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Europaliga | Achtelfinale - Hinspiel | 02.09.26 | Celtic Glasgow - Palilulac 1:1 Palilulac begann keineswegs schüchtern. Michel Scranton prüfte Celtic-Torhüter Damian Zytko bereits in der zweiten Minute und legte kurz darauf nach. Die Gäste hatten offenbar beschlossen, die schottische Kulisse nicht zu lange zu bewundern. In der 13. Minute zahlte sich der mutige Start aus: Bruno Prudhomme setzte Carlos Vidigal in Szene, und der rechte Flügelspieler schob zur 1:0-Führung ein. Auf den Rängen wurde es für einen Moment so still, wie es in einem Stadion mit mehr als 53.000 Menschen eben werden kann. Ein Celtic-Anhänger neben der Pressetribüne soll gesagt haben: "Das war nicht der Plan." Vermutlich hatte er damit recht. Der Plan von Trainer Ralf Bücheler war eigentlich ein offensiver Auftritt mit kontrolliertem Passspiel und ausgewählten Abschlüssen. Palilulac antwortete jedoch mit der pragmatischen Variante: Ball nach vorn, nachsetzen, unangenehm bleiben. Celtic suchte den Ausgleich, fand aber zunächst vor allem den Torwart Jorge Castro oder das eigene Pech. Vicente Yanez, Lazaros Kaklamanis, Harry Lorring und Taras Beresuzki kamen zu Möglichkeiten. Palilulac blieb derweil gefährlich und hatte bis zur Pause sogar mehr Abschlüsse. Insgesamt brachten es die Gäste auf zwölf Torschüsse, Celtic auf zehn. Beim Ballbesitz war das Kräfteverhältnis nahezu grotesk ausgeglichen: 50,51 Prozent für Celtic, 49,49 für Palilulac. Ein Unterschied, der in der Statistik groß genug für zwei Nachkommastellen ist, auf dem Platz aber kaum für einen Streit gereicht hätte. "Wir wollten geduldig bleiben, auch wenn der Geduldsfaden zeitweise sehr dünn war", erklärte Bücheler nach dem Spiel. Palilulac-Trainer Peter Patrick sah es naturgemäß anders: "Wir hatten Celtic dort, wo wir sie haben wollten. Leider nur bis zur 52. Minute." Ein Satz, der klingt, als sei er vorher sorgfältig poliert worden - und trotzdem nicht ganz falsch ist. Denn sieben Minuten nach Wiederbeginn schlug Celtic zurück. Beresuzki, zuvor bereits mit einem Abschluss aufgefallen, setzte sich im Zentrum durch und traf zum 1:1. Der Ausgleich war verdient, weil Celtic nun energischer auftrat und das Tempo erhöhte. Bücheler ließ seine Mannschaft zunächst offensiv und ohne extremes Pressing spielen. Gegen Ende war damit Schluss: Celtic ging ins aktive Pressing, erhöhte den Einsatz und schoss nun, salopp gesagt, auch dann, wenn die Gelegenheit eher nach Hoffnung als nach Plan aussah. Kaklamanis tauchte mehrfach gefährlich auf, Beresuzki prüfte Castro in der 83. Minute. Palilulac blieb allerdings bei Kontern stets gefährlich. Bruno Prudhomme und Sasa Babovic sorgten dafür, dass Celtic nicht ungestraft alles nach vorn werfen konnte. Die Gäste wechselten ab der 65. Minute gleich dreimal und brachten damit frische Beine in eine Partie, in der der Rasen allmählich mehr Spuren hinterließ als manche Spielanalyse. Vier Gelbe Karten - zwei für Celtic, zwei für Palilulac - belegten, dass es trotz des ausgeglichenen Ballbesitzes nicht an Härte fehlte. Am Ende blieb es beim 1:1 (0:1). "Wir nehmen den Ausgleich mit, aber nicht als Einladung zum Zurücklehnen", sagte Beresuzki angeblich mit jener Ernsthaftigkeit, die Fußballer gern aufbringen, wenn noch ein Rückspiel bevorsteht. Das Fazit: Celtic kam zurück, Palilulac bleibt gefährlich. Im Rückspiel ist alles offen - außer der Erkenntnis, dass dieses Duell vermutlich noch einige Nerven kosten wird. 03.09.2026 00:22 |
Sprücheklopfer
Es ist egal, ob ein Spieler bei Bayern München spielt oder sonstwo im Ausland.
Erich Ribbeck