Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Catania kämpft, Gela zaubert - und am Ende jubelt der Vulkan

Ein lauer Januarabend, 43.500 Zuschauer im Stadio Angelo Massimino, und ein Spiel, das in den ersten 45 Minuten mehr Drama bot als so mancher Netflix‑Thriller. AS Catania gewann am 28. Spieltag der 1. Liga Italien mit 3:2 gegen Gela - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber alles andere als nüchtern zustande kam.

Schon nach neun Minuten hatten die Gäste das Stadion verstummen lassen. Lucas Cochran, Gelas wieselflinker Rechtsaußen, verwandelte den ersten echten Angriff nach Vorlage von Filipe Meira zum 0:1. "Ich habe einfach draufgehalten, manchmal muss man gar nicht nachdenken", grinste Cochran später, als wüsste er nicht, dass Nachdenken in diesem Spiel ohnehin Mangelware war - zumindest in den Abwehrreihen.

Catania wackelte, Catania schwitzte - und verlor in der 13. Minute Innenverteidiger Janos Desire, der sich bei einem Zweikampf am Knie verletzte. Ersatzmann Ryan Armstrong kam, zog die Stutzen hoch und flüsterte seinem Nebenmann Alessandro Sosti zu: "Na toll, jetzt dürfen wir auch noch zaubern."

Tatsächlich geschah genau das. In der 19. Minute fasste sich Sébastien Jean‑Pierre, der elegante Strippenzieher im Mittelfeld, ein Herz und wuchtete den Ball nach Vorlage des jungen Eskil Larsson ins Netz - 1:1. Trainer Albern Albert klatschte auf der Bank, als hätte er gerade die Lottozahlen gezogen. Doch die Freude hielt nicht lang: Cochran, wieder er, traf in der 32. Minute erneut - diesmal nach Flanke von Julian Martins. "Er spielt, als wären die Linienrichter seine persönlichen Cheerleader", murmelte ein Catania‑Fan auf der Tribüne, halb bewundernd, halb verzweifelt.

Was dann folgte, war ein kleines, rot‑blaues Feuerwerk. Drei Minuten nach Gelas erneuter Führung schlug Alexander MacDuff zu, bedient von - natürlich - Jean‑Pierre. 2:2. Und in der 44. Minute krönte Rui Aznar den Wahnsinn der ersten Halbzeit mit dem 3:2, wieder nach Vorarbeit des omnipräsenten Jean‑Pierre. "Ich habe ihm einfach gesagt, er soll laufen. Er läuft halt immer", lächelte Aznar später, als wäre das alles ganz selbstverständlich.

Nach diesem furiosen Auftakt erwarteten viele ein ähnliches Spektakel in Hälfte zwei. Stattdessen bekamen sie eine Mischung aus Taktikschach und gelben Karten. Gela, mit leichtem Ballbesitzvorteil (56 zu 44 Prozent), rannte an, schoss aber selten. Vier Torschüsse insgesamt - davon zwei durch den Mann des Abends, Cochran. Catania hingegen blieb gefährlicher: Zwölf Abschlüsse, einige davon Marke "fast perfekt", andere Marke "wir probieren’s halt mal".

In der 54. Minute versuchte sich Larsson aus der Distanz, in der 56. erneut Aznar, doch Gelas Torwart Pattrick Gabriel - bis zu seiner Auswechslung in der 61. Minute - hielt, was zu halten war. Sein Ersatz Willem Veeder durfte sich gleich mit einem Schuss von Fabian Noack (68.) bekannt machen. "Ich dachte, der Ball kommt nie runter", japste Veeder, "aber dann war er schon da."

Gela drückte, Catania konterte. In der 70. Minute noch einmal ein Lebenszeichen der Gäste, als Meira aus 20 Metern abzog - vorbei. Danach nur noch ein verzweifeltes Pressing, das mehr Lärm als Wirkung erzeugte. Trainer Michael Müller stapfte nach Schlusspfiff über den Rasen und seufzte: "Wir haben offensiv gespielt, aber Catania hatte einfach das Glück des Tüchtigen. Oder das Publikum im Rücken - wahrscheinlich beides."

Auf der Gegenseite grinste Albern Albert, Catanias Coach, verschmitzt in die Kameras: "Wenn man drei Tore in einer Halbzeit schießt, darf man danach auch ruhig mal verteidigen. Das nennt man Balance."

Die Statistik untermauert seine Zufriedenheit: Catania gewann trotz weniger Ballbesitz mehr Zweikämpfe (knapp 55 Prozent) und zeigte, dass Effektivität manchmal schöner ist als Schönheit.

Zum Schluss brachte Albert in der 90. Minute noch zwei frische Emilianos - Pietrafitta und Calabro -, wohl weniger zur Verstärkung als zum Zeitspiel. "Doppelt Emiliano hält besser", witzelte ein Fan, während der Schiedsrichter abpfiff und die Tribünen in rotem Rauch versanken.

So endete ein Spiel, das in einer Halbzeit erzählt werden konnte, aber in Erinnerung bleiben wird wie ein gutes italienisches Abendessen: laut, chaotisch, herzhaft - und am Ende einfach befriedigend.

Oder wie Torschütze MacDuff sagte, während er sich vom Platz klatschen ließ: "Manchmal ist Fußball eben Pasta - du weißt nie, was du bekommst, aber wenn’s heiß serviert wird, musst du zugreifen."

09.12.643987 04:50
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