Noticiero VeneVision
+++ Sportzeitung für Venezuela +++

Caradodo FC ringt UD Tachira in hitzigem Duell mit 2:1 nieder

Caradodo - 36.324 Zuschauer im Estadio de Caradodo sahen am sechsten Spieltag der 1. Liga Venezuela ein Spiel, das sich anfühlte, als hätte jemand den "Spannung"-Regler auf Anschlag gedreht. Am Ende jubelte die Heimmannschaft, Caradodo FC, über einen 2:1-Sieg gegen UD Tachira - ein Ergebnis, das weniger nach Dominanz als nach purem Überlebenswillen klang.

Die erste Halbzeit war ein Geduldsspiel, das selbst Schachfans begeistert hätte. UD Tachira schoss aus allen Lagen - 18 Torschüsse insgesamt -, doch Caradodos Torhüter Nelson Barros machte seinem Spitznamen "die Mauer von Maracaibo" alle Ehre. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele Bälle ich gefangen habe", sagte Barros nach dem Schlusspfiff und grinste. "Aber ich weiß, dass mein linker Handschuh jetzt Geschichte ist."

Trainer Timo Ruß, bekannt für seinen trockenen Humor, kommentierte die torlose erste Hälfte mit den Worten: "Wir wollten UD Tachira in Sicherheit wiegen. Das ist uns gelungen - vielleicht sogar zu gut." Denn Caradodo hatte zwar etwas mehr Ballbesitz (52,8 Prozent), aber kaum echte Chancen. Nur ein harmloser Versuch von Sergi Morales in der 7. Minute brachte die Fans kurz zum Aufstehen - und gleich wieder zum Hinsetzen.

Nach der Pause änderte sich das Bild schlagartig. In der 57. Minute spielte Morales, der sich damit von seiner Gelben Karte in der 49. Minute rehabilitierte, einen präzisen Pass auf Charles Reid. Der Rechtsaußen nahm den Ball volley - und der zappelte im Netz. 1:0. Reid jubelte mit ausgestreckten Armen und rief in Richtung Trainerbank: "Siehst du, Chef, ich kann’s auch mit dem rechten Fuß!" Ruß grinste nur und notierte etwas in sein Heft. Später verriet er: "Ich hab aufgeschrieben: Erinner mich dran, Reid öfter mit rechts üben zu lassen."

Doch die Freude währte nur kurz. In der 68. Minute schlug UD Tachira zurück. Alfred Uggla, der trotz seiner 32 Jahre noch immer über die Flügel sprintet, legte mustergültig für Christiano Cuadrado auf. Der Stürmer fackelte nicht lange und traf eiskalt zum 1:1. "Ich hab einfach geschossen", erklärte Cuadrado nach dem Spiel. "Wenn man 17 Mal daneben schießt, ist die Chance beim 18. Versuch gut." Trainer Peter Silie nickte anerkennend: "Das war einer der seltenen Momente, in denen wir den Ball tatsächlich ins Tor statt in den Orbit schickten."

Doch Caradodo hatte noch eine Antwort parat - und was für eine. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich, in der 71. Minute, kombinierten sich Enrique Figueras und Roger Braaten durch die Abwehr von Tachira, als hätten sie heimlich Telepathie geübt. Figueras legte quer, Braaten zog ab - 2:1. Das Stadion explodierte. Ein älterer Fan auf der Haupttribüne warf seine Mütze in die Luft und rief: "So spielt man Fußball, nicht PowerPoint!"

Nach dem erneuten Rückschlag brachte Silie mit Roberto Aganzo frische Beine für Cuadrado, doch Caradodo verteidigte leidenschaftlich, manchmal etwas ruppig. Innerhalb von 20 Minuten sahen gleich drei Spieler Gelb: Juergen Wegner (69.), Yves Buffett (70.) und auf der Gegenseite Caio Doreste (88.). "Ein bisschen Farbe gehört zu jedem Spiel", scherzte Schiedsrichter Ortega später, "nur Rot wollte ich mir heute sparen."

In den letzten Minuten drückte Tachira verzweifelt auf den Ausgleich. Der junge Marco Matamoros flankte, Ruben Derlei köpfte, und Curt Bertram prüfte mit einem Distanzschuss Barros noch einmal auf Herz und Nieren. Doch Caradodo hielt stand - mit viel Einsatz, Glück und einem Torhüter in Bestform.

Nach dem Abpfiff wirkte Ruß erleichtert, aber nicht euphorisch: "Wir haben heute nicht schön gespielt, aber effektiv. Und das ist mir - zumindest für heute - völlig egal." Sein Gegenüber Silie sah das ähnlich, wenn auch mit einem Schuss Frustration: "Achtzehn Torschüsse, ein Tor. Wenn wir Basketball spielen würden, wäre das eine Katastrophe."

Fazit: Caradodo FC gewinnt ein intensives, stellenweise chaotisches, aber hochunterhaltsames Spiel mit 2:1. Die Gastgeber nutzten ihre Chancen eiskalt, während Tachira trotz Überlegenheit im Abschluss scheiterte - an sich selbst und an einem glänzend aufgelegten Barros.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wir haben heute kein Lehrbuchspiel gesehen. Aber wir haben Herz gesehen. Und das zählt manchmal mehr als Statistik."

Ein Gedanke, den selbst ein Sportreporter an einem lauen Januarabend nur unterschreiben kann.

17.03.643987 21:33
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