es eigentlich nie hätte verlieren dürfen, und Capelle feiert den seltenen Auswärtssieg wie ein Meisterwerk taktischer Disziplin.

Im Stadion herrschte nach Abpfiff eine eigentümliche Mischung aus Frust und Bewunderung. Die Heimfans applaudierten - nicht ihren Spielern, sondern der Effizienz des Gegners.

Vielleicht war es einer dieser Abende, die man nur mit Humor nehmen kann. Oder, wie Capelles Routinier Ewan Haddock es formulierte, während er mit einem Becher Tee in der Hand lächelte: "Fußball ist wie das Leben - manchmal reicht ein Schuss, wenn er im richtigen Moment kommt."

Und der kam in Minute 43.

18.07.643993 12:27
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Ich mache immer das, was mir gesagt wird. Das habe ich im Osten gelernt.
Jens Jeremies
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