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Liga MX | 19. Spieltag | 24.07.26 | Toros Neza - Alacranes Durango 0:0 Am 19. Spieltag der Liga MX gehörte die Bühne vor allem dem erst 18 Jahre alten Toros-Torwart Iker Casillas. Durango gab 14 Torschüsse ab, Neza lediglich vier. Dennoch stand am Ende ein Ergebnis, das Gästetrainer Manni Kaltz ungefähr so fröhlich betrachtete wie eine unbezahlte Parkrechnung. "Wenn du 14-mal auf das Tor schießt und keines machst, kannst du anschließend entweder trainieren oder einen Priester rufen", sagte Kaltz. "Wir werden vermutlich beides tun." Dabei begann Neza, von Klaus Bischoff offensiv ausgerichtet, durchaus mutig. Arnau Doreste prüfte Gästetorhüter Vincent Antolin bereits in der neunten Minute. Zwei Minuten später sah Durangos Olgun Balkan Gelb - ein früher Hinweis darauf, dass die angekündigte robuste Spielweise der Alacranes nicht bloß auf dem Taktikzettel stand. Danach übernahmen die Gäste. Raul Futre eröffnete in der 20. Minute das Scheibenschießen, Emilio Ferreira setzte sechs Minuten später nach. Nevio Pauleta versuchte es in der 27., Ferreira erneut in der 30. Minute, Lukas Rieger in der 37. und Nelio Conceicao kurz vor der Pause. Das Toros-Tor blieb trotzdem verschlossen. Casillas dirigierte seine Abwehr dabei mit einer erstaunlichen Ruhe. Einmal soll er Innenverteidiger Vincent Urrutia zugerufen haben: "Wenn ihr sie weiter schießen lasst, sagt mir wenigstens vorher, aus welcher Ecke." Urrutia hob entschuldigend die Hand. Humor ist bekanntlich die letzte Verteidigungslinie - gleich nach einem guten Torwart. Neza kam unmittelbar vor dem Pausenpfiff durch Jorge Yague noch zu seiner zweiten Gelegenheit. Mehr Ertrag sprang nicht heraus. Zur Halbzeit stand es 0:0, obwohl Durango bereits sechs Abschlüsse gesammelt hatte und den Ballbesitz zunehmend kontrollierte. Kaltz wechselte zur Pause den gelbverwarnten Balkan aus und brachte Giovanni Di Lorenzo. Der Neue durfte 13 Minuten später ebenfalls Gelb abholen und wurde in der 63. Minute schon wieder durch Juan Diez ersetzt. Ein Kurzeinsatz mit Verwarnung - effizient, wenn auch nicht unbedingt im Sinne des Trainers. Sportlich blieb Durango am Drücker. Ferreira schoss in der 53. Minute, Pablo Rodriguez in der 55., Nevio Pauleta in der 60., Rieger in der 61. und Eduardo Pauleta in der 62. Minute. Dazwischen wirkte Bischoff an der Seitenlinie, als wolle er persönlich ein Pressing erfinden, das seine Mannschaft laut taktischer Vorgabe gar nicht spielte. "Offensiv aufgestellt zu sein bedeutet nicht automatisch, dass man ständig den Ball hat", erklärte Bischoff später trocken. Tatsächlich besaß Neza nur 46,84 Prozent, Durango 53,16 Prozent. Auch bei der Zweikampfbilanz lagen die Gäste mit 54,73 Prozent vorn. "Wir haben gelitten", räumte Bischoff ein, "aber sehr organisiert gelitten." Amaury Ruiz sorgte in der 63. Minute für ein seltenes offensives Lebenszeichen der Toros, ehe Ferreira nur eine Minute später seinen vierten erfolglosen Versuch des Abends abgab. Der Durango-Stürmer nahm es erstaunlich gelassen: "Beim ersten Schuss dachte ich: gleich. Beim vierten dachte ich: vielleicht nächste Woche." In der 79. Minute musste Nevio Pauleta verletzt vom Feld, Kamil Klose ersetzte ihn. Karol Varga und Conceicao erhöhten anschließend Durangos Abschlusskonto, doch das Tor blieb wie vernagelt. In der Nachspielzeit sah Futre Gelb, ehe Yanik Seidel in der 92. Minute beinahe noch den höchst unverdienten Neza-Coup vorbereitet hätte. Sein Abschluss blieb jedoch ebenfalls ohne Ertrag. So endete ein Abend, an dem Durango fast alles besser machte - außer das Entscheidende. Neza feierte den Punkt, Casillas die weiße Weste und das Publikum immerhin die Erkenntnis, dass ein 0:0 durchaus laut sein kann. Nur das Tornetz hatte einen ausgesprochen ruhigen Arbeitstag. 24.07.2026 21:09 |
Sprücheklopfer
In der Schule gab's für mich Höhen und Tiefen. Die Höhen waren der Fußball.
Thomas Häßler