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AS Catania hat am vierten Spieltag der 1. Liga Italien einen dieser Abende erlebt, an denen einfach alles zusammenpasste: Flutlicht, 43.500 euphorische Zuschauer und ein Alexander MacDuff, der sich benahm, als wolle er persönlich den Vulkan wieder zum Brodeln bringen. Am Ende hieß es 4:2 (2:2) gegen Partinico Calcio - ein Ergebnis, das so spektakulär klingt, wie das Spiel tatsächlich war. Schon nach zehn Minuten bebte das Stadion. MacDuff, der bullige Schotte im Sturmzentrum, nahm einen langen Ball von Pogrebnjak mit der Brust an, drehte sich einmal lässig um die eigene Achse und drosch das Leder in den Winkel. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste er später, "aber manchmal hat der Ball einfach eigene Pläne." Acht Minuten später legte der 19-jährige Niccolò Marittimo nach, ein Talent, das aussieht, als könne es noch nicht einmal im Casino spielen - aber Tore schießen wie ein alter Profi. Nach einem feinen Pass von Emiliano Calabro schob er überlegt zum 2:0 ein. Doch wer dachte, dass Catania das Spiel nun kontrolliert, hatte die Rechnung ohne Partinico Calcio gemacht. Trainerin Meggi Ryana, bekannt für ihre unerschütterliche Ruhe ("Ich trinke Espresso sogar, wenn’s brennt", sagte sie einmal), sah zunächst nicht beunruhigt aus. Ihre Jungs kamen mit langen Bällen immer wieder gefährlich vors Tor. Paolo Roggiano nutzte in der 31. Minute eine Unachtsamkeit in Catanias Abwehr und traf zum Anschluss. Und kurz vor der Pause sorgte Niccolò Montanari nach feinem Zuspiel von Anthony Conte für das 2:2. "Wir haben uns in der Kabine angeschaut und gesagt: Das war jetzt unnötig heroisch", meinte Catania-Coach Albern Albert später mit einem Seufzen. Nach der Pause aber war der Vulkan wieder aktiv. Catania kam mit Schwung aus der Kabine, und wer sonst als Marittimo sollte den erneuten Führungstreffer erzielen? In der 51. Minute vollendete er einen schnellen Angriff über rechts - eiskalt, frech, fast respektlos. "Ich wollte zeigen, dass das kein Zufall war", sagte der Teenager mit einem Grinsen, das halb Selbstbewusstsein, halb Unschuld bedeutete. Partinico antwortete mit wütenden Angriffen, doch Catanias Abwehr, angeführt vom robusten Pogrebnjak, hielt diesmal stand. Nur einmal wurde es richtig brenzlig, als Callum Anderson in der 62. Minute frei zum Schuss kam - doch Catanias Keeper Lorenzo Mazza fischte den Ball mit einer Flugeinlage aus dem Winkel, die das Publikum mit "Mazza! Mazza!"-Rufen feierte. In der 70. Minute dann die Entscheidung: Wieder MacDuff, wieder pure Wucht. Nach Vorarbeit von Felipe Espriu donnerte er das Leder zum 4:2 ins Netz. Anschließend kassierte der Torschütze noch Gelb, weil er es bei seinem Jubellauf etwas übertrieb - er hatte sich vom Zaun schwingen lassen und rief den Fans zu: "Heute schläft keiner!" Trainer Albert kommentierte trocken: "Solange er morgen trainiert, darf er heute tanzen." Die letzten 20 Minuten verwaltete Catania das Ergebnis mit erstaunlicher Reife. Partinico wechselte gleich dreimal in der 60. Minute - unter anderem kam Torwart Bruno Costinha für den jungen Filippo Furlan, nachdem dieser beim 3:2 unglücklich aussah. "Ein Lernprozess", murmelte Ryana, die danach lieber in ihre Notizen starrte als in die Kameras. Catania dagegen zeigte Spielfreude bis zum Abpfiff. Buffett, der eingewechselte Linksverteidiger, prüfte in der 82. Minute noch einmal den gegnerischen Keeper mit einem satten Schuss, und Miguel Morte, der für MacDuff kam, versuchte sich mit einem Fallrückzieher - spektakulär, aber erfolglos. Als Schiedsrichter Ricci die Partie beendete, lagen sich Spieler und Fans in den Armen, als hätte man gerade die Meisterschaft gewonnen. Die nackten Zahlen untermauern den Eindruck: 12 Torschüsse für Catania, 9 für Partinico, Ballbesitz fast ausgeglichen mit 50,6 zu 49,4 Prozent. Eine Partie auf Augenhöhe - nur mit einem Team, das seine Chancen eben eiskalt nutzte. "Wir haben heute nicht nur Fußball gespielt", sagte Marittimo zum Abschluss, "wir haben Spaß gehabt." Vielleicht war es genau das, was den Unterschied machte: Catania spielte, Partinico kämpfte. Und am Ende gewinnt meistens die Mannschaft, die lächelt. Oder, um es mit Trainer Albert zu sagen: "Manchmal ist Fußball wie Pizza. Wenn der Teig stimmt, kannst du drauflegen, was du willst - es schmeckt." Und an diesem Abend schmeckte der Sieg für Catania nach Tomate, Triumph und einem Hauch Schottland. 22.02.643987 19:41 |
Sprücheklopfer
Es war toll, es war klasse, es war wie ein Albtraum.
Torsten Legat nach einem hohen Heimsieg