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CD Cerrense siegt clever - Buceo rennt vergeblich an

Es war ein lauer Sommerabend in Montevideo, 24.053 Zuschauer im Stadion, und es roch nach Bratwurst, Gras und Hoffnung. Doch am Ende stand für die Fans von Funebreros Buceo wieder dieser vertraute Blick zwischen Frust und Fassungslosigkeit: Ihr Team verlor das Heimspiel gegen CD Cerrense mit 1:2 (0:1).

Dabei hatte Trainer Stefan Dörner im Vorfeld noch gewitzelt: "Wir wollen diesmal nicht nur schön aussehen, sondern auch Tore schießen." Schön sah es phasenweise tatsächlich aus - nur das mit den Toren klappte erst, als alles schon fast entschieden war.

Cerrense begann druckvoll, ballsicher und mit jener Selbstverständlichkeit, die man nur hat, wenn man weiß, dass man den besseren Plan besitzt. 56 Prozent Ballbesitz, elf Abschlüsse aufs Tor - das war kein Zufall, sondern System. Schon in der 20. Minute belohnte sich das Team von Trainer Leahcim Gnipeur: Innenverteidiger Arnau Sa Pint, normalerweise zuständig für Ordnung hinten, tauchte nach einem Eckball plötzlich vorne auf und drosch den Ball humorlos unter die Latte. "Ich wollte eigentlich nur stören", grinste Sa Pint später, "aber wenn schon, denn schon." Die Vorlage kam von Duarte Galindo, der an diesem Abend ein Dauerläufer sondergleichen war - und noch ein zweites Mal glänzen sollte.

Buceo? Brauchte bis zur 30. Minute, um erstmals gefährlich zu werden. Ralf Otto prüfte Cerrense-Keeper Joseba Mendes mit einem Schuss, der zwar kräftig, aber zu zentral war. Kurz darauf setzte Marek Valachovic einen Versuch aus halbrechter Position knapp über die Latte - sinnbildlich für die erste Halbzeit: bemüht, aber nicht belohnt.

Zur Pause atmete das Publikum tief durch, und man hörte einen älteren Herrn auf der Tribüne murmeln: "Früher hätten die wenigstens mal gefoult." Zumindest das änderte sich in Halbzeit zwei. Gabri Vico, schon in der ersten Minute verwarnt, drosch weiter beherzt dazwischen, während Christiano Eusebio am Ende gleich zwei Gelbe sah - die zweite in der 93. Minute, als er aus Frust den Ball in die Wolken hämmerte. "Ich wollte nur Zeit schinden", erklärte er mit einem Schulterzucken.

Cerrense blieb derweil cool. In der 80. Minute erhöhte Ryan Skene nach feinem Zuspiel von Galindo auf 2:0 - ein Angriff wie aus dem Lehrbuch, flach, präzise, unaufgeregt. Trainer Gnipeur kommentierte trocken: "Wir üben das sogar manchmal."

Doch wer dachte, Buceo würde sich ergeben, lag falsch. Drei Minuten später schlug die Stunde von Marek Valachovic. Der 34-Jährige, sonst eher unauffälliger Taktgeber auf der rechten Seite, zog nach einem Kurzpass von Benjamin Astruc einfach mal ab - und traf. 1:2, das Stadion erwachte, es roch plötzlich nach Fußballwunder.

Die letzten Minuten gehörten Buceo. Damian Iniguez versuchte es aus der Distanz (81.), Valachovic noch einmal per Volley (83.), und der junge Cristobal Blanco zwang Mendes in der Nachspielzeit zu einer Glanzparade. "Ich habe einfach nur gehofft, dass der Schiri pfeift", gab der Torwart später lachend zu.

Am Ende blieb es beim 1:2 - und bei der Erkenntnis, dass CD Cerrense in dieser frühen Saisonphase einfach reifer wirkt. Buceo hatte Herz, Cerrense hatte Plan.

"Wir haben viel investiert, aber Fußball ist kein Wunschkonzert", sagte Dörner nach dem Abpfiff. "Manchmal spielt man gut und verliert trotzdem. Aber wenigstens hatten wir diesmal genug Torschüsse, um ein halbes Dutzend Tore zu feiern - wenn wir sie denn getroffen hätten."

Leahcim Gnipeur hingegen wirkte zufrieden, beinahe philosophisch: "Manchmal ist Kontrolle die schönste Kunst. Und Arnau Sa Pint als Torschütze - das ist quasi moderne Poesie."

Die Statistik untermauert das Bild: 56 Prozent Ballbesitz für Cerrense, 11:9 Torschüsse, eine hauchdünne Zweikampfquote von 50,3 zu 49,7 Prozent - ein enges, aber verdientes Ergebnis.

Und so verließen die Zuschauer das Stadion zwischen Stolz und Ärger. Einer rief noch: "Wenn sie so weitermachen, gewinnen sie irgendwann auch mal!" - worauf sein Nachbar trocken antwortete: "Ja, vielleicht im Elfmeterschießen der Saisoneröffnung 2030."

Ein bisschen Galgenhumor gehört bei Funebreros Buceo eben dazu.

Doch wer genau hinsah, entdeckte auch Hoffnung: Junge Spieler wie Blanco zeigen Mut, Routiniers wie Valachovic treffen wieder, und selbst Eusebios Platzverweis wirkte eher wie ein Zeichen von Leidenschaft als von Dummheit.

Vielleicht war dieser Abend ja kein Rückschritt, sondern der Anfang einer Geschichte, die irgendwann gut ausgeht. Nur eben nicht an diesem Sonntagabend in Montevideo.

10.06.643990 16:40
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