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Dabei begann der Abend ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Catania spielte kontrolliert, suchte geduldig die Lücken und kam in der 17. Minute zur Führung. Peter Behrendt fand Niccolo Marittimo, der von der rechten Seite aus abzog und den Ball im Tor unterbrachte. 1:0 - und im Stadion machte sich jene angenehme Gewissheit breit, die im Fußball traditionell etwa drei Minuten haltbar ist. Gela hatte zwar weniger vom Ball, blieb aber gefährlich. Die Gäste kamen immer wieder über die Außen, besonders Nikola Budan und Liam Carlsson sorgten für Unruhe. In der 24. und 25. Minute prüften beide die Catania-Abwehr, später meldete sich auch Matias Rueda zu Wort. Catania kontrollierte das Spiel, Gela kontrollierte offenbar die Geduld. Beides führte zunächst nicht zum zweiten Treffer. "Wir hatten das Gefühl, alles im Griff zu haben", sagte Catanias Trainer Mister Giacomo nach dem Spiel angeblich. "Das war vermutlich der Moment, in dem das Spiel beschlossen hat, uns zu widersprechen." Ganz aus der Luft gegriffen war diese Einschätzung nicht: Catania hatte am Ende 58,7 Prozent Ballbesitz und acht Torschüsse - genau so viele wie Gela. Doch die Gäste gingen mit ihren Möglichkeiten deutlich entschlossener um. Kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen, schlug Gela zu. In der 46. Minute traf Budan nach Vorarbeit von Tiago Almeida zum 1:1. Der Ausgleich fiel zu einem Zeitpunkt, an dem die Catania-Spieler gedanklich vermutlich noch zwischen Kabinenansprache und erstem Sprint pendelten. "Ich wollte eigentlich nur zeigen, dass wir wieder da sind", soll Budan später gesagt haben. "Dann war der Ball plötzlich drin. Das war organisatorisch nicht perfekt, aber angenehm." Fünf Minuten später war die Partie gedreht. Almeida, zuvor bereits als Vorbereiter in Erscheinung getreten, vollendete in der 51. Minute selbst zum 2:1 für Gela. Der Mittelstürmer hatte zuvor schon mehrfach den Abschluss gesucht und bewies nun, dass Beharrlichkeit im Strafraum manchmal schlicht bedeutet, so lange zu schießen, bis jemand aufhört, sich darüber zu wundern. Catania versuchte zu reagieren und blieb trotz Rückstands im ausgewogenen Stil. Marittimo, Behrendt und Rafael Brito suchten den Weg nach vorn, doch Gela verteidigte mit wachsender Leidenschaft. Die Gäste mussten allerdings einen hohen Preis für ihre Widerstandskraft zahlen: In der 63. Minute sah Caio Simao die Rote Karte. Gela spielte fortan in Unterzahl und zog sich naturgemäß tiefer zurück. Trainer Michael Müller reagierte mit langen Bällen, hohem Einsatz und schließlich aktivem Pressing - die taktische Zurückhaltung war nun endgültig Geschichte. "Ab der Roten Karte war es kein Schach mehr, sondern eher Möbelrücken", soll Müller erklärt haben. Catania drängte, doch klare Durchschlagskraft blieb aus. Ramon Morales versuchte es in der 83. Minute sogar aus der Innenverteidigung, während Marittimo bis zur 81. Minute immer wieder abschloss. Am Ende blieb es beim 1:2. Catania hatte mehr Ballbesitz, Gela mehr Effizienz und die bessere Geschichte für die Heimfahrt. Die Zuschauer bekamen acht Torschüsse pro Mannschaft, drei Tore und eine zweite Halbzeit, die sich weigerte, höflich zu verlaufen. Für Catania bleibt die Erkenntnis: Wer eine Führung behalten will, sollte sie nicht bloß besitzen - sondern verteidigen. 03.09.2026 21:22 |
Sprücheklopfer
Die ran-Datenbank trägt eine Mitschuld daran, dass die Spieler oft das Risiko scheuen.
Erich Ribbeck