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Celtic siegt nüchtern - Motherwell glänzt nur im Ballbesitz

Es war ein kalter Januarabend in Motherwell, der Wind pfiff durchs Fir Park Stadion, doch die 20.000 Zuschauer bekamen zumindest eines geboten: eine Lehrstunde in Effizienz. Celtic Glasgow siegte am 5. Spieltag der 1. Liga Schottland mit 2:0 (1:0) gegen die Motherwell Steelmen - und das, obwohl die Gastgeber 55 Prozent Ballbesitz hatten. Der Rest war, wie man so schön sagt, reine Statistik.

Schon nach wenigen Minuten war klar, dass Celtic an diesem Montagabend nicht zum Tee gekommen war. Die Gäste spielten von Beginn an offensiv, während Motherwell versuchte, das Spiel mit kontrolliertem Ballbesitz zu beruhigen. Ein Blick auf die Torschussstatistik verriet allerdings, wie trügerisch dieser Plan war: 21 Abschlüsse der Gäste standen am Ende mageren drei Versuchen der Steelmen gegenüber.

In der 19. Minute fiel dann die logische Konsequenz: Charles Armstrong, der 27-jährige Mittelstürmer der Gäste, verwertete einen Pass von Max MacLaine in bester Mittelstürmermanier. Ein kurzer Haken, ein Schuss - 1:0 für Celtic. "Ich hab’ einfach nicht nachgedacht, das hilft manchmal", grinste Armstrong später in die Mikrofone. Motherwells Torhüter Oliver Bridges sah den Ball nur vorbeifliegen und klatschte frustriert in die Handschuhe.

Danach dominierte Motherwell zwar das Passspiel, aber immer schön quer. Kein Durchkommen gegen die konzentrierte Abwehr der Gäste. Trainer Ralf Bücheler, der deutsche Coach von Celtic, stand an der Seitenlinie, Hände tief in den Manteltaschen vergraben, und kommentierte trocken: "Sie dürfen den Ball ruhig haben. Wir nehmen dann die Tore."

In der zweiten Halbzeit kam Celtic weiter gefährlich vor das Tor - Armstrong, Antonio Simao und die beiden Vaz-Brüder (Vitorino und Diego) prüften den jungen Keeper Bridges mehrfach. Motherwell versuchte es mit jugendlichem Elan: Owen Hawn, gerade einmal 18, zog in der 84. Minute aus der Distanz ab. Der Ball rauschte über die Latte, und die Heimfans jubelten kurz, einfach weil endlich mal jemand aufs Tor geschossen hatte.

Das Spiel plätscherte dem Ende entgegen, als Paul Anders, eigentlich Innenverteidiger, in der Nachspielzeit (91.) die Entscheidung besorgte. Nach einer Ecke von Jake Urquhart stand Anders plötzlich goldrichtig und drückte den Ball über die Linie. 2:0 - und Celtic durfte sich entspannt zurücklehnen. "Ich schieße sonst höchstens beim Training aufs Tor", lachte Anders nach dem Spiel. "Vielleicht sollte ich das jetzt öfter probieren."

Motherwells Trainer - der namentlich nicht genannte Chef an der Seitenlinie - wirkte nach Abpfiff sichtlich bedient. "Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle, mehr… na ja, vom Rest reden wir lieber nicht", murmelte er. Sein Team hatte sich redlich bemüht, aber in den entscheidenden Momenten fehlte die Durchschlagskraft.

Celtic dagegen präsentierte sich wie ein Team, das weiß, wann es zupacken muss. 21 Schüsse, zwei Tore, keine Hektik. Nur kurz gab es Unruhe, als Linksverteidiger Bo Bjorklund in der 54. Minute verletzt vom Platz humpelte. Bücheler blieb ruhig, wechselte taktisch klug - und sein Team spielte weiter, als wäre nichts gewesen.

Auch die Gelben Karten passten ins Bild: Patrick Frey sah seine in der 83. Minute, Motherwells Ilias Szukala in der 90. - sinnbildlich für den Frust der Gastgeber, die kaum Zugriff bekamen.

Statistisch gesehen hätte Motherwell mit 55 Prozent Ballbesitz und 42 Prozent gewonnener Zweikämpfe wenigstens die Kategorie "ästhetischer Aufwand" gewonnen. Doch Fußball wird nicht nach Schönheitspunkten entschieden, wie Celtic bewies.

Nach dem Schlusspfiff klatschten die Celtic-Spieler routiniert in Richtung Gästeblock, während die Steelmen enttäuscht vom Platz trotteten. "Das war wie Schach gegen jemanden, der einfach nur alle Bauern nach vorne zieht", witzelte ein Zuschauer auf der Tribüne.

So stand am Ende ein verdienter, wenn auch wenig spektakulärer 2:0-Erfolg für Celtic Glasgow - das Ergebnis eines reifen, abgeklärten Auftritts. Motherwell darf sich immerhin trösten: Wer den Ball so lange hat, kann ihn auch nicht verlieren. Nur Punkte gab’s dafür leider keine.

Und irgendwo zwischen Wind, Flutlicht und den letzten Bierbechern auf den Rängen hallte ein Gedanke nach, den wohl jeder Motherwell-Fan kannte: Vielleicht nächstes Mal wenigstens ein Tor. Oder wenigstens ein Schuss, der wirklich gefährlich wird.

28.03.643987 03:34
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Otto Rehhagel
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