Noticiero VeneVision
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Caradodo FC verliert wilden Schlagabtausch gegen Petare - 2:3 nach verrückter erster Halbzeit

Was für ein Abend im Caradodo-Stadion! 36.390 Zuschauer kamen, um Fußball zu sehen - und bekamen ein Spektakel, das irgendwo zwischen Slapstick, Hochspannung und taktischem Chaos pendelte. Am Ende jubelte Sporting Petare, das sich nach 90 intensiven Minuten mit 3:2 durchsetzte.

Dabei war Caradodo FC, trainiert von Timo Ruß, zunächst das tonangebende Team. Schon in der 7. Minute zappelte der Ball im Netz: Sergi Morales zog aus gut 20 Metern ab, der Ball sprang einmal tückisch auf und flog über die Fingerspitzen von Petare-Keeper Aaron Cromwell hinweg - 1:0. Roger Braaten hatte den Treffer mit einem feinen Steckpass vorbereitet. "Ich hab einfach mal draufgehauen", grinste Morales später. "Vielleicht war’s Absicht, vielleicht auch nicht - Hauptsache drin."

Doch die Freude hielt genau neun Minuten. David Marchand, Petare’s quirliger Linksaußen, nutzte die erste Unachtsamkeit in Caradodos Defensive und traf nach Vorarbeit von Tiago Estevez zum 1:1. Es war der Auftakt zu einem offenen Schlagabtausch, in dem beide Teams so taten, als wäre Verteidigen nur ein Gerücht.

Nur neun Minuten später, in der 25. Minute, folgte das nächste Highlight: Yves Buffett - eigentlich linker Verteidiger - stürmte nach vorne, bekam die Kugel von Josef Johansson und drosch sie humorlos ins Tor. 2:1 für Caradodo! Und wer glaubte, das sei’s gewesen, irrte. Vier Minuten später köpfte Petare-Innenverteidiger Jay Sterling nach einer Ecke den erneuten Ausgleich. 2:2, und das alles noch vor der halben Stunde.

"Ich hatte das Gefühl, heute kann jeder treffen - vielleicht sogar der Platzwart", ätzte ein Fan auf der Tribüne, während Trainer Ruß mit verschränkten Armen das Spiel beobachtete. Seine Mannschaft hatte mehr Ballbesitz (fast 55 Prozent), aber Petare schoss, was das Leder hergab: 16 Torschüsse standen am Ende zu Buche, elf mehr als Caradodo.

Nach der Pause kam es zu einer Szene, die man so auch selten sieht: Caradodos Torhüter Nelson Barros, bereits mit Gelb verwarnt, humpelte in der 52. Minute vom Feld - für ihn kam Ersatzkeeper Martin Perez. Gleichzeitig wechselte Ruß den linken Verteidiger Larry Derick ein. Wer was spielte, war kurz unklar, und die heimische Abwehr wirkte fortan wie eine Improvisationsband ohne Dirigent.

Petare-Trainer Marcel Skupzig roch Blut. Seine Offensive, angeführt vom unermüdlichen Francisco Adao und dem jungen Carl Nene, rollte Angriff um Angriff. "Wir wollten einfach weiter mutig sein", sagte Skupzig später, "und wenn du 16 Mal aufs Tor schießt, darf auch mal was reingehen."

In der 72. Minute ging dieser Plan auf: Adao vollendete nach Pass von Vincent Nelsen zum 3:2 - der Siegtreffer. Der Schuss war so präzise, dass Perez nur hinterherblicken konnte. "Ich hab den Ball spät gesehen", murmelte er nach dem Spiel. "Wahrscheinlich, weil er so schnell war."

Caradodo bäumte sich noch einmal auf, Roger Braaten prüfte in der 91. Minute den gegnerischen Keeper mit einem letzten Schuss, doch es blieb beim 2:3. Die Gelben Karten - insgesamt vier für die Gastgeber - passten ins Bild eines hektischen Abends, an dem der Schiedsrichter so beschäftigt war wie ein Taxifahrer im Feierabendverkehr.

Nach dem Schlusspfiff fasste Trainer Ruß das Spiel trocken zusammen: "Wir haben gut angefangen, dann aufgehört, und am Ende war’s zu spät." Petare-Kapitän Marchand grinste nur: "So Spiele liebt man - wenn sie vorbei sind und man gewonnen hat."

Statistisch gesehen hatte Caradodo zwar mehr Ballbesitz, aber weniger Zug zum Tor. Die Gäste aus Petare spielten offensiv, aber überlegt - ihre 16 Abschlüsse waren kein Zufall, sondern Ausdruck einer Mannschaft, die an den Sieg glaubte.

So bleibt Caradodo FC nach dem 9. Spieltag der 1. Liga Venezuela im Mittelfeld hängen, während Sporting Petare mit breiter Brust nach Hause fährt. Die Fans verabschiedeten ihre Spieler mit Applaus - und einem Hauch von Galgenhumor. Einer rief: "Beim nächsten Mal vielleicht mal 3:2 für uns?"

Ein Abend voller Tore, Karten und kurioser Wechsel - kurzum: beste Fußballunterhaltung. Und wer genau hinsah, der merkte, dass der Fußball manchmal einfach ein bisschen verrückt sein darf.

21.04.643987 15:42
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Giovanni Trappatoni
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