Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

CD Cerrense tanzt Colon aus - ein 2:0 voller Leidenschaft und Karten

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball seine ganze theatralische Schönheit entfaltet: 27.664 Zuschauer im Cerrense-Stadion sahen am 28. Spieltag der 1. Liga Uruguay ein 2:0, das mehr Geschichten erzählte, als das nackte Ergebnis vermuten lässt. CD Cerrense besiegte AD Colon verdient - mit frühem Feuer, taktischer Konsequenz und einem Hauch Chaos in Gelb und Rot.

Schon nach fünf Minuten bebte das Stadion. Knud Brinkmann, der Mann mit der Ruhe eines Uhrmachers und dem Schuss eines Schmieds, traf nach feinem Zuspiel von Christian Petrizzi ins rechte Eck. Colon-Keeper Inigo Nene flog zwar spektakulär, aber eher fürs Fotoalbum als für die Statistik. "Ich hab einfach draufgehalten. Der Ball wollte rein, und wer bin ich, ihn aufzuhalten?", grinste Brinkmann später, als er mit Grasflecken und Glanz in den Augen vor der Presse stand.

Colon wirkte überrascht, ja fast beleidigt von dieser frühen Unverschämtheit. Samuel Prinsloo versuchte in der 6. Minute, mit einem Schuss aus der Distanz zurückzuschlagen - vergeblich. Es blieb einer von nur drei Torschüssen der Gäste über die gesamten 90 Minuten. "Wir hatten eigentlich vor, Cerrense zu überraschen", seufzte Trainer Gnipeurs Gegenüber nach der Partie. "Am Ende haben sie uns überrascht - permanent."

Nach dem Blitzstart ließen die Cerrense-Spieler den Ball laufen, als hätten sie ihn gemietet und wollten jede Minute auskosten. Die Statistik zeigt zwar nur 49 Prozent Ballbesitz, doch wer zusah, wusste: Diese 49 Prozent waren von höherer Qualität. 14 Torschüsse gegenüber mageren drei von Colon sprechen eine noch deutlichere Sprache.

Die Partie blieb intensiv, aber nie unfair - na ja, fast nie. In der 16. Minute sah Colons Jose Xuarez Gelb, weil er Petrizzi mit der Zärtlichkeit eines Presslufthammers begegnete. "Er hat mich gar nicht getroffen", sagte Petrizzi mit einem Zwinkern. "Nur emotional." Später, in der 71. Minute, sammelte Xuarez dann auch die zweite Verwarnung - Gelb-Rot, Abgang mit Applaus von den Heimfans.

Bis dahin hatte Cerrense längst das Spiel fest im Griff. In der 53. Minute traf Sean MacPhee nach einem butterweichen Zuspiel von Gerd Vilhelmsen zum 2:0. Der Schotte, bekannt für seine Liebe zu riskanten Flanken und unpassenden Frisuren, schob den Ball trocken ins linke Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später zu. "Aber wenn der Ball rein will, sag ich nicht nein."

Ab diesem Moment hätte Colon theoretisch noch eine Wende versuchen können - praktisch aber war das Spiel vorbei. Trainer Leahcim Gnipeur stellte auf Verwaltung um, ließ seinen Jungs aber freien Lauf im Pressing, das im Protokoll als "BEHIND" beschrieben ist - also Pressing nur, wenn man hinten liegt. Ein hübscher Widerspruch, denn Cerrense lag vorne und presste trotzdem.

In der 74. Minute fing sich dann auch Cerrenses Alejandro Nani Gelb ein, bevor er in der 83. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste. Ein beinahe symmetrischer Gruß an Xuarez - Fairness im Chaos, sozusagen. "Ich wollte nur den Ball", beteuerte Nani. "Leider stand der Gegner genau da, wo ich hintrat."

Die Schlussphase war dann ein Schaulaufen der Effizienz. Der junge Kay Schäfer, erst in der 66. Minute für Ryan Skene gekommen, prüfte den Colon-Keeper gleich zweimal - in der 78. und 92. Minute. Die Zuschauer tobten, als wäre jedes Mal ein Tor gefallen.

Nach dem Abpfiff zeigte sich Trainer Gnipeur zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben gut begonnen, stark nachgelegt und am Ende ein bisschen die Regeln getestet. Aber das gehört dazu. Fußball ist kein Schach."

Colon hingegen ging mit gesenkten Köpfen, aber nicht ohne Humor. "Wir hatten den Ball öfter", sagte Mittelfeldmann Marco Ronaldo, "aber Cerrense hatte ihn lieber."

Unterm Strich bleibt ein verdienter Heimsieg: 2:0, klare Chancenverteilung, zwei Platzverweise und ein Publikum, das zwischen Lachen, Pfeifen und Jubeln alles durchlebte, was diesen Sport so menschlich macht. Cerrense festigt damit seinen Platz im oberen Tabellenmittelfeld, während Colon wohl noch lange an diesem Abend zu knabbern haben wird.

Und irgendwo in der Kabine, so munkelt man, summte Trainer Gnipeur nach dem Spiel zufrieden ein kleines Lied. Vielleicht dachte er dabei: "Wenn’s läuft, dann läuft’s - und wenn nicht, läuft Brinkmann."

09.12.643987 06:34
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ein Lothar Matthäus spricht kein Französisch.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager